EEG-Novelle 2026/2027: Die Richtung stimmt

„Die Energiewende ist eine Erfolgsgeschichte“ heißt es in der Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) [1] zur Ankündigung der EEG-Novelle. Sicher gilt dies wohl für jene, die daran nicht unerheblich Geld verdient haben. Jene, die dafür berappt wurden und noch werden, beklagen zurecht die Strompreishöhe. Vielmehr wird das vermeintliche oder drohende Scheitern der Energiewende seit Jahren von verschiedenen Institutionen, Ökonomen, Politikern und Wirtschaftsverbänden beklagt, unter anderem vom Bundesrechnungshof, von der Energieökonomin Veronika Grimm [2] und von der Internationalen Politik [3]. Selbst die jetzige Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hat im Herbst 2025 die Energiewende öffentlich als „gescheitert“ bezeichnet.

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Ideologische Ausrichtung der EU und ihre Folgen. Interview mit S. Furfari

Professor Samuel Furfari*) wurde von der französischen  Association des climato-réalistes [1] unter anderem zum REPowerEU-Plan befragt, mit dem die Europäische Union die rasche Reduzierung der Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen verfolgt. Er sparte nicht mit deutlicher Kritik an der EU und an Deutschland. Folgend Auszüge aus dem Interview [1]:

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Studie zur Windenergie auf See

Die Bundesregierung hat am 3. September 2026 einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen [1], um den Ausbau der Windkraft auf See kostengünstiger, effizienter und rechtssicherer zu gestalten. Die Ausbauziele sind:

  • Bis 2030: Mindestens 30 GW installierte Leistung (vorher 20 GW)
  • Bis 2035: Mindestens 40 GW Leistung
  • Bis 2045: Mindestens 70 GW Leistung.

Lassen sich die Vorgaben der Bundesregierung erfüllen?

Guido S. Vallana und Thomas Linnemann berichten in ihrer dritten VGB-Studie über Status quo, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der „Offshore-Windenergienutzung in Deutschland“ [2].

Für den schnellen Überblick über ihre Studie definierten sie diese Kernbotschaften:

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Effekt der CO2-Reduzierung und wirtschaftliche Folgen

Deutschland strebt zum Schutz des Klimas weiterhin bis 2045 die Klimaneutralität an. Die Energieträger Kohle und Gas sollen zur CO2 Vermeidung bis zu diesem Zieldatum weitestgehend durch Elektrizität ersetzt werden.

CO2 ist in der Atmosphäre global verteilt. Wenn eine Tonne CO2 in Deutschland vermieden wird, in China, Indien oder Indonesien aber weiterhin beträchtlich CO2 emittiert wird, ist der unterstellte Klimaeffekt nahezu null. Asien ist der entscheidende Schauplatz: Die IEA erwartet, dass China, Indien und andere Schwellenländer den größten Teil des zusätzlichen Strombedarfs tragen. Gleichzeitig werden dort sowohl erneuerbare Energien als auch fossile Kraftwerke ausgebaut.

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Herausforderungen für Strom-Versorgung und -Stabilität

Der in unserem Bericht „Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker“ erwähnte Evaluierungsbericht der Bundesregierung lässt auf sich warten. Der Bericht soll einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung liefern. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sowie die Dachverbände warnen regelmäßig vor enormen Herausforderungen für die Netzstabilität [1].

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Die Dekarbonisierung der EU stellt eine Sicherheitsbedrohung für den Westen dar

Die Energiesicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für nationale und militärische Sicherheit. Wie Samuel Furfari *) darlegt kann Europa seine strategische und militärische Souveränität nur sichern, wenn es Klimaziele mit den realen Anforderungen an Energieverfügbarkeit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Verteidigungsfähigkeit in Einklang bringt. Energiesicherheit sollte deshalb nicht ausschließlich als Umwelt- oder Wirtschaftsfrage betrachtet werden, sondern als integralen Bestandteil der nationalen und europäischen Sicherheitspolitik.

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Kosten der Energiewende allein durch den Netzausbau

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit auf Seiten der Wind- und Solarstrom-Befürworter mit der preiswertesten Stromerzeugung argumentiert und die Nutzung der Kernenergie zugleich als die teuerste Stromerzeugung diffamiert wird. Allein die Kosten des für die Ökostromerzeugung zwingend notwendigen Ausbaus der Stromnetze macht deren falsche Einschätzung deutlich.

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Die klimapolitische Falle: Warum Misserfolge so oft dazu führen, dass alles beim Alten bleibt

Gruppenidentität, sozialer Status und ein von Qualifikationen dominiertes politisches Establishment machen die Klimadiskussion zunehmend immun gegen enttäuschende Ergebnisse, argumentiert Evert Doornhof von Clintel*). Das Ergebnis ist eine klimapolitische Falle, in der Misserfolge nicht zu einem Umdenken führen, sondern zu noch mehr Klimapolitik.

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Finnland: Sicherheit des Endlagers für hochaktiven Abfall bestätigt

Tunnel des Tiefenlagers Onkalo in Finnland. Aufnahme: chatgpt.com entnommen

Die Sicherheitsanforderungen für die Erteilung einer Betriebsgenehmigung für die Verpackungsanlage und das finnische Tiefenlager Onkalo für ausgediente Kernbrennstoffe sind erfüllt. Dies hat die finnische Behörde Stuk am 4. August 2026 nach einer umfassenden Sicherheitsbewertung bestätigt.

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Ökostrom-Bilanz im sonnenreichen Juli 2026

Der außergewöhnliche sonnenreiche Juli 2026 gibt einen Eindruck, welchen annähernd maximalen Strombeitrag die aktuell installierte Leistung der Solaranlagen von 125.452 MW lieferte, und zwar 4,14 TWh mit einem Anteil von 9 % an der Stromlast.

Der Windstrombeitrag der Meer- und Landanlagen zusammen betrug 7,82 TWh mit 17 % Anteil an der gesamten Stromlast von 46,0 TWh. Die installierte Leistung der Windenergieanlagen beträgt aktuell 81.149 MW.

Quelle: Darstellung von ChatGPT

Obige Grafik und Tabelle machen eines besonders deutlich: Ohne grundlastfähige Stromerzeuger ist eine gesicherte Stromversorgung nicht erreichbar. Braunkohle, Steinkohle (inkl. Importe), Erdgas, Laufwasser und Biomasse tragen deutlich über 50 % zur Stromerzeugung bei. Im Vergleich zur installierten Leistung der Erneuerbaren sind an gesicherter Grundlast (nur) rund 60.000 MW erforderlich.

Quelle:

ChatGPT verwendete bei öffentlicher Nettostromerzeugung bzw. die Stromlast in Deutschland Angaben aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE. Die Daten basieren u. a. auf ENTSO-E, AGEE-Stat, Destatis und der AG Energiebilanzen.