Das CO2 hat sich als hauptverantwortliches Gas für den allmählichen Anstieg der Erdtemperatur derart in den politischen Köpfen festgesetzt, dass eine Korrektur dieser Ansicht als aussichtlos erscheint. Ohne vorausgehende Planung, Machbarkeitsstudien und Kostenkalkulationen wurde der Umstieg auf erneuerbare Energien, der Ausstieg aus der Kernenergie und bald auch aus der Kohle, die Verringerung der CO2-Emissionen hin zu Netto-Null, die generelle Umstellung fossiler Energien auf Elektrizität und der Ausbau der Elektromobilität zu einem scheinbar unumstößlichen politischen Ziel.
Studie zur Windenergie auf See
Die Bundesregierung hat am 3. September 2026 einen Gesetzentwurf zur Novellierung des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen [1], um den Ausbau der Windkraft auf See kostengünstiger, effizienter und rechtssicherer zu gestalten. Die Ausbauziele sind:
- Bis 2030: Mindestens 30 GW installierte Leistung (vorher 20 GW)
- Bis 2035: Mindestens 40 GW Leistung
- Bis 2045: Mindestens 70 GW Leistung.
Lassen sich die Vorgaben der Bundesregierung erfüllen?
Guido S. Vallana und Thomas Linnemann berichten in ihrer dritten VGB-Studie über Status quo, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der „Offshore-Windenergienutzung in Deutschland“ [2].
Für den schnellen Überblick über ihre Studie definierten sie diese Kernbotschaften:
Kohle dominiert Chinas Energiezukunft

Primärenergie-Anteile der chinesischen Energieversorgung. Quelle: https://lowcarbonpower.org/region/People’s_Republic_of_China
Sind wir uns der rasanten Entwicklung allein auf den Gebieten Energie und künstliche Intelligenz in CHINA und dem daraus resultierenden internationalen Konkurrenzdruck wirklich gewusst? Die auf den Kerntechnik-Messen 1986 und 1988 in Peking (Beijing) geführten Gespräche mit chinesischen Fachleuten vermittelten unter anderem dem Autor dieser einleitenden Zeilen mit welchem ungeheuren Ehrgeiz die Nukleartechnik in ihrem Land vorangetrieben wurde. China holte sich die international führenden Kernkraft- und Kernbrennstoffkreislauf-Unternehmen „an Bord“, um von ihnen zu lernen und Techniken abzuzapfen. Chinas erster kommerziell genutzter Kernreaktor Qinshan Block-1 ging (erst) im Jahr 1991 in Betrieb. In kurzer Zeit folgten Eigenentwicklungen von Kernkraftwerken, die auf dem Weltmarkt angeboten werden. Der aktuelle Betrieb von 64 Kernkraftreaktoren und weiteren 37 im Bau befindlichen Reaktoren verdeutlichen die enorme Dynamik im Fall der chinesischen Nuklearentwicklung.
Effekt der CO2-Reduzierung und wirtschaftliche Folgen
Deutschland strebt zum Schutz des Klimas weiterhin bis 2045 die Klimaneutralität an. Die Energieträger Kohle und Gas sollen zur CO2 Vermeidung bis zu diesem Zieldatum weitestgehend durch Elektrizität ersetzt werden.
CO2 ist in der Atmosphäre global verteilt. Wenn eine Tonne CO2 in Deutschland vermieden wird, in China, Indien oder Indonesien aber weiterhin beträchtlich CO2 emittiert wird, ist der unterstellte Klimaeffekt nahezu null. Asien ist der entscheidende Schauplatz: Die IEA erwartet, dass China, Indien und andere Schwellenländer den größten Teil des zusätzlichen Strombedarfs tragen. Gleichzeitig werden dort sowohl erneuerbare Energien als auch fossile Kraftwerke ausgebaut.
Die Netto-Null-Politik birgt Risiken und nicht CO2
Diese Position vertritt die US-amerikanische „CO2-Coalition“. Jahrelang haben, nach Worten von Angela Wheeler*), die CO2-Koalition und unabhängige Wissenschaftler gewarnt, dass die fünfte US-amerikanische Nationale Klimabewertung (NCA5) [1] auf einem Sandfundament beruhe. Ihre dramatischen Katastrophenprognosen stützten sich stark auf den von den Vereinten Nationen geförderten Representative Concentration Pathway 8.5 (RCP8.5) und dessen Nachfolger SSP5-8.5 – beides extreme Vorhersagen von Kohlendioxidemissionen, die als realistisch betrachtet wurden [2].
Bereits 2017 stellten Wissenschaftler die weit hergeholten UN-Vorhersagen fest. Im August schlug die Trump-Regierung eine Änderung zu NCA5 vor, die anerkennt, dass die Emissionsprognosen unwahrscheinlich sind und die Bundespolitik nicht leiten dürfen. Dies sei eine willkommene Wiederherstellung der wissenschaftlichen Integrität.
Schweden: SMR auf der Zielgeraden

