Grüner Strom – Eine Vision stößt auf ihre Grenzen

Die Vision von grünem Strom, Transformation und damit der Energiewende hat ihren Ursprung in Amory B. Lovins’ bahnbrechendem Buch der 1970er Jahre ‚Soft Energy Path‘. Es diente auch der Anti-Kernkraft-Bewegung als Modell für eine neue Gesellschaft.

Seit einem Vierteljahrhundert versucht Deutschland diese Vision Realität werden zu lassen: Die gesamte Energieversorgung soll bis 2045 auf grünen Strom umgestellt werden.[1]

Das Krafttier Frosch symbolisiert die entscheidenden Kriterien:

Reinigung (von schmutzigen fossilen Brennstoffen),

Transformation (zu neuen, weichen Energiequellen wie Wind und Sonne),

Anpassungsfähigkeit (an eine neue Welt von fundamentalen Veränderungen) und 

Leben in 2 Welten („Du kannst das Meer nicht überqueren, indem Du nur am Ufer stehst und aufs Meer starrst” – Rabindranath Tagore).

Die Vision – Die Ziele

Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, die deutsche Wirtschaft zur energieeffizientesten Volkswirtschaft weltweit zu formen … .“[1] Das ist eine Vision, der die meisten Menschen folgen sollten und wohl auch würden. Das ‚Wie‘ steht auf einem anderen Blatt, bzw. es folgt unmittelbar „ … und den Primärenergieverbrauch langfristig zu halbieren. Das bedeutet konkret: Die Energieversorgung muss so weit wie möglich auf erneuerbare Energien umgestellt werden und der Energiebedarf insbesondere in den Bereichen Gebäude, Industrie und Verkehr muss massiv verringert werden.“[1] 

Es ist gut einen Plan zu haben, aber der sollte flexibel sein, denn Technologien, Marktsituationen und geopolitische Situationen ändern sich dauernd. Die Festlegung auf ‚Erneuerbare Energien‘ (EE) ohne Kernenergie ist daher unnötigerweise ‚eingrenzend‘. Die Halbierung des Energieverbrauchs in Gebäuden, Industrie und Verkehr sollte jeden nachdenklich machen. Welche Konsequenzen hat das für die Gesellschaft und Wirtschaft? Diejenigen, die mobil sind, wandern ab, wie z. B. die Industrie.

Um eine Senkung der Emissionen bis 2030 um 65% und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen, muss auch der Energieverbrauch deutlich schneller und stärker sinken, als bislang vereinbart.“[1] Visionen legen sich nicht fest auf willkürlich gewählte Kennzahlen und Zeitpunkte. Visionen reichen bis in die Unendlichkeit, denn die Zeit endet nicht. Die Vision ist ein immer fortwährender Prozess. Ziele hingegen übersetzen Visionen in greifbare Schritte, indem innerhalb gewählter Zeitabschnitte geplant wird. Die Energiewende tut genau das, und sie degeneriert von einer Vision zu einer Planwirtschaft.

Die Grenzen

Wind und Sonne schicken keine Rechnung“, heißt es immer. Die Mängel dieser Vision treten jedoch immer deutlicher zutage:

  • Die technischen Nutzung von Wind – und Sonnenenergie schickt sehr wohl „Rechnungen“, und zwar welche, die immer teuerer werden.
  • Aufgrund der geringen Energiedichten von Wind – Sonnenenergie müssen 1000e Anlagen gebaut werden, die insgesamt einen riesigen Flächenbedarf haben.
  • Die Verfügbarkeit von Wind – und Solarstrom ist schwankend und abhängig von der Tageszeit und der geographischen Lage; interessanterweise nimmt die gemessene Windstärke über Deutschland seit Jahren ab, die Sonneneinstrahlung nimmt hingegen zu.
  • Die Integration der wetterbedingten Schwankungen durch Wind – und Solarstrom in ein bestehendes Stromnetz erfordert den Aufbau von immer komplexer werdenden Parallelstrukturen.

