Die Energiewende: Vorwärts in die Vergangenheit

Energie ist die Grundlage für die Art und Weise wie wir leben. Im Mittelalter baute man Mühlen in küstennahen Regionen und an großen Flüssen, um Wind – und Wasserkraft zu nutzen. Die Energieform, Energiemenge und Verlässlichkeit der Energieversorgung bestimmten die Standorte der ersten Produktionsstätten. Die Erweiterung des Energieangebots auf fossile Energieträger und Kernenergie führte zu enormen Wirtschaftswachstum und Wohlstand.

Die Welt hungert nach immer mehr zuverlässig verfügbarer und billiger Energie. „Ohne Energie geht nichts, gar nichts und überhaupt nichts“ (Folker Hellmeyer).

Deutschland hat sich für einen anderen Weg entschieden: Deutschland verringert Jahr für Jahr das Energieangebot und die zur Verfügung stehende Energiemenge. Wie will man mit dieser Strategie die Zukunft erfolgreich gestalten? Deutschland setzt offensichtlich auf eine Tugend, für die es in der ganzen Welt berühmt ist: Effizienz. Effizienz steckt den Deutschen quasi in den Genen. Das 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz verankert es sogar juristisch.[1]

Heute lehrt uns die ‚normative Kraft des Faktischen‘ (Folker Hellmeyer), dass dieser Weg ein Irrweg ist. Muss Deutschland nicht eher zurück in die Zukunft, als vorwärts in die Vergangenheit?

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RWI plädiert für Verschiebung der Klimaschutzziele

Nach Ansicht des Essener Institutes RWI gebe es gute Gründe, die Treibhausgas-Neutralität erst für das Jahr 2050 anzustreben [1]. Deutschland soll laut Klimaschutzgesetz bereits im Jahr 2045 klimaneutral werden und somit fünf Jahre früher als die Europäische Union (EU). Im Verbund mit anderen Wirtschaftsverbänden forderte auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Jahr 2025, das deutsche Klimaneutralitätsziel von 2045 auf 2050 zu verschieben, denn Teile der Industrie sehen im schärferen nationalen Ziel einen Nachteil für hiesige Unternehmen. Ebenso die FDP forderte in ihrem Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025, das Zieljahr 2045 an das EU-Zieljahr 2050 anzugleichen. Diese Forderung geht auf das vom ehemaligen FDP-Vorsitzenden Christian Lindner (2024) verfasste Papier zur „Wirtschaftswende Deutschland“ zurück.

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