Quelle: StudsvikAG [1]
Nach einer wettbewerbsorientierten Bewertung hat das schwedische Nukleartechnologieunternehmen Studsvik AB [1] GE Vernova Hitachi Nuclear Energy und Samsung C&T als strategische Partner für ein geplantes vierteiliges BWRX-300-Projekt mit einer Gesamtleistung von etwa 1.200 MWe ausgewählt. Das Projekt ist entweder für Studsviks lizenziertes Kernkraftwerk in Nyköping oder Målma in Valdemarsvik geplant, und die erste Einheit soll Mitte der 2030er Jahre in Betrieb genommen werden.
Herausforderungen für Strom-Versorgung und -Stabilität
Der in unserem Bericht „Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker“ erwähnte Evaluierungsbericht der Bundesregierung lässt auf sich warten. Der Bericht soll einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung liefern. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sowie die Dachverbände warnen regelmäßig vor enormen Herausforderungen für die Netzstabilität [1].
Globale mittlere Temperatur im August 2026

Quelle: https://www.drroyspencer.com/latest-global-temperatures/
Gegenüber dem Vormonat Juli mit +0,48 0C stieg die über Nord- und Südhemisphäre sowie über Tropikgebiete gemittelte globale Temperatur der unteren Atmosphäre auf +0,68 0C an. Der globale Temperaturanstieg seit 1. Dez. 1978 beträgt +0,16 0C pro 10 Jahre.
Das Earth System Science Center der University of Alabama in Huntsville [1] gab dazu folgende Erklärung ab:
Dieser Anstieg von +0,2 °C wurde hauptsächlich durch eine starke Erwärmungsverschiebung auf der Südhalbkugel verursacht, insbesondere in den südlichen Extratropen, die sich nach einem kühleren als normalen Juli deutlich erholten. Der 47+-Jahres-Trend liegt derzeit bei +0,157 °C/Jahrzehnt, was auf +0,16 °C/Jahrzehnt aufgerundet ist. Wir schätzen den Fehlerbereich dieses Trends über 47+ Jahre auf ±0,03 °C/Jahrzehnt, was die dritte Dezimallage unbedeutend macht.
Die tropischen atmosphärischen Temperaturen blieben im August erhöht und stiegen leicht auf +0,9 °C über dem Normalwert an, verglichen mit +0,85 °C im Juli. Laut dem neuesten Update des Climate Prediction Center (CPC) der NOAA gilt weiterhin eine El Niño-Warnung. Überdurchschnittliche Meeresoberflächentemperaturen (SSTs) und atmosphärische Zirkulationsanomalien im zentralen und östlichen Äquatorialpazifik bestätigen, dass El Niño vorhanden ist und bis zum Jahresende voraussichtlich verstärkt wird. CPC erwartet, dass El Niño bis zum Frühling 2027 anhält. Darüber hinaus weist der CPC-Ausblick für die probabilistische Stärke derzeit eine 90%ige Wahrscheinlichkeit für einen sehr starken El Niño im Zeitraum November-Januar 2026/2027 auf (definiert durch einen Relative Oceanic Niño Index [RONI] von 2,0°C oder höher).
[1] https://www.nsstc.uah.edu/data/aosc/Global_Temperature_Report/2026_Reports/GTR_202608.pdf
Antarktik-Eisschmelze – Weniger als 1 cm in 30 Jahren

Eine neue Studie [1] berichtet, dass das Schmelzen des antarktischen Eisschilds (AIS) zwischen 1992 und 2020 insgesamt nur 0,74 cm zum Meeresspiegel hinzugefügt hat. Die Autoren halten diese Menge – +0,26 mm/Jahr Schmelzwasseräquivalent offenbar – für äußerst alarmierend.
Die Studie bewertet 203 Gletscher auf der AIS Western Peninsula und dokumentiert einen statistisch signifikanten Anstieg der Oberflächenmassenbilanz (SMB) seit 1980 sowie eine stabile bis leicht positive Gletscherhöhenänderung (+0,02 m pro Jahr) von 1989 bis 2020. Ein 40-jähriger positiver SMB-Trend deutet darauf hin, dass die Region mehr Wasser als Schnee und Eis an Land speichert, anstatt es ins Meer abzugeben.

[1] https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1029/2026GL122660