Neben diesen für jeden Betrachter ersichtlichen Grenzen, existieren auch willkürlich definierte rechtliche Grenzen: das Europaparlament stuft Kernenergie als nachhaltig und damit potenziell grün ein,[2] Deutschland widerspricht dem jedoch. Kernenergie ist in Deutschland verboten.

Die zu anfangs gut gemeinte Vision ist zu einer Ideologie verkommen, natürliche und ökonomische Grenzen werden ignoriert. Der Eon-Chef Leonhard Birnbaum spricht klare Worte: „Ich baue nicht nur Erneuerbare, die ich nicht brauche, sondern muss sie noch an ein Netz anschließen, das es nicht verträgt.“[3]

Der Primärenergieverbrauch muss sinken!

Der Referenzzeitpunkt für die Erreichung des Planziels ‚Senkung des Primärenergieverbrauchs‘ ist das Jahr 2008: bis 2030 soll er auf 60% des 2008 – Wertes gesenkt werden. Bis einschließlich 2017 ist der Verbrauch nur unmerklich gesunken, seitdem sinkt er jedoch stetig. Zur Veranschaulichung des gewählten Pfads sind hier einige Schlüsselzahlen aufgeführt:[4]

2008: 14386 PJ = 3996 TWh

2017: 13550 PJ = 3764 TWh

2025: 10553 PJ = 2931 TWh

2030:   8732 PJ = 2426 TWh

Nur durch Effizienzsteigerungen ist dieses 2030 – Ziel nicht zu erreichen.[5] Durch Erhöhung der Energiepreise schon, denn die hohen Energiepreise sind einer der Haupttreiber für die Abwanderung der Industrie ins Ausland. Indirekt ist dies durch die Energiepolitik also sogar gewollt. Paradox ist die Tatsache, dass damit keine  CO2 – Emissionen eingespart werden, denn die Emissionen finden eben nur woanders statt. Deutschland exportiert seine CO2 – Emissionen in die Welt. Für das Erreichen des deutschen Klimaschutzziels ist das jedoch positiv.

Die Grenzen von EE – Strom

Das gesamte Datenwerk der Energiewende ist so umfangreich, dass es die Leitmedien zum ‚Cherrypicking‘ einlädt und damit einhergehend Verzerrungen der Wirklichkeit. In der nachfolgenden Tabelle sind die Daten der ‚Gesamten Nettostromerzeugung’ der vergangenen vier Jahre aufgeführt. Die Daten sind den Stromreports des Fraunhofer ISE entnommen und vom Autor tabellarisch geordnet.[6-9] An Erfolgsmeldungen mangelt es nicht in den Leitmedien, daher seien hier einige Aspekte etwas differenzierter betrachtet. 

Windstrom ist seit 2023 rückläufig!

Die Primärenergie Wind stellt den mit Abstand wichtigsten Faktor innerhalb der EE dar: Er erzeugte  132,0 TWh, das entspricht etwa 1/20 des Gesamtprimärenergieverbrauchs.[10] Warum wird dieser Fakt in den Leitmedien verschwiegen? Warum spielt er trotzdem eine derart große Rolle in der deutschen Energiepolitik?

Trotz des jährlichen Zubaus von neuen Windindustrieanlagen nehmen die Erträge an Windstrom seit 2023 ab (auch das wird in den Leitmedien verschwiegen):[11]

  • 2023 lieferten insgesamt 69,1 GW installierte Windkraftleistung 139,8 TWh Strom.[7]
  • 2025 lieferten insgesamt 77,5 GW installierte Windkraftleistung 132,0 TWh Strom.[9]

Anders ausgedrückt bedeutet das: 8,4 GW mehr installierter Leistung lieferten 7,8 TWh weniger Strom! Der Ausbau von Windkraft liegt übrigens Jahr für Jahr weit hinter den geplanten Zielen zurück, zum Glück, muss man wohl sagen.

