Kernkraftwerke der Welt

Veröffentlicht vom Nuklearforum Schweiz

Die Kernkraftwerke der Welt 2017

Im Jahr 2017 haben vier neue Kernkraftwerkseinheiten den Betrieb aufgenommen: drei in China und eines in Pakistan. In China stehen somit neu 38 Kernkraftwerke in Betrieb. Das Land hat damit Russland mit 35 in Betrieb stehendenden Blöcken überholt. Über eine höhere Anzahl verfügen Frankreich (58) und die USA (99). In Japan stehen zwar auch 42 betriebsfähige Kernkraftwerke. Bis auf fünf*) befinden sie sich jedoch in längerem Betriebsstillstand und es ist ungewiss, wie viele davon dereinst wieder ans Netz genommen werden. Sechs Kernkraftwerke wurden bereits endgültig stillgelegt. Der zivile Kernkraftwerkspark der Welt umfasste somit beim Jahreswechsel 447 Reaktoren in 31 Ländern. Die installierte Leistung sank leicht auf rund 391.400 Megawatt. Je ein Neubauprojekt wurde im vergangenen Jahr in China, Indien, Südkorea sowie im Neueinsteigerland Bangladesch lanciert. Weltweit sind damit knapp 60 Neubauprojekte am Laufen.

*) Seit Juni 2018 wieder sieben Kernkraftwerke in Betrieb

U.S.A. streichen „Globale Erwärmung“ aus ihrer Nationalen Verteidigungsstrategie

von Michael Bastasch

Im Nachrichtenmedium „The Daily Caller“ veröffentlichte M. Bastasch am 19. Januar 2018 die folgende Meldung:
„Das Pentagon legte jetzt eine Nationale Verteidigungs-Strategie vor, in der zum ersten Mal in mehr als einer Dekade eine vom Menschen verursachte Globale Erwärmung nicht mehr als eine Bedrohung der Sicherheit erwähnt wird. Eine 11-seitige Zusammenfassung der neuen Nationalen Verteidigungsstrategie erwähnt weder eine „globale Erwärmung“ noch den Begriff „Klimawandel“ – wie die Huffington Post nach einer entsprechenden Stichwort-Suche feststellte.  Das Dokument entspricht der Fokussierung der Trump-Administration auf die „Energie-Dominanz“ über das Thema „Klima“.

Die Nationale Verteidigungs-Strategie – unterzeichnet von Verteidigungsminister James Mattis – hat nicht viel zu Energiethemen zu sagen – außer dass die U.S.A. „einen stabilen und sicheren Mittleren Osten“ wünschen, der „zu stabilen globalen Energiemärkten beiträgt und zu sicheren Handelsrouten“.

Das Pentagon veröffentlichte dieses Strategiedokument am Freitag (Anm.: 19.1.). Die Bush-Administration hatte 2008 „globale Erwärmung“ in ihre Verteidigungsstrategie eingefügt, jedoch erhielt dieses Thema erst in der Obama-Administration eine herausragende Bedeutung.

Die Trump-Administration verkündete ihre „America First“ Sicherheits-Strategie im Dezember (2017), in der die „Entfesselung der reichlichen  Energieressourcen – Kohle, Erdgas, Erdöl, Erneuerbare und Kernkraft“ – gefordert wurde, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Verbündeten der U.S.A. zu unterstützen.
Dieser Plan war eine Absage an eine Politik, die auf die Bekämpfung einer vom Menschen verursachten globalen Erwärmung ausgerichtet war – somit eine vollständige Kehrtwendung gegenüber der Nationalen Sicherheit unter der Obama-Administration.
In der im Dezember veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie steht auch der Satz „Die Klimapolitik wird weiterhin das globale Energiesystem formen.“

Übersetzung von G. Keil

Mit Diesel gegen den Blackout. Die seltsamen Empfehlungen des Bundesamtes für Katastrophenhilfe

