Hiermit weisen wir auf die bereits im September 2025 veröffentlichte Studie von Frontier-Economics „Neue Wege für die Energiewende („Plan B“)“ hin, die im Auftrag der Deutschen Industrie- und Handelskammer erstellt wurde [1]. Die im Wesentlichen auf die Wirtschaftlichkeit ausgerichtete Studie stellt einen alternativen Ansatz für die Energiepolitik vor. Im Zentrum steht eine Energiewende, die technologieoffen ist, Kosten reduziert, Raum für Innovationen schafft und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit als Voraussetzung für wirksamen Klimaschutz ernst nimmt.
Dieser „Plan B“ verzichtet bewusst auf staatliche Detailsteuerung und starre Technologievorgaben und setzt stattdessen auf klare Ziele, Flexibilität und Effizienz. Er ist die Antwort auf das bisherige Narrativ einer vermeintlich alternativlosen, zentral gesteuerten Energiewende, die große wirtschaftliche Chancen verspricht, in der Realität jedoch oft zu erheblichen Belastungen führt. Die Studie unterzieht dieses Narrativ einer Realitätsprüfung.
Die Studie beginnt mit folgendem Fazit:
Mit der aktuellen Energiewende hat sich Deutschland in eine Sackgasse manövriert – eine Fortführung des Status Quo ist nicht tragfähig. Die Umsetzung der Energiewende durch Unternehmen und Verbraucher wird durch ambitionierte Zeitpläne mit starrem Zielbild, technologische Einschränkungen und überbordende Bürokratie zunehmend herausgefordert.
Gerade die aktuelle Politik der Energiewende führt dazu, dass die individuellen Akteure nicht nur mit einem hohen Kostenaufwand belastet sind, sondern auch mit umfassenden regulatorischen Eingriffen und zusätzlichen Auflagen zu kämpfen haben: Diese Effekte sind schwer zu quantifizieren, aber bereits erste überschlägige Schätzungen zeigen, dass die Energiewende zu deutlich umfassenderen Belastungen für einzelne Unternehmen führt, die weit über die reinen Energiekostensteigerungen hinausgehen. Und nicht zuletzt stehen große Teile der politisch geplanten Energiewende unter dem Vorbehalt, dass diese ja auch in die Praxis umgesetzt werden müssen.
Dabei geht es aber nicht nur um Kosten und Fragen der Finanzierung, sondern auch um die Verfügbarkeit von notwendigen Fachkräften. Zum Beispiel würden allein für die Kernbereiche Solar, Wind und Wasserstoff bis 2030 ca. 300.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt, um den Übergang zur Klimaneutralität voranzutreiben. Auch die notwendigen Investitionsgüter und Rohstoffe stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung – insbesondere auch die für viele neue Energiewendetechnologien erforderlichen Materialien wie Kupfer, Cobalt oder Platin. Entsprechend sind Zweifel begründet, ob die notwendige Transformation in der Praxis überhaupt in der veranschlagten Zeit umgesetzt werden kann.
Die aktuellen Entwicklungen legen vielmehr den Schluss nahe, dass zahlreiche der politischen Ziele und Annahmen die tatsächliche Leistungsfähigkeit und die maximale Geschwindigkeit der Transformation überschätzen. In Summe führt dies zu hohen Belastungen für die Unternehmen und Verbraucher in Deutschland, die letztendlich die Kosten der Transformation tragen müssen. Zudem steht eine stark exportorientierte Wirtschaft kontinuierlich im internationalen Wettbewerb. Die Energiekosten für Unternehmen in Deutschland sind schon jetzt im internationalen Vergleich hoch. Dies zeigt die Abbildung 20 mit einem Vergleich der Stromkosten in ausgewählten Ländern. Im Jahr 2024 weist Deutschland unter den fünf betrachteten Ländern die höchsten Preise auf – vor allem aufgrund höherer staatlicher Abgaben und Netzkosten im Vergleich zu anderen Ländern.
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Die überwiegend technischen Probleme der Energiewende wurden unter anderem hier, hier, hier, hier, hier behandelt