Die Energiewende ist noch teurer, als Sie glauben

Angesichts dessen, was und wie gegenwärtig wieder zu Energiefragen und Energiekosten diskutiert wird, ist es wohl erneut notwendig, mehr Redlichkeit und Rationalität anzumahnen.

Der Vorstoß von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Kosten und Risiken der Energiewende zu reduzieren und gleichzeitig deren Effizienz zu verbessern, sollte eigentlich zumindest im Grundsatz von allen unterstützt werden, denen etwas am Wirtschaftsstandort Deutschland liegt.

Erstaunlicherweise wird die Debatte aber wieder von – man muss wohl sagen – „bekannten Seilschaften“ aus Politik, Medien und Instituten dominiert, die die Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums mit seltsamen/unredlichen Argumenten angreifen. Denen ist anscheinend die Pflege ihrer Illusionen trotz der inzwischen vorliegenden Erfahrungen immer noch wichtiger als Wirtschaftlichkeit. Dazu schrieb Ulrich Waas*) den folgenden Artikel,  der am 15.4. im Magazin Cicero erschienen ist.

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Nun prüft auch Norwegen den Kernenergie-Einsatz

Norwegen hatte nie kommerziell betriebene Kernkraftwerke. Interessanterweise konzentrierte sich das Land auf nukleare Forschung (Halden), Silllegung alter Reaktoren und seit ein paar Jahren auf die Prüfung zukünftiger Small Modular Reactors (SMR)-Technologien. Es betrieb allerdings zwei Forschungsreaktoren zur Herstellung medizinischer Radioisotope und zu Forschungszwecken. Eine zentrale Zwischen- und Endlagerstätte für schwach- und mittelradioaktive Abfälle wird in Himdalen betrieben. Norwegen betreibt ein weitreichendes Überwachungssystem für radioaktive Strahlung, besonders im Hinblick auf russische Aktivitäten in der Arktis.

Bislang sah Norwegen keinen Bedarf für die nukleare Stromerzeugung. Es war gewissermaßen mit Wasserkraft gesegnet, die etwa 88 % der Stromerzeugungskapazität Norwegens ausmacht. Den Rest mit 11 % liefern Windparks.

Aufgrund der gestiegenen Akzeptanz in der Bevölkerung prüft die Regierung den Einstieg in die Kernenergie. Im Fokus stehen SMR, insbesondere ein geplantes Projekt von Norsk Kjernekraft in Aure und Heim [1].

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Ursachenbericht über Blackout in Spanien und Portugal

Vor etwa einem Jahr, am 28. April 2025 um 12:32 Uhr, legte ein Blackout das gesellschaftliche Leben in ganz Spanien und Portugal lahm. Nach fast einem Jahr belegt nun der ICS Investigation Expert Panel Final Report „Grid Incident in Spain and Portugal on 28 April 2025“ [1] als Ursache eine gefährliche Kombination aus starken Spannungsschwankungen, hoher Solar-Einspeisung und fehlender stabilisierender Kraftwerksleistung.

Nach den Ausführungen von Manfred Haferburg [2] über die „überwältigende Detailfülle“ des Berichtes war ein zentraler Punkt die zu geringe Netzträgheit, die durch rotierende Massen der Großgeneratoren und Dampfturbinen bereitgestellt wird. Stromsysteme mit hohem Anteil wetterabhängiger Einspeisung verfügen nicht darüber und versuchen, die Drehzahl durch sensible Elektronik zu regeln. Aber nur echte rotierende Massen stabilisieren Frequenz und Spannung eines Stromnetzes in kritischen Momenten.

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Kohle ist vorerst nicht zu ersetzen

Kohle, Öl und Erdgas waren und sind das Herz der industriellen Entwicklung. Ihnen verdanken wir unseren Lebensstandard. Seit Bestehen der – bis zum heutigen Tage unbewiesenen- Hypothese, dass das vom Menschen durch Verbrennung der Kohle erzeugte CO2 zur Erderwärmung beiträgt, wird Kohle wie ein Relikt behandelt. Ein Relikt, das durch die Energiewende möglichst schnell aus der Welt zu schaffen ist. Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 OC ist das erklärte Ziel seit der Weltklimakonferenz Paris 2015. Asiatische Staaten und die USA halten sich nicht daran. Gesicherte Energieversorgung hat bei ihnen Vorrang. Global steigt die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre stetig an. Die von der UN geforderten CO2-Einsparungen sind derzeit und in den nächsten Dekaden in Sinne des Klimaschutzes global deutungslos.