von Günter Keil

Einleitung
Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hört man in der Regel sehr wenig. Die Zeiten, in denen man kleine Atombunker im Vorgarten bauen sollte, sind ja vorbei. Aber die zugehörige Anlage von Notvorräten ist dagegen keineswegs überflüssig geworden; diese Maßnahme erlebt gerade wieder eine Auferstehung. Nicht wegen einer Kriegsgefahr, aber wegen einer totalen, Wochen andauernden landesweiten Stromsperre, die uns jederzeit das Wetter einbringen kann, von dem ja die Stromversorgung Deutschlands nach dem Willen der Regierung in naher Zukunft weit überwiegend abhängen soll. Im neudeutschen Sprachgebrauch wird dieses Ereignis Blackout genannt. Eintreten  kann es insbesondere durch eine sogenannte Dunkelflaute, die vornehmlich im Winter auftritt und die die gesamte Grünstromerzeugung auf winzige Reste reduziert – kein Wind und dazu tagsüber kaum und des Nachts sowieso keine Sonne.
Wenn dann im Bereich der einzig noch arbeitenden konventionellen Kraftwerke und/oder im  Stromnetz technische Probleme eintreten, dann kommt die zum Schutz der Anlagen notwendige „Kaskade“ – eine Abschaltwelle, die eine Versorgungsregion nach der anderen abschaltet und am Ende Deutschland in Dunkelheit und Stillstand versinken lässt.

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Windindustrie und Naturschutz sind nicht vereinbar. EEG und Privilegierung abschaffen.

Dieser Artikel erschien als Gastbeitrag in der Kolumne des Deutschen Arbeitgeberverbandes „Die Energiefrage“ Nr. 47

 

Harry Neumann *)

Die bevorstehende „Flaute“ für den Ausbau der Windkraft ist eine gute Nachricht.  Die installierte Nennleistung von Photovoltaik und Windenergie wäre schon jetzt in der Lage, genügend Energie zur Stromversorgung bereitzustellen.  Da diese natürlichen Energielieferanten aber volatil sind und deren Beitrag nicht speicherbar ist, macht ein weiterer Ausbau keinen Sinn.  Auch mehr Anlagen produzieren bei Windflaute und fehlender Sonne nicht mehr Energie.

Im November 2017 wurden lt. entso-e/Netzbetreiber von der installierten Leistung Windenergie (54.760 MW) und Solarenergie (42.656 MW, zusammen 97.416 MW) durchschnittlich gerade einmal 16,0 % (15.602 MW) tatsächlich eingespeist, allerdings bei erheblichen Schwankungen zwischen 0,7 % und 43,3 % der installierten Leistung.   Dies zeigt eindrucksvoll: Windindustrieanlagen sind auch im Verbund mit Solaranlagen ineffizient, volatil und nicht in der Lage, eine gesicherte Stromversorgung zu gewährleisten.  Trotz ca. 30.000 installierter Anlagen sinkt der bundesweite CO2-Ausstoß nicht, sondern steigt weiter an.  Die fossilen Kraftwerke werden weiterhin gebraucht, um die Grundlast zu sichern und den „Flatterstrom“ auszugleichen. Dieses System ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll.

Bereits 2012 machte der renommierte Ornithologe Dr. Martin Flade deutlich, dass diese „Energiewende“ zu einem zunehmenden „Biodiversitäts-Desaster“ führt.  Hiervon betroffen sind insbesondere Vögel und Fledermäuse.  Diese Entwicklung hat sich seitdem massiv verschärft.

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Auch radioaktive Elemente sind Teil der „Schöpfung“

Stimmt man Aristoteles zu, der gesagt haben soll: “Die Natur schafft nichts Unnützes und nichts Überflüssiges. Sie hat den Dingen nicht nur ins Dasein verholfen, sondern ihnen auch eine Bestimmung mitgegeben, der sie gehorchen und die sie erfüllen, wenn man sie nur lässt“, dann müssen auch Radioaktivität und ionisierende Strahlung durchaus – wie alles in der Natur – Sinn und Zweck haben. Sie einseitig als Bedrohung zu empfinden, hieße, ihren Nutzen beziehungsweise ihre Bedeutung zu verkennen.

 

Der Mensch lebt seit jeher in einer von natürlichen radioaktiven Elementen (Radionuklide) geprägten strahlenden Umwelt und ist dadurch ständig äußerer wie innerer ionisierender Strahlung ausgesetzt (siehe auch „Radioaktive Strahlung: Der Feind des Menschen?auf dieser Webseite). In allen Gesteinen und Böden finden sich gebietsmäßig sehr unterschiedliche, meist geringe Anteile von Uran, Thorium und Radionuklide ihrer Zerfallsketten wie auch Kalium-40 1). In Deutschland treten überdurchschnittlich hohe Urankonzentrationen in Gesteinen und Böden im Vorland des Erzgebirges und im Erzgebirge selbst, im Fichtelgebirge und in Teilen des Schwarzwaldes auf. Mit der Verwendung der mineralischen Rohstoffe, zum Beispiel in Baustoffen, lassen sich die Radionuklide auch darin nachweisen. Ebenso sind diese Radionuklide in der Kohle enthalten. Mit der Kohleverbrennung werden sie den Rückständen und Nebenprodukten aus der Kohleverstromung zugeführt und gelangen auf diese Weise über beispielsweise Filterasche und Gips aus der Rauchgasentschwefelung in die Baustoffindustrie und in Schlacken, die im Straßenbau verwendet wird. Wo uran- und thoriumhaltige Böden und Gesteine auftreten, sind auch im Grundwasser und Mineralwasser diese Radionuklide und ihre Folgeprodukte anzutreffen.