Es gibt plausible Erklärungen für diese Trends:[11]

  • Der Wind in Deutschland wird schwächer. Die mittlere Windgeschwindigkeit in 100m Höhe in Deutschland beträgt 5,7 m/s (2025); das sind 5% weniger als 2023.[9] Der Ertrag von Windenergie für Verstromung hängt von der 3. Potenz der Windgeschwindigkeit ab. Es ist daher ein wichtiges natürliches Phänomen.
  • Die Windkraftanlagen nehmen sich gegenseitig den Wind weg, das ist der sogenannte ‚Cluster-Wake-Effekt‘.[12] Besonders bei Offshore – Anlagen sind beeindruckende Luftaufnahmen und Messungen erstellt worden, die diesen Effekt wissenschaftlich belegen;[13] der Effekt ist bis zu 100km hinter einem Windrad messbar. RWE – Chef Markus Krebber sagt dazu „Die Offshore-Windparks werden bisher so eng und mit so vielen Windturbinen geplant, dass die sich gegenseitig den Wind wegnehmen. Das verringert die Stromausbeute und geht zu Lasten der Effizienz.“[14]

Das Windenergieflächenbedarfsgesetz [15] demonstriert wohl am besten, dass die Energiewende die selbst gesteckten Grenzen torpediert. Markus Krebber findet auch hier passende Worte: „Wir brauchen weiterhin einen massiven Ausbau der Erneuerbaren, aber wir sollten aufhören, an den falschen Stellen weitere Wind- und Solaranlagen zu bauen, weil wir irgendwelchen pauschalen Ausbauzielen hinterherlaufen. Wir müssen weg von diesen in Stein gemeißelten Zielen und diesem dirigistisch überregulierten Vorgehen.“[14] Diese unerwünschte Meinung wird in den Leitmedien und der Politik wohl überhört. Und so schreitet die Zerstörung unserer Landschaften weiter fort.[16]

Solarstrom steigt stetig!

Die Installation von Solaranlagen auf Hausdächern boomt seit einigen Jahren: sie nimmt der Natur keinen Platz weg, sie wird vom Staat subventioniert, und sie bereitet den Weg in ein Stück private Energieautarkie. Die Kehrseite der Medaille ist, dass sie bei Überproduktion nicht so leicht abreguliert werden können, wenn die Sonne zu stark scheint und die Heimspeicher voll sind. Diese vermehrte, unregulierte Einspeisung ins Stromnetz erhöht die Komplexität der Integration ins Stromnetz; die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat hier bereits Handlungsbedarf erkannt.

Erfreulicherweise steigt die mittlere Sonnenscheindauer in Deutschland seit mehreren Jahrzehnten: 1977 betrug sie etwa 1550 Stunden, 2025 etwa 1914 Stunden.[9] Das Phänomen ist auch global beobachtet und dokumentiert worden. Die Jahressumme der Globalstrahlung auf Deutschland steigt kontinuierlich seit 1983, von etwa 1000 kWh/m2, auf heute 1114 kWh/m2.[9]

Verstromung aus EE stagniert seit 2023!

Neben Wind verzeichnen auch Wasserkraft und Biogas rückläufige Einspeisungen ins Stromnetz. Die Verluste von Wind, Wasser und Biogas werden ausgeglichen von Solarstrom, daher ist die Gesamtbilanz nur leicht positiv. Der Anteil der EE im deutschen Strommix stagniert jedoch: für eine differenzierte Betrachtung s. u.

Kohleverstromung nimmt ab!

~1,0 TWh weniger Kohlestrom 2025 im Vergleich zu 2024; der niedrigste seit 1956[17]

Eine differenzierte Betrachtung ergibt folgendes Bild: immer mehr einheimische Braunkohle bleibt in der Erde, aber die Verstromung von Steinkohle aus Übersee (z. B. Kolumbien) nimmt zu. Der ‚eigene Vorgarten’ wird also sauber gehalten, die ‚Vorgärten in Übersee‘ werden dagegen verschmutzt. ‚Schmutzige Kohle aus Kolumbien’ soll hier als abschreckendes Beispiel dienen:[18]

  • 2022 hat sich der Import von Steinkohle aus Kolumbien gegenüber 2021 verdreifacht![19] Seit 2022 liegt die Einfuhr auf diesem hohen Niveau, sie macht etwa 20% der Gesamtimporte an Steinkohle nach Deutschland aus. Die Umweltverwüstungen und Menschenrechtsverletzungen in den betroffenen Gebieten in Kolumbien sind verheerend und Gegenstand vieler Protestbewegungen.[20]

Verstromung von Erdgas nimmt zu!

