Am 19. Juni 2026 stellte Nukleria in einer Pressemitteilung den neuen Bericht »Wiederinbetriebnahme deutscher Kernkraftwerke – Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Ausblick« der Radiant Energy Group [1] der deutschen Öffentlichkeit vor. Der Bericht entstand unter maßgeblicher Mitwirkung deutscher kerntechnischer Fachleute aus dem Umfeld von Nuklearia. Als Co-Autor und technischer Redakteur wirkte der stellvertretende Vorsitzende Noah Jakob Rettberg an seiner Erstellung mit. Die Analyse liefert erstmals eine umfassende wirtschaftliche und technische Bewertung der Reaktivierungsoptionen deutscher Kernkraftwerke.
Eine realistische Berechnung der Stromerzeugungskosten aus Wind- und Solarenergie
Wind und Sonne wurden als preisgünstiger, vollwertiger Ersatz für grundlastfähige Kraftwerke verkauft, obwohl das technisch nie realistisch war. Gleichzeitig hat man die Kernkraft aufgegeben, die einzige CO2-arme Energiequelle mit hoher Energiedichte und verlässlicher Verfügbarkeit. Das Ergebnis ist sichtbar: Strompreise, die zu den höchsten der Welt gehören, eine schleichende Abwanderung energieintensiver Industrien, eine wachsende Abhängigkeit von Gas- und Stromimporten und eine sinkende energetische Resilienz.
Dr. Lars Schernikau hat auf seinem Blog [1] eine Kostenberechnung der Stromerzeugung eingestellt, die, und darauf kommt es kostenmäßig vor allem an, die Kosten der für den Ökostrom notwendigen Infrastruktur miteinschließt, was in öffentlichen Verlautbarungen zumeist unerwähnt bleibt.
Energiewende: Schrecken ohne Ende oder Ende mit Schrecken
Unter diesen Titel erläutert Dr. Manfred Haferburg, ehemaliger Betriebsleiter des Kernkraftwerkes Greifswald, in seinem Vortrag fachkundig und sehr anschaulich die bisherige Entwicklung der Energiewende, ihren bisherigen Folgen und Kosten und beschreibt eindrucksvoll , was wir in Deutschland zu erwarten haben, wenn die Energiewende wie geplant zu Ende geführt. Kernpunkt seiner Ausführungen ist die Kernenergie, in die er auch die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima mit Filmmaterial einschließt. 90 Minuten Aufklärung, die anzuhören und anzusehen sich lohnen:
https://www.ida-hd.de/energiewende-schrecken-ohne-ende-oder-ende-mit-schrecken/
Kernenergie: Offener Brief an Regierungsvertreterin und -vertreter
Am 25.06.2026 veröffentlichte Nukleria.de den vollständigen Wortlaut eines offenen Briefes einer Gruppe ehemaliger Leiter deutscher Kernkraftwerke und weiterer kerntechnischer Experten an Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn:
Das Ende der Klimakatastrophe und was jetzt folgen müsste
Am 7. April 2026 wurde eine bemerkenswerte Stellungnahme des „Scientific Steering Committee“ (SSC) des Weltklimaforschungsprogramms (WCRP) veröffentlicht. Dieses Gremium koordiniert Szenarien für globale Klimamodelle, berät den IPCC und setzt verbindliche Vorgaben für Forschungseinrichtungen zur Erstellung von Klimaprojektionen. Die Autoren fungieren also als führendes Steuerungsgremium der Klimamodellierung, wodurch der Artikel den Charakter einer verbindlichen technischen Richtlinie erhält. Inhalt des Papiers war die Aufgabe des Zukunftsszenarios „RCP 8.5“ als „unplausibel“ und seine Ersetzung durch ein weit harmloseres Szenario.
Dieses besonders bedrohliche Hochrechnungsszenario lag bislang unter anderem von der Bundesregierung bei deren Klima-Anpassungsstrategie zugrunde.
Hitzewelle in Mitteleuropa, Kühle in Nord- und Osteuropa
Seit Tagen herrscht in Mitteleuropa eine unerträgliche Hitzewelle. Die Temperaturen, die wir derzeit in Mitteleuropa erleben, sind aber nicht völlig beispiellos. Schon früher gab es außergewöhnliche Hitzesommer, insbesondere:
- den Sommer 1947
- den Sommer 1976
- den Sommer 2003
- die Jahre 2015, 2018, 2019 und 2022
Diese Jahre brachten in vielen Regionen Mitteleuropas ähnliche oder sogar lokal höhere Spitzenwerte als heute. Die Rekordtemperatur Deutschlands von 42,6 °C stammt beispielsweise aus dem Jahr 2019. Die aktuelle Hitzewelle bewegt sich also grundsätzlich in einem Bereich, der meteorologisch schon einmal erreicht wurde. Aber die Kombination aus sehr hohen Temperaturen, frühem Auftreten und der zunehmenden Häufigkeit solcher Ereignisse macht sie klimatologisch bemerkenswert.