Des Weiteren werden Radionuklide kontinuierlich durch kosmische Strahlung in der Atmosphäre erzeugt. Dazu zählen unter anderem Tritium, ein Isotop des Wasserstoffs, mit einer Halbwertszeit von 12,34 Jahren, Beryllium-7 mit 53 Tagen, Beryllium-10 mit 1,4 Millionen Jahren und Kohlenstoff-14 mit 6730 Jahren Halbwertszeit. Beryllium und Kohlenstoff spielen bei vielen Datierungsmethoden eine wichtige Rolle.

Wie kam es zur Entstehung der stabilen, also nicht radioaktiven und eben den radioaktiven Elementen, den Radionukliden, in der Erde? Was weiß man darüber?

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Nukleare Sicht eines Umweltschützers

Das Bemerkenswerte an dem folgenden Artikel ist das Bekenntnis eines Wissenschaftlers, dass er als junger Mensch emotional dem Mainstream junger Leute folgend die Kernenergie bekämpfte, ohne sich in der Sache auszukennen oder sich mit dieser Technologie, ihren Chancen und Risiken auseinandergesetzt zu haben und nach Jahren sich zur Nutzung der Kernenergie bekennt und nunmehr sich dafür einsetzt. Auf die Wirkung seines Buches (siehe unten) darf man gespannt sein. Auch andere Wissenschaftler haben diesen Wandel vollzogen. Einer von ihnen ist Patrick Moore, ein ehemaliger Greenpeace-Aktivist, ein anderer James Lovelock, bekannt für seine Gaia-Hypothese, der sich selbst als „altmodischer Grüner“ bezeichnet, sich aber dazu bekennt, dass Großbritannien Kernenergie und Fracking als Energiequelle nutzen sollte und nicht die erneuerbaren Quellen wie Windparks.

 Der nachfolgende leicht gekürzte, sinngemäß ins Deutsche übersetzte Text erschien in World Nuclear News in englischer Sprache.

 

In den 1970er Jahren fürchtete sich ein Antinuklear-Aktivist vor der Willkürherrschaft (tyranny). Er fürchtete sich vor radioaktiver Strahlung. Doch die Willkürherrschaft trat nicht ein und die Wirkung radioaktiver Strahlung war missverstanden worden. Die Bedrohung durch Klimawandel ist real, um ihn zu bekämpfen, bedarf es der Kernkraft, schreibt Scott L. Montgomery, dessen Überzeugung am 22. Dezember 2017 im Internet erschien *).

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Energiewende eine Erfolgsgeschichte? Von wegen!

Folgt man dem Bundeswirtschaftsministerium, dann ist die Energiewende nach seiner Beurteilung eine „Erfolgsgeschichte“. So heißt es unter diesem Titel auf seiner Webseite: „Raus aus den konventionellen, rein in die erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz: Dieser grundlegende Wandel ist der Kern der Energiewende. Die Energieversorgung in Deutschland soll umweltverträglich und weitgehend klimaneutral werden.“

Mittlerweile seien fast alle Vorhaben umgesetzt. Die Energiewende stünde jetzt auf rechtlich und ökonomisch sicherem Grund und sei erstmals auch europäisch durchdacht. Die Erneuerbaren seien inzwischen unsere wichtigste Stromquelle. Damit würde Deutschland immer unabhängiger sowohl von nuklearen als auch von fossilen Brennstoffen mit ihren klimaschädlichen Auswirkungen. Zugleich sei die Energieversorgung eine der sichersten weltweit und es werde weniger Energie verbraucht bei gleichzeitig wachsender Wirtschaft.

