Professor Samuel Furfari*) wurde von der französischen Association des climato-réalistes [1] unter anderem zum REPowerEU-Plan befragt, mit dem die Europäische Union die rasche Reduzierung der Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen verfolgt. Er sparte nicht mit deutlicher Kritik an der EU und an Deutschland. Folgend Auszüge aus dem Interview [1]:
Energiewende; Energiepolitik
Effekt der CO2-Reduzierung und wirtschaftliche Folgen
Deutschland strebt zum Schutz des Klimas weiterhin bis 2045 die Klimaneutralität an. Die Energieträger Kohle und Gas sollen zur CO2 Vermeidung bis zu diesem Zieldatum weitestgehend durch Elektrizität ersetzt werden.
CO2 ist in der Atmosphäre global verteilt. Wenn eine Tonne CO2 in Deutschland vermieden wird, in China, Indien oder Indonesien aber weiterhin beträchtlich CO2 emittiert wird, ist der unterstellte Klimaeffekt nahezu null. Asien ist der entscheidende Schauplatz: Die IEA erwartet, dass China, Indien und andere Schwellenländer den größten Teil des zusätzlichen Strombedarfs tragen. Gleichzeitig werden dort sowohl erneuerbare Energien als auch fossile Kraftwerke ausgebaut.
Herausforderungen für Strom-Versorgung und -Stabilität
Der in unserem Bericht „Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker“ erwähnte Evaluierungsbericht der Bundesregierung lässt auf sich warten. Der Bericht soll einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung liefern. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sowie die Dachverbände warnen regelmäßig vor enormen Herausforderungen für die Netzstabilität [1].
Kosten der Energiewende allein durch den Netzausbau
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit auf Seiten der Wind- und Solarstrom-Befürworter mit der preiswertesten Stromerzeugung argumentiert und die Nutzung der Kernenergie zugleich als die teuerste Stromerzeugung diffamiert wird. Allein die Kosten des für die Ökostromerzeugung zwingend notwendigen Ausbaus der Stromnetze macht deren falsche Einschätzung deutlich.
Die klimapolitische Falle: Warum Misserfolge so oft dazu führen, dass alles beim Alten bleibt
Gruppenidentität, sozialer Status und ein von Qualifikationen dominiertes politisches Establishment machen die Klimadiskussion zunehmend immun gegen enttäuschende Ergebnisse, argumentiert Evert Doornhof von Clintel*). Das Ergebnis ist eine klimapolitische Falle, in der Misserfolge nicht zu einem Umdenken führen, sondern zu noch mehr Klimapolitik.
Ökostrom-Bilanz im sonnenreichen Juli 2026
Der außergewöhnliche sonnenreiche Juli 2026 gibt einen Eindruck, welchen annähernd maximalen Strombeitrag die aktuell installierte Leistung der Solaranlagen von 125.452 MW lieferte, und zwar 4,14 TWh mit einem Anteil von 9 % an der Stromlast.
Der Windstrombeitrag der Meer- und Landanlagen zusammen betrug 7,82 TWh mit 17 % Anteil an der gesamten Stromlast von 46,0 TWh. Die installierte Leistung der Windenergieanlagen beträgt aktuell 81.149 MW.

Quelle: Darstellung von ChatGPT
Obige Grafik und Tabelle machen eines besonders deutlich: Ohne grundlastfähige Stromerzeuger ist eine gesicherte Stromversorgung nicht erreichbar. Braunkohle, Steinkohle (inkl. Importe), Erdgas, Laufwasser und Biomasse tragen deutlich über 50 % zur Stromerzeugung bei. Im Vergleich zur installierten Leistung der Erneuerbaren sind an gesicherter Grundlast (nur) rund 60.000 MW erforderlich.
Quelle:
ChatGPT verwendete bei öffentlicher Nettostromerzeugung bzw. die Stromlast in Deutschland Angaben aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE. Die Daten basieren u. a. auf ENTSO-E, AGEE-Stat, Destatis und der AG Energiebilanzen.
Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker

Grafik generiert durch ChatGPT
Mit dem Kohleausstiegsgesetz vom August 2020 und dem darin enthaltenen Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) hat sich die Bundesregierung verpflichtet, schrittweise bis Ende 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen [1][2]. Nordrhein-Westfalen (NRW) will bereits ohne Rechtspflicht bis 2030 aus der Kohle aussteigen, wartet aber auf diesbezügliche Vorgaben des Bundes.
Der wichtigste politische Grund für den Kohleausstieg ist die Vermeidung weiterer CO2-Emissionen. Der Weltklimarat IPCC vertritt die unbewiesene Hypothese, dass das vom Menschen erzeugte Kohlenstoffdioxid maßgeblich für die allmähliche Zunahme der Erdtemperatur verantwortlich ist. Derzeit 0,16 0C pro Dekade. Wissenschaftliche Erkenntnisse widersprechen der IPCC-Hypothese. Zudem, CO2 ist ein lebensnotwendiges Gas, mithin kein „schädliches Treibhausgas“, wie es gebetsmühlenartig immer bezeichnet wird.
„EU-Energiewende ist wirtschaftlich gesehen ein Reinfall“
Von Samuel Furfari*)
Ein Bericht des Energy Institute zeigt ein Europa, das an dem Anspruch einer „Energiewende“ festhält, während der Kontinent unter dem Gewicht der Klimapolitik schwächelt, deren idealistisch utopischen Ziele anderswo durch fossil unterstütztes Wirtschaftswachstum zunichtegemacht werden.
Daten aus der 75. Ausgabe der jährlichen „Statistical Review of World Energy“ werden nur diejenigen überraschen, die die Fakten ignorieren: Die Welt ist weiterhin massiv auf fossile Brennstoffe angewiesen. Solar- und Windtechnologien wachsen zwar aus, liegen aber immer noch hinter der stetig steigenden Energienachfrage, die im vergangenen Jahr einen Rekord von 600 Exajoule erreichte. (Das sind 600 Trillionen Joule, wobei ein Joule der Arbeit entspricht, die nötig ist, um ein Watt Leistung für eine Sekunde zu erzeugen.)
Vom gesamten Primärenergieverbrauch stammten 86 % aus fossilen Brennstoffen – 33,5 % aus Öl; Kohle, 27,6 %; Erdgas, 25,1 %. Solar- und Windenergie machten nur 3 % aus, die von der Europäischen Kommission stark über die stark verteufelten Kohlenwasserstoffe beworben werden.
Staatliche Vorsorge für den Fall drohenden Blackouts
Die Bundesnetzagentur (BNA) arbeitet seit zwei Jahren an dem Aufbau einer Abschalt-Plattform für Industriebetriebe für den Fall drohender Stromengpässe im Netz. Die Welt machte am 30. Juli 2026 hierauf aufmerksam.