Schweiz: Das Neubauverbot für KKW wurde aufgehoben
Das Schweizer Parlament hat am 18.06.2026 nach langen Debatten dem Vorschlag von Energieminister Rösti zugestimmt, das seit 2017 geltende Neubauverbot für KKW wieder aufzuheben. Umweltverbände sind empört und kündigten ein Referendum an, wenn dafür ausreichend Unterschriften gesammelt werden.
Ein Hintergrund für Rösti‘s Vorstoß und die erneute Debatte war u. a. die seit längerer Zeit laufende Volksinitiative Blackout stoppen [1] einiger Wirtschaftsverbände und bürgerlicher Parteien – darin geht es um die zukünftige Strom-Versorgungssicherheit der Schweiz und deren vermeintliche Gefährdung verbunden mit der Forderung, dass die Schweiz sich alle „klimafreundlichen Technologien“ offenhalten müsse.
Momentan beziehe die Schweiz rund 30 % ihres Stroms aus Kernenergie, so Bundesrat Rösti, der in der Debatte argumentiert, dass die Schweizer für die Stromversorgung der Zukunft zwischen klimaschädlichen Gaskraftwerken, unsicheren Stromimporten oder neuen Kernkraftwerken wählen müssten. Seit der letzten Abstimmung hätten sich zudem die Rahmenbedingungen geändert – durch die Energiekrise infolge des Ukraine-Krieges und einen steigenden Strombedarf der Schweiz. Den Bau neuer KKWs müsste man sich daher offenhalten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Für mögliche Standorte hatte der Energieminister auch schon eine Idee und erwähnte dabei die bestehenden KKW-Standorte Leibstadt und Beznau nahe der deutschen Grenze.
Zur Erinnerung: Am 27. 11. 2016 hatte das Schweizer Stimmvolk die Eidgenössische Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» (Atomausstiegsinitiative) der Grünen mit 54,2% Nein- gegen 45,8% Jastimmen deutlich abgelehnt. (siehe auch hier)
Initiative für die Kernenergie in Deutschland
Die Organisation WePlanet*) hat einen offenen Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, veröffentlicht. Darin wird angeregt, Kernenergie in den kommenden Langfristszenarien zur Energiewende im Rahmen einer technologieoffenen und ergebnisoffenen Modellierung zu berücksichtigen.
Wie es mit der Energiewende weitergeht, entscheidet nicht nur über das Erreichen der Klimaziele, sondern auch über Wohlstand, Zukunftsfähigkeit und letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. WePlanet will, dass diese Weichenstellung nicht entlang politischer Vorannahmen erfolgt, sondern auf Basis von Evidenz und Wissenschaft.
Eine Lanze für Ministerin Reiche – „Realisten sind keine Lobbyisten“
Unter diesem Titel erschien auf dem Blog von „Bremensogesehen“ [1] ein Gastkommentar des Bremer Mathematikers Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen, in dem er eine Lanze bricht für die vielfach gescholtene Bundeswirtschaftsministerin Katharine Reiche.
Gastkommentar:
„Die pauschale Verunglimpfung von Katherina Reiche als „Lobbyistin” greift zu kurz und verdrängt eine unangenehme Realität: Die deutsche Energiewende ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein ökonomisches und gesellschaftliches Problem geworden. Wer Fehlentwicklungen offen anspricht, wird heute schnell moralisch diskreditiert.
Das zentrale politische Versprechen der grünen Transformation lautete über viele Jahre: sinkende Strompreise, technologische Führung und ein neues „grünes Wirtschaftswunder”. Nichts davon ist eingetreten. Deutschland zählt heute zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen der industrialisierten Welt, energieintensive Industrien geraten unter Druck, und die erhoffte Wachstumsdynamik bleibt aus. Vieles erwies sich als politisches Wunschdenken. Ein auf fluktuierenden Quellen beruhendes Energiesystem erzeugt zwangsläufig enorme Zusatzkosten: Netzausbau, Speicher, Redispatch, Reservekraftwerke und Vorhaltung gesicherter Leistung.
Bedeutung der Wasserstoffversprödung für Gaskraftwerke
Wasserstoff ist mit großem Abstand das häufigste Element im Universum. Er kommt chemisch gebunden in praktisch allen organisch-chemischen Verbindungen vor. Wasserstoff ist als Baustoff für das Leben unersetzlich. Auch als Baustoff für unsere Industrie und Wirtschaft ist er ebenso unverzichtbar.
Nun aber sieht sich die Politik durch ihre Energiewende gezwungen, Wasserstoff für fast alles einzusetzen, was der Politik in den Sinn kommt. Für Mobilität im Verkehr, fürs Heizen in Wohnhäusern, als chemischer Speicher für überschüssige elektrische Energie. Das alles ist heute technisch möglich, es ist jedoch unbezahlbar. Seine chemischen und physikalischen Eigenschaften schlichtweg determinieren ‚was geht‘.