Initiative für die Kernenergie in Deutschland

Die Organisation WePlanet*) hat einen offenen Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, veröffentlicht. Darin wird angeregt, Kernenergie in den kommenden Langfristszenarien zur Energiewende im Rahmen einer technologieoffenen und ergebnisoffenen Modellierung zu berücksichtigen.

Wie es mit der Energiewende weitergeht, entscheidet nicht nur über das Erreichen der Klimaziele, sondern auch über Wohlstand, Zukunftsfähigkeit und letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. WePlanet will, dass diese Weichenstellung nicht entlang politischer Vorannahmen erfolgt, sondern auf Basis von Evidenz und Wissenschaft.

Weiterlesen

Eine Lanze für Ministerin Reiche – „Realisten sind keine Lobbyisten“

Unter diesem Titel erschien auf dem Blog von „Bremensogesehen“ [1] ein Gastkommentar des Bremer Mathematikers Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen, in dem er eine Lanze bricht für die vielfach gescholtene Bundeswirtschaftsministerin Katharine Reiche.

Gastkommentar:

„Die pauschale Verunglimpfung von Katherina Reiche als „Lobbyistin” greift zu kurz und verdrängt eine unangenehme Realität: Die deutsche Energiewende ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein ökonomisches und gesellschaftliches Problem geworden. Wer Fehlentwicklungen offen anspricht, wird heute schnell moralisch diskreditiert.

Das zentrale politische Versprechen der grünen Transformation lautete über viele Jahre: sinkende Strompreise, technologische Führung und ein neues „grünes Wirtschaftswunder”. Nichts davon ist eingetreten. Deutschland zählt heute zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen der industrialisierten Welt, energieintensive Industrien geraten unter Druck, und die erhoffte Wachstumsdynamik bleibt aus. Vieles erwies sich als politisches Wunschdenken. Ein auf fluktuierenden Quellen beruhendes Energiesystem erzeugt zwangsläufig enorme Zusatzkosten: Netzausbau, Speicher, Redispatch, Reservekraftwerke und Vorhaltung gesicherter Leistung.

Weiterlesen

Bedeutung der Wasserstoffversprödung für Gaskraftwerke

Wasserstoff ist mit großem Abstand das häufigste Element im Universum. Er kommt chemisch gebunden in praktisch allen organisch-chemischen Verbindungen vor. Wasserstoff ist als Baustoff für das Leben unersetzlich. Auch als Baustoff für unsere Industrie und Wirtschaft ist er ebenso unverzichtbar.

Nun aber sieht sich die Politik durch ihre Energiewende gezwungen, Wasserstoff für fast alles einzusetzen, was der Politik in den Sinn kommt. Für Mobilität im Verkehr, fürs Heizen in Wohnhäusern, als chemischer Speicher für überschüssige elektrische Energie. Das alles ist heute technisch möglich, es ist jedoch unbezahlbar. Seine chemischen und physikalischen Eigenschaften schlichtweg determinieren ‚was geht‘.

Weiterlesen

Entwicklung der Temperatur in der unteren Atmosphäre im Mai 2026

Von Satelliten gemessene Temperaturanomalien der unteren Atmosphäre. Quelle: [1]

Eine Anmerkung von Roy Spencer [1] zu diesen troposphärischen Temperaturanomalien im Vergleich zu Oberflächen-Temperaturanomalien:

Es ist schon eine Weile her, dass ich den Hauptgrund diskutiert habe, warum unsere globalen monatlichen, satellitenbasierten troposphärischen Temperaturanomalien manchmal ziemlich stark von den globalen monatlichen Oberflächen-Temperaturanomalien abweichen können. Ein gutes Beispiel sind die letzten zwei Monate. Im April war unsere +0,39 °C Anomalie statistisch identisch mit der +0,38 °C Oberflächentemperaturanomalie aus dem NOAA Climate Data Assimilation System (CDAS, die ich aus WeatherBell.com Karten entnehme). Aber dann ist die CDAS-Anomalie letzten Monat (Mai) leicht gesunken (+ 0,34 °C), während unsere UAH-Anomalie deutlich gestiegen ist (+0,53 °C).

Diese monatlichen Schwankungen in der Beziehung zwischen Oberflächen- und Troposphären-Temperaturänderungen werden fast sicher von Schwankungen im feuchten konvektiven Wärmetransfer von der Oberfläche zur freien Troposphäre dominiert. Wenn es einen Ausbruch zusätzlicher Konvektion gibt (meist in den Tropen), kühlt das die Oberfläche ab und erwärmt die freie Troposphäre stärker als normal, was wahrscheinlich letzten Monat (Mai) der Fall war.

