Dänemark sorgt sich um Energie-Autarkie

Was Deutschland von Dänemark lernen kann: Dänemark sorgt sich um seine und der europäischen Energie-Autarkie.

Mit Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie und bis 2030, spätestens 2035 auch aus der Kohle sowie des Förderverbots des reichlich vorhandenen Schiefergases ist Deutschland zwingend auf den Import von Gas angewiesen. Mit der erneuerbaren Energie allein wird Deutschland seinen Energiebedarf unter keinen Umständen decken können. Der deutsche Primärenergie-Bedarf beträgt derzeit rund 80 Prozent an fossilen Energieträgern.

Die Dänen hatten geplant, die meisten ihrer über 20 Offshore-Felder bis Anfang der 2040er Jahre zu schließen, wollen nun aber die Aktivitäten bis 2050 verlängern und warnen, dass die ursprünglichen Ziele Europas Energiesicherheit gefährden könnten.

Nach Ansicht des dänischen Energie- und Klimaministers Lars Aagaard könnte das Bestehen auf Netto-Null fokussierte Politiken für Europas Energiesicherheit gefährlich werden [1]:

„Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass Energie in den falschen Händen eine Waffe ist. Es gibt keinen Weg an einem energieunabhängigen Europa vorbei, das die Energie selbst produziert, die wir brauchen“, sagte er. „Wenn Dänemark zur Energieversorgung Europas beitragen kann, dann müssen wir diesen Beitrag auch erbringen. Die Regierung wird untersuchen, ob es sinnvoll ist, eine oder mehrere Lizenzen zu verlängern, nicht für Dänemark, sondern für Europas.“

Lars Aagaard wurde von Morten Bødskov, dem dänischen Wirtschaftsminister, unterstützt, der sagte: „Europa muss auf eigenen Beinen stehen. Wir müssen mehr selbst tun können und die Abhängigkeit von Putins Gas durchbrechen.

„Das erfordert, dass wir massiv in unsere eigene Energiekapazität investieren, einschließlich grüner Lösungen, aber auch in die Versorgung, die die Produktion am Laufen hält … Dänemark hat die Verantwortung, beizutragen, wenn es Europa stärker macht.“

Dänemarks Entscheidung fällt mit einer Überprüfung der Sicherheit der Gasversorgung durch die britische Regierung zusammen. Regierungsmodelle legen nahe, dass das Vereinigte Königreich bis 2035 weiterhin fast 40 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr benötigen wird, plus 40 Millionen Tonnen Ölprodukte.

Dänemark arbeitet am Ausbau der Stromnetze und der Interkonnektivität mit Nachbarländern, um Überschüsse aus erneuerbarer Energie besser ausgleichen zu können.

Dänische Einrichtungen arbeiten an grundlagenorientierter Kernforschung, Kernsicherheit, Abfallmanagement und möglicher zukünftiger Nutzung fortschrittlicher Konzepte (z. B. kleine modulare Reaktoren oder fortschrittliche Reaktordesigns). Diese Arbeiten dienen oft dem internationalen Wissensaustausch und der Sicherstellung von Sicherheitsstandards.

[1] https://www.telegraph.co.uk/business/2026/02/24/miliband-north-sea-denmark-drill/