Für Lars Schernikau, ein Energieökonom, Unternehmer, Rohstoffhändler und Buchautor, ist der natürliche Energieträger noch lange unverzichtbar:

„Der weltweite Kohleverbrauch ist definitiv nicht zurückgegangen, ganz im Gegenteil, er ist nur von etwa 6 Milliarden Tonnen im Jahr 2008 (als ich mein erstes Buch über Kohle „The Renaissance of Steam Coal“ schrieb) auf heute etwa 9 Milliarden Tonnen gestiegen. Ganz zu schweigen vom Kohlehandel per Schiffsversand, der sich fast verdoppelte! Die Frage ist also nicht, ob Kohle verschwindet, wie uns gesagt wurde, sondern ob wir auf diesen nützlichen schwarzen Stein überhaupt verzichten können. Unsere materielle Welt wird von ihm angetrieben.

Nur zu gern wollen wir in einer „sauberen“ digitalen Welt mit all unseren Geräten, Apps, KI und Cloud-Speicher leben, aber unsere physische Welt ist nicht verschwunden und sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden.

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Globale Temperaturabnahme kommt momentan zum Stillstand

Globale Temperatur in der unteren Atmosphäre Im März 2026. Quelle: Spencer [1]

Die seit Ende 2024 abnehmende Temperatur ist seit drei Monaten zu einem Stillstand gekommen. Sie liegt mit nunmehr 0,38 0C über dem langjährigen Mittel. Satelliten tragen Instrumente, die die natürlichen Mikrowellen-thermischen Emissionen von Sauerstoff in der Atmosphäre messen. Die Intensität der Signale, die diese Mikrowellenradiometer bei unterschiedlichen Mikrowellenfrequenzen messen, ist direkt proportional zur Temperatur verschiedener, tiefer Atmosphärenschichten.

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Mythos von preisgünstiger erneuerbarer Energie

Die oft genannten EEG-Kosten sind nur die Spitze des Eisbergs. Quelle: [1]

Nach Ansicht des Fraunhofer-Instituts für Solare Systeme aus 2024 sind die Stromgestehungskosten von Photovoltaik- und Windenergieanlagen die günstigsten in Deutschland. Und warum hat Deutschland mit die höchsten Strompreise in Europa?

Der Beginn der Energiewende lässt sich mit dem Umlegen eines Schalters vergleichen. Von jetzt auf gleich. Die Energiewende wurde vollzogen ohne Eignungs-, Machbarkeits-, Zuverlässigkeits-, Kosten- und Umweltverträglichkeitsprüfung im Hinblick auf die Prosperität der deutschen Wirtschaft und den Erhalt der Lebensqualität der Bürger, was Grundvoraussetzung vorausgehenden verantwortlichen politischen Handelns gewesen wäre.

Als Reaktion auf Risiken und unvorhergesehenen Auswirkungen wissenschaftlich-technischen Fortschritts wurde zu Beginn der 90er Jahre als zentrales Instrument der Politikberatung die Technikfolgenabschätzung mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Folgen technischer Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und Handlungsoptionen für Entscheidungsträger aufzuzeigen.

Dieses Instrument wandte die Politik leider nicht auf ihr eigenes Vorgehen an. Sie hätte sonst erkennen müssen, dass neben den unmittelbaren durchaus günstigen Erzeugungskosten, die Kosten der Stromverteilung und Stromspeicherung entscheidende Kostentreiber sind.

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Deutschlands Atomausstieg ist kein Naturgesetz

Am 21. März 2026 ist in der Berliner Zeitung ein Gastbeitrag der KernD-Geschäftsführerin Nicole Koch erschienen. Vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Entwicklungen in Europa plädiert sie darin für eine offene, sachliche Neubewertung der Kernenergie in Deutschland.