Trotz dieser momentanen Entwicklung bleibt der globale flächengemittelte lineare Temperaturtrend von Version 6.1 (Januar 1979 bis Mai 2026) bei +0,16 °C/Dekade (+0,22 °C/Dekade über Land, +0,13 °C/Jahrzehnt über Ozeanen).

Fazit

Die derzeitige Entwicklung der globalen Temperaturanomalie zeigt sich unbeeindruckt von dem im Januar-Februar 2026 auf der gesamten Nordhalbkugel von West bis Ost und von Norden bis zum Äquator aufgetretenen kalten Wetter mit enormen Frosten und Schneefällen und auch von der prophezeiten „Kleinen Eiszeit“.

[1] https://www.drroyspencer.com

Intelligente Messsysteme: Sie kommen. Skepsis ist angebracht

Intelligente Messsysteme (iMSys), auch Smart Meter genannt, sollen bei der Regelung des Stromnetzes zur Stabilisierung beitragen. Die starken Schwankungen (Volatilität) des Windenergie- und Solarstroms hat die Netzregelung an die Grenzen geführt. Sie sollen die Stromnetze vor Überlastung schützen angesichts des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien und sie sollen helfen, den eigenen Stromverbrauch zu überwachen und anzupassen.

Weiterlesen

Entwicklung der Sonnenaktivität liefert Hinweise auf eine „kleine Eiszeit“

Jahrhundertskalende Muster der Sonnenaktivität deuten darauf hin, dass der Beginn der nächsten Abkühlungsphase einer weiteren „Kleinen Eiszeit“ bevorsteht.

Unter Sonnenaktivitäten versteht man alle dynamischen, veränderlichen physikalischen Prozesse und magnetischen Phänomene auf und in der Sonne. Dazu gehören unter anderem Sonnenflecken, Protuberanzen (heißes Plasma), Flares (Strahlungsausbrüche) und koronale Massenauswürfe (CMEs). Gesteuert werden diese Vorgänge maßgeblich durch das Magnetfeld der Sonne.

Die Häufigkeit und Intensität der Sonnenaktivität folgen einem etwa 11-jährigen Zyklus. Anhand von radioaktiven Isotopen (wie C-14 oder Be-10), die sich in Baumringen oder Eisbohrkernen ablagern, lässt sich die Sonnenaktivität Jahrtausende in die Vergangenheit rekonstruieren. So lassen sich beispielsweise Klimaperioden (wie das Maunder-Minimum, eine Phase geringer Sonnenaktivität) erklären.

Verlauf der Sonnenaktivitäten seit 1980

Starke solare Ausbrüche (Flares und CMEs) senden geladene Teilchen aus, die direkte Auswirkungen auf unsere Technik haben. So kann die erhöhte Strahlung unter anderem die Elektronik im Orbit beschädigen (Satellitenausfälle) oder zu Problemen bei der Navigation (GPS) und im Funkverkehr kommen.

Neu veröffentlichte Forschungen [1], die historische Phasenanalysen des solaren Magnetfelds nutzen, dokumentieren die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die Erdtemperatur.

Kalte „Kleine Eiszeit“-Perioden lassen sich zuverlässig mit Grand Solar Minima (GSM) in Verbindung bringen.

Zum Beispiel wird während des Maunder-Minimums (spätes 17. bis frühes 18. Jahrhundert) angenommen, dass die Sonnenstrahlung um etwa 3 W/m² abgenommen hat, und folglich kühlte die Nordhalbkugel um etwa 1°C ab.

Mit Hilfe der Musteranalyse kann angenommen werden, dass der Beginn des nächsten GSM eingetreten ist und die globale Abkühlung in den nächsten Jahrzehnten erreicht wird. Im Abstract zu [1] heißt es:

„Während eines GSM wird eine Verringerung der Sonnenstrahlung um etwa 3 W/m² gegenüber dem modernen Niveau erwartet, was zu einer Verringerung der durchschnittlichen Erdtemperatur um etwa 1,0 °C führt.“

„Zusammenfassend lässt sich schließen, dass das moderne große Sonnenminimum (2020–2053), das vor 10 Jahren von Zharkova et al. 2015 vorhergesagt wurde, angekommen ist und wie erwartet bis zur Mitte des Jahrhunderts verlaufen wird. Im Januar-Februar 2026 wurde auf der gesamten Nordhalbkugel von West bis Ost und von Norden bis zum Äquator das kalte Wetter mit enormen Frosten und Schneefällen gemessen, die Vorboten der kleinen Eiszeit.“

 

[1] https://scienceofclimatechange.org/wp-content/uploads/Zharkova_Modern_Grand_Solar_Minimum.pdf