EU warnt vor vorzeitiger Schließung von Kernkraftwerken

Die EU hat die Mitgliedsländer vor der vorzeitigen Schließung von Kernkraftwerken gewarnt, während sie Maßnahmen vorstellte, die darauf abzielen, die Auswirkungen einer durch den Konflikt im Iran verursachten Energiekrise zu mildern und die langfristige Abhängigkeit des Wirtschaftsblocks von fossilen Brennstoffen zu verringern [1][2].

Die Europäische Kommission erklärte in einer Mitteilung mit dem Titel „Bezahlbare und sichere Energie durch beschleunigtes Handeln“ [2], dass die Folgen des Krieges im Nahen Osten und der Schließung der Straße von Hormus erneut die Abhängigkeit Europas von importierten fossilen Brennstoffen zeigen.

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ENDLICH: Schluss mit der Selbsttäuschung in der Energiepolitik

Wenn man vor dem Abgrund steht, ist jeder Schritt zurück ein Fortschritt.

„Wow, ein unglaublicher Artikel“, mit diesen Worten kommentierte Simon Wakter der politische Berater des schwedischen Energieministers auf X den folgenden in der FAZ [1] erschienenen Gastbeitrag der Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. Ihr Artikel, so war zu lesen, sei wie eine Bombe bei Europas Energiekommentatoren eingeschlagen.

Deutschland deckt erst ein Fünftel seines Energieverbrauchs mit Erneuerbaren. Die Industrie leidet unter gestiegenen Preisen. Jetzt ist Zeit für ernsthafte Energiepolitik, schreibt die Bundeswirtschaftsministerin – und erläutert ihre Strategie.

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Kleine Reaktoren (SMR) auf dem Vormarsch. Kanzler hält Rückkehr der Kernenergie für irreversibel

Zwölf der 27 EU-Mitgliedsstaaten verfolgen einen Energiemix unter Einschluss der Kernkraft und gehen in Sachen SMR voran. Nicht so Deutschland. Der Bundeskanzler bekundete zwar, dass er rückblickend den Ausstieg aus der Kernenergie für einen Fehler hält, hält andererseits aber die Rückkehr zur Kernenergie für „irreversibel“ und argumentiert, es gäbe in Deutschland dazu keinen gesellschaftlichen Konsens. Dann muss die Regierung für diesen Konsens mit Entschlossenheit sorgen! Nur diese Haltung überzeugt.

Dazu goss der Fraktionschef der Unionsfraktion im Bundestag Öl in die nur noch glimmende Asche des Ausstiegs. Am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion sagte er vor Journalistinnen und Journalisten in Berlin [2], er könne sich vorstellen, deutsche Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen. Man solle dies miteinander prüfen. Er verwies auf Studien, wonach die stillgelegten Reaktoren der vergangenen Jahre „mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten“. Man müsse diese Debatte gesellschaftlich führen. In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen.

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Die Energiewende ist noch teurer, als Sie glauben

Angesichts dessen, was und wie gegenwärtig wieder zu Energiefragen und Energiekosten diskutiert wird, ist es wohl erneut notwendig, mehr Redlichkeit und Rationalität anzumahnen.

Der Vorstoß von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Kosten und Risiken der Energiewende zu reduzieren und gleichzeitig deren Effizienz zu verbessern, sollte eigentlich zumindest im Grundsatz von allen unterstützt werden, denen etwas am Wirtschaftsstandort Deutschland liegt.

Erstaunlicherweise wird die Debatte aber wieder von – man muss wohl sagen – „bekannten Seilschaften“ aus Politik, Medien und Instituten dominiert, die die Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums mit seltsamen/unredlichen Argumenten angreifen. Denen ist anscheinend die Pflege ihrer Illusionen trotz der inzwischen vorliegenden Erfahrungen immer noch wichtiger als Wirtschaftlichkeit. Dazu schrieb Ulrich Waas*) den folgenden Artikel,  der am 15.4. im Magazin Cicero erschienen ist.

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Nun prüft auch Norwegen den Kernenergie-Einsatz

Norwegen hatte nie kommerziell betriebene Kernkraftwerke. Interessanterweise konzentrierte sich das Land auf nukleare Forschung (Halden), Silllegung alter Reaktoren und seit ein paar Jahren auf die Prüfung zukünftiger Small Modular Reactors (SMR)-Technologien. Es betrieb allerdings zwei Forschungsreaktoren zur Herstellung medizinischer Radioisotope und zu Forschungszwecken. Eine zentrale Zwischen- und Endlagerstätte für schwach- und mittelradioaktive Abfälle wird in Himdalen betrieben. Norwegen betreibt ein weitreichendes Überwachungssystem für radioaktive Strahlung, besonders im Hinblick auf russische Aktivitäten in der Arktis.

Bislang sah Norwegen keinen Bedarf für die nukleare Stromerzeugung. Es war gewissermaßen mit Wasserkraft gesegnet, die etwa 88 % der Stromerzeugungskapazität Norwegens ausmacht. Den Rest mit 11 % liefern Windparks.

Aufgrund der gestiegenen Akzeptanz in der Bevölkerung prüft die Regierung den Einstieg in die Kernenergie. Im Fokus stehen SMR, insbesondere ein geplantes Projekt von Norsk Kjernekraft in Aure und Heim [1].

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Ursachenbericht über Blackout in Spanien und Portugal

Vor etwa einem Jahr, am 28. April 2025 um 12:32 Uhr, legte ein Blackout das gesellschaftliche Leben in ganz Spanien und Portugal lahm. Nach fast einem Jahr belegt nun der ICS Investigation Expert Panel Final Report „Grid Incident in Spain and Portugal on 28 April 2025“ [1] als Ursache eine gefährliche Kombination aus starken Spannungsschwankungen, hoher Solar-Einspeisung und fehlender stabilisierender Kraftwerksleistung.