Warum Europa Kernenergie neu entdeckt – und auch wir den Mut zur Debatte wiederfinden müssen.

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Die Energiewende: Vorwärts in die Vergangenheit

Energie ist die Grundlage für die Art und Weise wie wir leben. Im Mittelalter baute man Mühlen in küstennahen Regionen und an großen Flüssen, um Wind – und Wasserkraft zu nutzen. Die Energieform, Energiemenge und Verlässlichkeit der Energieversorgung bestimmten die Standorte der ersten Produktionsstätten. Die Erweiterung des Energieangebots auf fossile Energieträger und Kernenergie führte zu enormen Wirtschaftswachstum und Wohlstand.

Die Welt hungert nach immer mehr zuverlässig verfügbarer und billiger Energie. „Ohne Energie geht nichts, gar nichts und überhaupt nichts“ (Folker Hellmeyer).

Deutschland hat sich für einen anderen Weg entschieden: Deutschland verringert Jahr für Jahr das Energieangebot und die zur Verfügung stehende Energiemenge. Wie will man mit dieser Strategie die Zukunft erfolgreich gestalten? Deutschland setzt offensichtlich auf eine Tugend, für die es in der ganzen Welt berühmt ist: Effizienz. Effizienz steckt den Deutschen quasi in den Genen. Das 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz verankert es sogar juristisch.[1]

Heute lehrt uns die ‚normative Kraft des Faktischen‘ (Folker Hellmeyer), dass dieser Weg ein Irrweg ist. Muss Deutschland nicht eher zurück in die Zukunft, als vorwärts in die Vergangenheit?

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Gesicherte Energieversorgung contra CO2-Reduktion

Das Bundeskabinett hat am 25.3.2026 das von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm 2026 beschlossen [1]. Das Programm enthält 67 Maßnahmen, die im Jahr 2030 mehr als 25 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen und damit Deutschland moderner und unabhängiger von unsicheren fossilen Importen machen. So werden in den anstehenden Ausschreibungen rund 2.000 Windräder mehr ausgeschrieben als bislang vorgesehen, heißt auf der BMUKN-Internetseite.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Dieses Programm wird einen neuen Schub für den Klimaschutz auslösen, der uns unabhängiger macht von teuren und unsicheren Öl- und Gasimporten. Wir machen die Wirtschaft moderner, die Gesellschaft krisenfester und wir helfen der Natur, dass sie uns helfen kann“[1]. Die EU hingegen schwächt die Klimaschutzziele ab und verstärkt die Kernenergienutzung: „Wir bauen den Bereich der Stromversorgung um. Diese Rolle rückwärts der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Kernenergie werden wir nicht mitmachen, sondern einen weiteren Hochlauf von Solar, aber auch insbesondere von Wind an Land und auf See. 80 % der Stromversorgung im Jahr 2030 werden erneuerbar sein. Dafür garantiere ich auch.“

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Die Energiekrise macht ein Zurück zu verlässlicher Energieversorgung erforderlich

Der vollständige Ausfall russischer Gasimporte nach Deutschland und die Kriege in Nahost machen die verfehlte Energiepolitik deutscher Regierungen deutlich.

Mit Beginn der als prioritär betrachteten Klimaschutz-Politik wurden die bis in die 90er Jahre nachhaltig sichere, preisgünstige Energieversorgung auf der diversitären Basis Kohle, Gas, Öl und Kernenergie einer Energiepolitik auf der Basis Wind-, Solar- und Bioenergie (die sogenannten Erneuerbaren) geradezu geopfert. Das Vorhaben, selbst die fossilen Energieträger allmählich auf elektrische Energie umzustellen, besteht weiterhin. Der Ausstieg aus der im Betrieb CO2-freien Kernenergie wurde immerhin offiziell als schwere politischer Fehler gebrandmarkt.

In Expertenkreisen war von vornherein klar, dass Windenergie- und Solaranlagen, die nur zeitweise Strom erzeugen, fossile Energieträger nicht ohne Weiteres in allen Bereichen der Wirtschaft ersetzen können.

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