Globale Reichweite des Kernbrennstoffs Uran

Nach Angaben von OECD-NEA [1] hat die Dynamik des Kernenergieausbaues global deutlich zugenommen. Viele Länder verlängern die Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke, planen neue Großreaktoren oder investieren in die Entwicklung kleiner modularer Reaktoren (SMR). Laufzeitverlängerungen gelten als eine der kostengünstigsten und schnellsten Möglichkeiten, kohlenstoffarmen Strom bereitzustellen und gleichzeitig Zeit für den Bau neuer Anlagen zu gewinnen. Mit ein Grund für die Dynamik ist der wachsende Strombedarf durch Elektrifizierung, Digitalisierung und den Aufbau neuer Industrie.

Die OECD-NEA macht daher deutlich, dass der Neubau großer Kernkraftwerke weiterhin unverzichtbar bleibt. Ergänzend könnten SMR in Zukunft zusätzlich Einsatzmöglichkeiten eröffnen und den Ausbau beschleunigen. Entscheidend sei jedoch, dass alle verfügbaren Technologien parallel entwickelt und eingesetzt werden, um den steigenden Strombedarf zuverlässig decken zu können.

Im Hinblick auf den zunehmenden Kernkraftwerksbedarf stellt sich die Frage nach der Verfügbarkeit des Urans und inwieweit politische Unwägbarkeiten die Transportwege gefährden.

Weiterlesen

Schiefergas: Deutsches Vorkommen würde zur energiepolitischen Resilienz beitragen

Seit 2017 besteht in Deutschland ein weitgehendes Verbot des unkonventionellen Frackings, also des aufbrechen von dichten Tongestein- und Schieferformation zur Erschließung bislang unzugänglicher Gasvorkommen. Konventionelles Fracking in klassischen Sandsteinlagerstätten ist davon ausgenommen und wird hierzulande praktiziert. Das Verbot des unkonventionellen Verfahrens wurde mit diffusen Ängsten vor Grundwasserverunreinigung und Erdbeben begründet.

Eine von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Auftrag gegebene Studie [1] des Geowissenschaftlers Hans-Joachim Kümpel legt nüchterne und wissenschaftsbasierte Neubewertung nahe

  • Langfristig könnten rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr gefördert werden
  • Studie sieht Potenzial zur Verringerung von Importabhängigkeit und Energiepreisdruck (≈ ein Viertel des heutigen deutschen Gasbedarfs)
  • Bis zu 18 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente könnten jährlich vermieden werden

Weiterlesen

Wie sicher sind Offshore-Windparks im Sinne der Versorgungssicherheit

Die Offshore-Windenergie in der Nord- und Ostsee ist Teil der kritischen Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesregierung hat das Ziel vorgegeben, die Windenergie Offshore bis zum Jahr 2045 auf 70 GW auszubauen. Diese Zielsetzung soll u.a. die Versorgungsunabhängigkeit von russischen Rohstofflieferungen ermöglichen. Diese Funktion macht Offshore-Windparks zu einem wesentlichen Baustein der deutschen Stromversorgung. Ihr plötzlicher durch Sabotage oder äußere Einwirkungen ausgelöster Ausfall hätte gravierendste Auswirkung auf die Stabilität des Netzes.

Ein zufriedenstellender Schutz vor Sabotage und Cyberangriffe kann allerdings nicht ausschließlich durch die Betreiber geleistet werden. Nach dem Grundgesetz (Art. 89, Abs. 2, Satz 2, GG) steht hier vor allem der Staat in der Pflicht.

Weiterlesen

Ernüchternde Bilanz im Kampf gegen die Erderwärmung

Spät aber nicht zu spät diese Meldung über den vom Expertenrat für Klimafragen (ERK) im Mai vorgelegten Bericht [1] über die Bilanz der deutschen Klimapolitik der letzten Jahre. Im Aufmacher der Welt vom 20.05.2026 [2] heißt es: „Die Bundesregierung wird die selbst gesteckten Klimaziele allesamt verfehlen: Mit dieser Feststellung kassiert der unabhängige Expertenrat die optimistischeren Prognosen der Politik. Trotz massiver Subventionen geht der Ausbau von Wind- und Solarkraft offenbar am Notwendigen vorbei.“

Weiterlesen

Gebäudemodernisierungsgesetz: Was bringt es Neues, was blieb?

Die ursprüngliche Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) der Ampelregierung aus dem Jahr 2023 – umgangssprachlich „Heizungsgesetz“ – wurde durch die neue Bundesregierung grundlegend überarbeitet. Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen.

Der Bundesrat hatte zuvor am 12. Juni 2026 trotz Kritik aus einigen Ländern den Gesetzentwurf ohne entscheidende Änderungen bestätigt.