 

Große Tageszeitungen kommen zu gänzlich anderen Bewertungen, seit Jahren schon. Hier nur eine kleine Auswahl von Schlagzeilen zur Energiewende, die das belegen: „Kurzschluss bei der Energiewende“ (Die Welt 24.07.2017), „Der Ausstieg ist ein großer Fehler“ (SpiegelOnline15.11.2017), „Ökostrom: Die Baustelle“ (FAZ 10.05.2017), „Grüne Landschaftsfresser“ (Die Welt 18.04.2017), „Die Dunkelflaute bringt Deutschlands Stromversorgung ans Limit“ (Die Welt 06.02.2017), „Bis kein Storch mehr fliegt und keine Lerche mehr singt“ (Die Welt 27.07.2017), „Das falsche Vorbild“ (Züricher Zeitung 04.05.2017), „Sind die Vorreiter der Energiepolitik noch zu retten“ ( Dt. Arbeitgeberverband 16.03.2016), „Atomkraft? Ja bitte“ (FAZ 20.05.2017), „Schmutziger Irrtum“ (Die Zeit 04.12.2014), „Die Verbraucher sind die Deppen“ (Die Welt 26.01.2013).

Selbst Dena, die bundeseigene Energieagentur, hält die deutsche Klima- und Energiepolitik für engstirnig und unrealistisch. Besonders deutlich werden die Fachleute, was den Verkehr angeht. Über die Dena-Studie 3) berichtete die FAZ am 10.10.2017 mit dem Titel „Heftige Kritik an der deutschen Klimapolitik“.

Seit 2017 verfolgt das Beratungsunternehmen McKinsey halbjährlich den Fortschritt der Energiewende. Das Unternehmen bewertet ihn auf der Grundlage des energiewirtschaftlichen Dreiecks: Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit anhand von 14 Indikatoren, inwieweit sie die für 2020 geplanten Zielwerte der Energiewende erreicht haben beziehungsweise noch erreichbar sind.1) Fünf Jahre nach der ersten Bewertung falle das Ergebnis gemischt aus.

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Windkraftanlagen: Erhebliches finanzielles Risiko und mehr

In einem außerordentlich bemerkenswerten Brief wandten sich 23 Waldbesitzer, unter ihnen Enoch Freiher zu Guttenberg und Karl Georg Graf zu Solms-Laubach mit einer sehr kritischen, fachlich fundierten Analyse des Windkraft-Anlagenbaus in Wäldern an weitere Waldbesitzer. Sämtliche im Brief dargelegten fachlichen Argumente sind auch in mehreren Artikeln auf dieser AGEU-Webseite zu finden, der besondere „Charme“ dieses Briefes liegt vielmehr im Wandel ehemals Befürwortern der Windenergienutzung zu deren nunmehr extremen Kritiker.  Nachfolgend ihr Brief im Wortlaut:

 

Goldgrube Windkraftanlage?

Eine Schrift zur Aufklärung
von Waldbesitzern für Waldbesitzer
über wichtige Zusammenhänge der Ökostromförderung, die jeder von uns kennen sollte.

Liebe Mit-Waldbesitzer,

haben Sie sich für den Bau von Windrädern entschieden oder denken Sie darüber nach, auf Ihrem Eigentum Anlagen zu errichten oder errichten zu lassen? Oder hat man bei Ihnen bezüglich der Verpachtung von Flächen für Zuwegungen angefragt?

Auch wir haben uns diese Gedanken in der Vergangenheit gemacht, erschien die Idee doch, zunächst sowohl aus ökologischen als auch ökonomischer Sicht heraus, äußerst reizvoll. Die Chance, in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten seinen Besitz ohne großen eigenen finanziellen Einsatz langfristig sichern zu können und gleichzeitig einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten zu können – erschien als ein Angebot, das man nicht ausschlagen durfte. Deswegen haben wir auch Verständnis für all jene, die ähnliche Überlegungen anstellen oder angestellt haben.

Je mehr wir uns aber mit dem Thema auseinandergesetzt haben, umso mehr wurde uns klar, dass dieser scheinbar richtige Weg ein Irrweg ist, dem die Rechtfertigung fehlt, dem Klima nicht hilft, der Volkswirtschaft schadet, die Gesellschaft spaltet, da sie die finanziell Schwächsten am meisten trifft und dabei erhebliche Risiken und Gefahren, nicht zuletzt für die Verpächter und Betreiber selbst, birgt.

Wir, die Unterzeichner, verweigern uns der Fortsetzung dieser für unser Gemeinwesen schädlichen und gefährlichen Entwicklung!