Nach den Ausführungen von Manfred Haferburg [2] über die „überwältigende Detailfülle“ des Berichtes war ein zentraler Punkt die zu geringe Netzträgheit, die durch rotierende Massen der Großgeneratoren und Dampfturbinen bereitgestellt wird. Stromsysteme mit hohem Anteil wetterabhängiger Einspeisung verfügen nicht darüber und versuchen, die Drehzahl durch sensible Elektronik zu regeln. Aber nur echte rotierende Massen stabilisieren Frequenz und Spannung eines Stromnetzes in kritischen Momenten.

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Kohle ist vorerst nicht zu ersetzen

Kohle, Öl und Erdgas waren und sind das Herz der industriellen Entwicklung. Ihnen verdanken wir unseren Lebensstandard. Seit Bestehen der – bis zum heutigen Tage unbewiesenen- Hypothese, dass das vom Menschen durch Verbrennung der Kohle erzeugte CO2 zur Erderwärmung beiträgt, wird Kohle wie ein Relikt behandelt. Ein Relikt, das durch die Energiewende möglichst schnell aus der Welt zu schaffen ist. Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 OC ist das erklärte Ziel seit der Weltklimakonferenz Paris 2015. Asiatische Staaten und die USA halten sich nicht daran. Gesicherte Energieversorgung hat bei ihnen Vorrang. Global steigt die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre stetig an. Die von der UN geforderten CO2-Einsparungen sind derzeit und in den nächsten Dekaden in Sinne des Klimaschutzes global deutungslos.

Für Lars Schernikau, ein Energieökonom, Unternehmer, Rohstoffhändler und Buchautor, ist der natürliche Energieträger noch lange unverzichtbar:

„Der weltweite Kohleverbrauch ist definitiv nicht zurückgegangen, ganz im Gegenteil, er ist nur von etwa 6 Milliarden Tonnen im Jahr 2008 (als ich mein erstes Buch über Kohle „The Renaissance of Steam Coal“ schrieb) auf heute etwa 9 Milliarden Tonnen gestiegen. Ganz zu schweigen vom Kohlehandel per Schiffsversand, der sich fast verdoppelte! Die Frage ist also nicht, ob Kohle verschwindet, wie uns gesagt wurde, sondern ob wir auf diesen nützlichen schwarzen Stein überhaupt verzichten können. Unsere materielle Welt wird von ihm angetrieben.

Nur zu gern wollen wir in einer „sauberen“ digitalen Welt mit all unseren Geräten, Apps, KI und Cloud-Speicher leben, aber unsere physische Welt ist nicht verschwunden und sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden.

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Globale Temperaturabnahme kommt momentan zum Stillstand

Globale Temperatur in der unteren Atmosphäre Im März 2026. Quelle: Spencer [1]

Die seit Ende 2024 abnehmende Temperatur ist seit drei Monaten zu einem Stillstand gekommen. Sie liegt mit nunmehr 0,38 0C über dem langjährigen Mittel. Satelliten tragen Instrumente, die die natürlichen Mikrowellen-thermischen Emissionen von Sauerstoff in der Atmosphäre messen. Die Intensität der Signale, die diese Mikrowellenradiometer bei unterschiedlichen Mikrowellenfrequenzen messen, ist direkt proportional zur Temperatur verschiedener, tiefer Atmosphärenschichten.

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Mythos von preisgünstiger erneuerbarer Energie

Die oft genannten EEG-Kosten sind nur die Spitze des Eisbergs. Quelle: [1]

Nach Ansicht des Fraunhofer-Instituts für Solare Systeme aus 2024 sind die Stromgestehungskosten von Photovoltaik- und Windenergieanlagen die günstigsten in Deutschland. Und warum hat Deutschland mit die höchsten Strompreise in Europa?

Der Beginn der Energiewende lässt sich mit dem Umlegen eines Schalters vergleichen. Von jetzt auf gleich. Die Energiewende wurde vollzogen ohne Eignungs-, Machbarkeits-, Zuverlässigkeits-, Kosten- und Umweltverträglichkeitsprüfung im Hinblick auf die Prosperität der deutschen Wirtschaft und den Erhalt der Lebensqualität der Bürger, was Grundvoraussetzung vorausgehenden verantwortlichen politischen Handelns gewesen wäre.

Als Reaktion auf Risiken und unvorhergesehenen Auswirkungen wissenschaftlich-technischen Fortschritts wurde zu Beginn der 90er Jahre als zentrales Instrument der Politikberatung die Technikfolgenabschätzung mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Folgen technischer Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Handlungsoptionen für Entscheidungsträger aufzuzeigen.

Dieses Instrument wandte die Politik leider nicht auf ihr eigenes Vorgehen an. Sie hätte sonst erkennen müssen, dass neben den unmittelbaren durchaus günstigen Erzeugungskosten, die Kosten der Stromverteilung und Stromspeicherung entscheidende Kostentreiber sind.

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Deutschlands Atomausstieg ist kein Naturgesetz

Am 21. März 2026 ist in der Berliner Zeitung ein Gastbeitrag der KernD-Geschäftsführerin Nicole Koch erschienen. Vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Entwicklungen in Europa plädiert sie darin für eine offene, sachliche Neubewertung der Kernenergie in Deutschland.

Warum Europa Kernenergie neu entdeckt – und auch wir den Mut zur Debatte wiederfinden müssen.

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