Weiterlesen

Hitzewelle in Mitteleuropa nichts Ungewöhnliches

Die Hitze in Deutschland und dramatische Schlagzeilen gibt es schon seit Generationen, zum Beispiel in der Bildzeitung:

  • 1957    56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen
  • 1975    40 Grad Hitze. Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich
  • 1983    Rekordhitze! Über 40 Grad –  Deutschland schwitzt
  • 2003    Jahrhundertsommer! Europa glüht –  40 Grad und mehr
  • 2019    Über 40 Grad! Deutschland schwitzt – tausende sterben während Hitzewellen

Die derzeitige Hitze in Teilen Mitteleuropas ist in erster Linie durch eine beständige großräumige Wetterlage zu erklären. Eine wichtige Rolle spielt dabei tatsächlich der sogenannte Omega-Block. Allerdings ist er nicht die eigentliche Ursache der hohen Temperaturen, sondern der Mechanismus, der sie über längere Zeit aufrechterhält.

Weiterlesen

Deutschlands CO2-Emissionen im Vergleich mit anderen Staaten

Eine Grafische Darstellung, die aussagekräftiger ist als tausend Worte. Die Daten beruhen auf Angaben in der neuesten Veröffentlichung des Energy Institute vom 30. Juni 2026, dem „75th Statistical Review of World Energy“, bis einschließlich des Jahres 2025.

Der deutsche Anteil an den Weltweiten CO2-Emissionen ist im Jahr 2025 auf 1,39 % gesunken.

Unabhängig von der Frage, ob das vom Menschen erzeugte CO2 überhaupt einen bedeutsamen Einfluss auf die Klima-Entwicklung hat, trägt die deutsche Reduktion des CO2 im Rahmen der Netto-Null-Politik im internationalen Vergleich so gut wie nichts bei. An anderer Stelle unserer Berichte wurde bereits darauf hingewiesen, dass allein der zunehmende Bedarf an Kohle in asiatischen Ländern die Milliarden teuren deutschen CO2-Einsparungen vollständig ausgleicht.

„Einmal habe ich als Europaabgeordnete strenge Klimaziele gefordert, aber ich habe meine Meinung geändert: Hier ist der Grund“

Dr. Eija-Ritta Korhola

Dr. Eija-Riitta Korhola war von 1999 bis 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie war Vorsitzende des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments und nahm in dieser Funktion an den meisten COPs teil. Außerdem war sie Mitglied der Hartwell-Gruppe.

Als ich vor etwa einem Vierteljahrhundert in die Politik einstieg, war der vom Menschen verursachte Klimawandel mein Hauptgrund für meine Kandidatur bei den Europawahlen 1999, und damals betrachtete ich ihn als die größte Bedrohung für die Menschheit. Ich begann meine Reise im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments als aktiver Klimagesetzgeber und nahm als Mitglied der parlamentarischen Delegation an den meisten UN-Klima-COP-Sitzungen (Conference of the Parties) teil. Außerdem war ich 2007 Mitglied eines temporären Klimawandel-Ausschusses, der darauf abzielte, alle möglichen klima- und energiebezogenen Themen zu beeinflussen.

Weiterlesen

Appell an Bund und Länder zum nuklearen Kompetenzerhalt

Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie verfolgt die Bundesregierung zugleich keine Programme zur Forschung und Entwicklung fortgeschrittener Kernkraftwerke. Auch gibt es kein Förderprogramm zum Bau oder zur Einführung kommerzieller Smal Modular Reactors (SMR) in Deutschland, obwohl im Koalitionsvertrag der derzeitigen Regierung der SMR erwähnt wurde. Staatliche Unterstützung beschränkt sich auf nukleare Sicherheits- und Entsorgungsfragen.

Dies führt zwangsläufig mittelfristig zu einem Verlust an Kerntechnik-Ingenieuren und Physikern und von Erfahrungswissen, dass sich nicht allein aus Lehrbüchern vermitteln lässt. Auch an vielen deutschen Hochschulen hat der Ausstieg bereits zu Veränderungen geführt. So wurden teilweise Lehrstühle für Kerntechnik nicht wiederbesetzt, Studienangebote reduziert oder eingestellt.

Weiterlesen

Die Dämonisierung des Kohlenstoffdioxids (CO2)

Das folgende Kapitel aus dem Buch Canary in a Climate World: Climate Realism vs. the Net Zero Myth, verfasst vom Princeton-Physiker Professor William Happer*), ist einer von vielen zum Nachdenken anregenden Beiträgen, die sich mit Klimawissenschaft, Energiepolitik, Netto-Null und der breiteren Klimadebatte auseinandersetzen.

„Viele Menschen mit unzureichendem wissenschaftlichem Wissen sind überzeugt, dass der Planet Erde durch die globale Erwärmung durch Menschen in Lebensgefahr ist. Wenn der Planet Erde wirklich in großer Gefahr durch Menschen wäre, wäre jede Möglichkeit, ihn zu schützen, gerechtfertigt.

Weiterlesen