Aufgrund der selbst gesteckten Rahmenbedingungen, nämlich dem Ausschließen von Kernkraft und dem stetigen Herunterfahren von Kohleverstromung, bleibt nur die erhöhte Verstromung von Erdgas, um die Nicht-Grundlastfähigkeit der EE zu kompensieren. Seit der Abschaltung der letzten Kernkraftwerke und dem Versiegen von billigem russischen Piplinegas, wird Frackinggas als LNG aus den USA per Schiff importiert: Es macht etwa 10% der Erdgasimporte aus. Berechnungen haben ergeben, dass der CO2 – Fußabdruck von diesem LNG größer ist als der von Steinkohle.[21]

Der EE – Anteil am Strommix stagniert bei 60%!

Mantramäßig hört man in den Leitmedien seit Jahren, dass der Anteil der EE im Deutschen Strommix steigt und bei ~59 – 60% schon sehr hoch ist. Das ist mathematisch gesehen korrekt, aber der Wert ist ein Jahresmittelwert. Eine durchschnittliche Stromverfügbarkeit nützt weder Industrie noch Privathaushalten. Beide benötigen eine gesicherte Stromversorgung, rund um die Uhr. Entscheidend ist jedoch, dass die Netzfrequenz des europäischen Stromnetzes auf 50 Hertz eingestellt ist, und dass nur Abweichungen von +/- 0,2 Hertz erlaubt sind, sonst bricht das Netz zusammen. Die Physik setzt hier Grenzen, nicht die Politik.

Aus dem ‚60% – Wert‘ lässt sich also keine sinnvolle Erkenntnis gewinnen. Folgendes Beispiel soll es besser greifbar machen: Der Jahresmittelwert für die Temperatur in Deutschland im Jahr 2025 war 10,1 0C. Er sagt nichts darüber aus, welche Temperatur z. B. in Ohnewitz (Brandenburg) am 9. Juni 2024 um 14 Uhr herrschte, oder in Witzwort (Schleswig-Holstein) am 14. Oktober 2026 um 23 Uhr herrschen wird. Für das Stromnetz gilt jedoch, dass die Frequenz zu jeder dieser willkürlichen Zeitpunkte 50 Hertz sein musste/muss.

Die Unmöglichkeit der wetterabhängigen EE diese Garantie zu geben verursacht stetig steigende Kosten: Je höher der Anteil der EE am Strommix ist, desto höher sind die Kosten für deren Integration in das Stromnetz, denn das Stromsystem muss immer stärker um – und ausgebaut werden. Deutschland leistet sich seit Jahren, und in immer stärkerem Maße, Doppelstrukturen mit allen damit zusammenhängenden Nachteilen. Das oben angeführte Zitat von Leonhard Birnbaum passt auch hier.[3]

Außerdem stagniert der ‚60% – Wert‘ seit 2023, denn er gilt nur in Bezug auf die öffentliche Nettostromerzeugung, und die stagniert ja ebenfalls seit 2023. Der Wegfall der Kernenergie seit Frühjahr 2023 hat den Stromanteil der EE künstlich erhöht und das Stromangebot im Strommix verringert: Diese ideologisch motivierte Entscheidung verringerte zum einen das Stromangebot, was natürlich den Strompreis erhöht, und es machte Deutschland quasi über Nacht zum Nettostromimporteur: Ironischerweise bestehen diese Importe hauptsächlich aus Atomstrom aus Frankreich.

Bedeuten die ‚60%‘ so etwas wie eine ‚Grenze des Verträglichen‘ für ein Industrieland? Bedeuten die ‚60%‘ wenigstens, dass der deutsche Strommix besonders grün ist? Nein!

Deutscher Strom ist nicht grün!