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Minderheitsregierungen sind gut für die Demokratie

Leserbrief

Herbert Wehner hat den bekannten Satz gesagt: „Opposition ist Mist“. Das trifft sicherlich zu, aber nur auf Mehrheitsregierungen. Eine Minderheitsregierung, die ihre Gesetzesinitiativen erst nach einer gründlichen Debatte im Parlament , bei der die Opposition ihre Vorstellungen einbringen kann, zur Beschlussfähigkeit bekommen kann, erhält dadurch eine viel bessere Beurteilung ihrer Ideen; große Pannen werden vermieden. Das ist wie Sauerstoff für ein Parlament.
Was dann allerdings nicht mehr geht, sind einsame Kanzlerinnen-Entscheidungen wie in der Flüchtlingsfrage, wo es zuging wie in einer Monarchie des 18. Jahrhunderts oder einer Diktatur: Niemand wurde gehört, keiner vermochte oder wagte das zu ändern oder zu stoppen. Das Argument, bei einer Minderheitsregierung würde es keine klaren Entscheidungen geben, kann nicht ernst genommen werden, denn tatsächlich würde es keine dieser einsamen und oft falschen Entscheidungen mehr geben. Auch der Außenpolitik täte das gut.
Im Fernsehen sagte der Parteienforscher Prof. Korte, dass er in Gesprächen mit Abgeordneten aus Länderparlamenten mit Minderheitsregierungen nur begeisterte Kommentare über die dadurch ermöglichte echte Mitarbeit gehört habe.
Was dann ebenfalls nicht mehr stattfinden kann, ist das übliche „Herunterbügeln“ von Oppositionsvorschlägen durch die Mehrheitsfraktionen nach dem Motto: Gleich, was die wollen, wir haben die Mehrheit und ab in den Papierkorb.
Auch würde es endlich ein Ende mit der parlamentsverachtenden Praxis der bisherigen Regierung geben, in jeden Gesetzentwurf die Feststellung „Alternativen: Keine“ hineinzuschreiben. Hier haben wir es mit einem krass sichtbaren  Beleg für die Arroganz der Ministerialbürokratie und auch der Missachtung des Parlaments durch die Mehrheitsregierung zu tun. Denn selbstverständlich gibt es zu jedem Gesetzesvorschlag Alternativen – in der Regel sogar mehrere. Aber mit dieser verlogenen Floskel will man sich Arbeit sparen – vor allem das Nachdenken über die tatsächlichen Alternativen sowie über deren Vor- und Nachteile, die man dann als Begründung für den eigenen Vorschlag in den Gesetzentwurf hineinschreiben müsste. Diese Brüskierung der Abgeordneten würde eine Minderheitsregierung nicht mehr wagen.
Die guten Erfahrungen in mehreren Bundesländern sollten dazu ermutigen, dieses System auch in Berlin zu realisieren. Vor allem würde sich der Stil des Regierens und der Behandlung von Oppositionsparteien positiv ändern. Dann wäre Opposition nicht mehr nur Mist.

 

 

Wer bezahlte Al Gores Rednerhonorar ?

                                     Ein unveröffentlichter Leserbrief

Im Bonner General-Anzeiger vom 11.11.  war auf der Titelseite zu lesen, dass der „Klimaexperte und ehemalige US-Vizepräsident“ am Freitag vor der Bonner UN-Klimakonferenz eine Rede und eine Multimediapräsentation abgeliefert hat. Es ist bekannt, dass er so etwas nicht unsonst macht, sondern von einer Redner-Agentur eingesetzt wird – in seinem Fall ist es die Harry Walker-Agentur, die sich als weltweit führende Redneragentur bezeichnet und in der Tat die meisten wichtigen Politiker auf ihrer Angebotsliste hat. Al Gore wird dort als „Exclusiver Redner“ geführt. Bekannt ist weiterhin, dass Al Gores Rednerhonorar immer bei 100.000 US-Dollar lag; als er den Friedensnobelpreis gewonnen hatte, verlangte er allerdings 175.000 $.
Ich frage nur einmal an, wer denn in diesem Falle diese enorme Summe bezahlt hat.
Bleibt noch die interessante Bezeichnung „Klimaexperte“. Mister Gore hat Theologie und Jura studiert; letzteres ohne Abschluss. Dass er sich nicht nur in der Politik stark für Umweltthemen einsetzte, ist eine Tatsache. Ob er sich selbst als Klimaexperte bezeichnet, ist nicht bekannt. Täte er das, würde er in der Wissenschaft, die genau hinschaut, welchen fachlichen Hintergrund die Aussagen einer Person haben, als Scharlatan gelten. Denn eine derart fachfremde Person, die sich zu schwierigen physikalischen Fragen äußert, wäre eben dies.