Deutscher Strom ist zwar über die Jahre deutlich weniger CO2 – lastig geworden, aber im Vergleich mit Deutschlands Nachbarn ist er immer noch deutlich schmutziger. Sogar im Vergleich mit dem EU – Durchschnitt, ist er schmutziger.[22] Wenn Deutschland die Messlatte sein will, dann sollen Deutschlands emittierte CO2 – Äquivalente pro erzeugter Kilowattstunde Strom als Referenzwert dienen: 338 g CO2 – Äquivalente für das Jahr 2024.[23]

Zum Vergleich sind hier die Daten für ausgewählte Länder: Europa (280 g), EU (236 g), Frankreich ( 41 g – Kernkraftland), Schweden (35 g – Wasserkraftland), Dänemark (131 g – Windkraftland), Polen (612 g – Fossiles Land), China (555 g – Multimixland) jeweils pro kWh.[23]

Die EE – Träger sind natürlich grün, aber ihre technische Umwandlung in Strom und deren Einsatz im Stromnetz ist eben nicht grün. EE können immer nur Teil eines Energiesystems sein, das durch grundlastfähige Elemente unterstützt wird. Wenn man aus ideologischen Gründen Kernkraft ausschließt, und aus topologischen Gründen nicht genügend Wasserkraft zur Verfügung hat, dann bleiben nur CO2 – lastige Alternativen übrig.

Die Energiewende stößt hier auf physikalische und letztendlich ökonomische Grenzen. Die Akzeptanz von Grenzen ist Voraussetzung, um einen neuen Pfad der Anpassung an bessere Strategien zu beschreiten. Andere Länder machen es besser als Deutschland.

Zusammenfassung

Die Stromerzeugung aus allen EE – Quellen zusammengefasst stagniert seit 2023.

Deutscher Strom ist trotz aller Investitionen weniger grün im internationalen Vergleich als der Strom im EU – Durchschnitt.

Wind ist die wichtigste EE – Quelle im deutschen Strommix. Windstrom deckt etwa ~ 1/3 der jährlichen, öffentlichen Nettostromerzeugung und etwa ~ 1/20 des jährlichen Primärenergiebedarfs. Der wichtigste EE – Träger erzeugt seit 2023 weniger Strom trotz erheblichen Zubaus neuer Kapazitäten: 8,4 GW mehr installierter Leistung lieferten 7,8 TWh weniger Strom!

Zur Erreichung der nationalen Klimaziele muss der Primärenergiebedarf weiter gesenkt werden. Damit degeneriert eine gut gemeinte Vision zu einer schlecht durchgeführten Planwirtschaft mit immer deutlicher zu Tage tretenden wirtschaftlichen Konsequenzen.

Die Konsequenz aus der Abschaltung der Kernkraft schlägt sich deutlich in den Stromdaten nieder, nämlich einer Stromlücke, die:

  • nicht durch EE geschlossen werden kann
  • nicht durch fossile Brennstoffen gedeckt werden soll
  • nicht durch das Wiederanschalten von Kernkraftwerken gedeckt werden darf
  • durch Stromimporte aus dem Ausland gedeckt werden muss

Schlussbemerkungen

Die De-Industrialisierung Deutschlands ist unzweifelhaft im Gange und zum größten Teil eine direkte Folge der fehlgeleiteten deutschen Energiepolitik. Sie stellt faktisch einen Export von CO2 – Emissionen ins Ausland dar.

Wer sind die Nutznießer dieser Energiepolitik? Wo bleibt der gemeinschaftliche Nutzen? Visionen sind immer auf die Unendlichkeit gerichtet. Visionen sollen Menschen inspirieren. Viele Länder verfolgen dieselbe Vision wie Deutschland, aber alle wählen einen anderen Weg.

Planwirtschaft suggeriert Endlichkeit und die hat bisher immer in den Untergang geführt. Was wäre erreicht, falls Deutschland seine Klimaziele erreichen sollte? Klimapolitik ist doch globale Politik.

Die Energiewende ist eine Folge von Wahlen, die man getroffen hat. Durch Wahlen hat man willkürliche Ziele und Grenzen definiert. Man kann sie jederzeit neu bewerten und neu wählen, um den Kurs zu ändern. „Wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen“ (Helmut Schmidt), aber man fährt mit ihnen trotzdem besser, als mit Planzielen. Die Wende im Sonderweg der Energiewende wird irgendwann kommen, nämlich wenn die Ressourcen, z. B. Geld, knapp werden. Wer jedoch krampfhaft an Planzielen und Ideologien festhält, für den gilt folgendes Zitat des Forstwissenschaftlers Andreas Schulte: „When ideology is master, you reach disaster faster.“ Ideologie und Realität sind zwei verschiedene Welten. Wann bemerkt der ‚Frosch‘ in welcher Welt er gerade ist?

Abkürzungen

EE = Erneuerbare Energien (Energie lässt sich nicht erneuern, Energie kann nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden z. B. kinetische Energie (Wind) und elektromagnetische Strahlung  (Sonnenlicht) lassen sich umwandeln in Strom)

LNG = Liquified Natural Gas

TWh = Terawattstunde

PJ = Petajoule

Umrechnung: 1 TWh = 3,6 PJ 

Quellenangaben

[1] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/XYZ/zwischenbericht-roadmap-energieeffizienz.pdf?__blob=publicationFile&v=2

[2] https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20220701IPR34365/taxonomie-keine-einwande-gegen-einstufung-von-gas-und-atomkraft-als-nachhaltig

[3] https://table.media/ceo/ceotalk/eon-chef-zur-energiewende-wir-erreichen-zu-wenig-mit-zu-viel-geld

[4] https://ag-energiebilanzen.de/energieverbrauch-wird-2025-stagnieren/

[5] https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/energiesparen/energieverbrauch-energieeffizienz-in-deutschland-in

[6] https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2023/nettostromerzeugung-in-deutschland-2022-wind-und-photovoltaik-haben-deutlich-zugelegt.html

[7] https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2024/oeffentliche-stromerzeugung-2023-erneuerbare-energien-decken-erstmals-grossteil-des-stromverbrauchs.html

[8] https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2025/oeffentliche-stromerzeugung-2024-deutscher-strommix-so-sauber-wie-nie.html

[9] https://www.ise.fraunhofer.de/de/presse-und-medien/presseinformationen/2026/oeffentliche-stromerzeugung-2025-wind-und-solar-erstmals-als-doppelspitze.html

[10] https://www.umweltbundesamt.de/bild/primaerenergieverbrauch

[11] K. Tägder: Relative Abnahme des Ökostroms trotz zunehmenden Anlagen-Ausbaus: http://www.ageu-die-realisten.com/archives/8636/

[12] https://www.merkur.de/wirtschaft/energiewende-paradox-erklaert-mehr-windkraft-erzeugt-nicht-mehr-strom-prof-kobe-im-interview-zr-94082975.html

[13] https://www.vdi-nachrichten.com/technik/energie/wind-auch-offshore-beeinflussen-windparks-klima-und-umwelt/

[14] https://www.rwe.com/presse/interviews/wir-koennten-bei-der-energiewende-richtig-viel-geld-einsparen/

[15] https://www.umweltbundesamt.de/themen/ausbau-der-windenergie-an-land-2-prozent-ziel

[16] J. Schulz: Industrie, Natur und Kultur im Spannungsfeld der Energiewende: https://www.ageu-die-realisten.com/archives/8577/

[17] https://www.welt.de/wirtschaft/article6957e69824b6e14cd223696a/kohleverstromung-faellt-auf-niedrigsten-wert-seit-1956-erneuerbare-erzielen-rekord.html

[18] https://www.dw.com/de/energiewende-in-deutschland-mit-kolumbiens-schmutziger-kohle/a-67564962

[19] https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Energie/Verwendung/Tabellen/einfuhr-steinkohle-zeitreihe.html

[20] https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/interview-immer-mehr-kohle-aus-kolumbien-anwohnerinnen-kaempfen-gegen-neues-abbaugebiet/

[21] https://www.research.howarthlab.org/publications/Howarth_LNG_assessment_preprint_archived_2023-1103.pdf

[22] https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/greenhouse-gas-emission-intensity-of-1

[23] https://ourworldindata.org/grapher/carbon-intensity-electricity