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Japan gibt die Netto-Null-Agenda stillschweigend auf

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Japans Energiestrategie sieht vor, dass der Anteil von Öl und Erdgas, der entweder im Inland oder unter der Kontrolle japanischer Unternehmen im Ausland produziert wird, von 34,7 % im Geschäftsjahr 2019 auf mehr als 60 % im Jahr 2040 steigen soll, wie Bloomberg [1] berichtete.

Es sei weniger als einen Monat her, seit sich die Staats- und Regierungschefs der Welt auf dem COP26-Gipfel in Glasgow verpflichtet haben, den Klimawandel zu bekämpfen, doch in Japan gebe es keine Anzeichen, die Investition in fossilen Brennstoffen zu bremsen.

Regierungsbeamte hätten Handelshäuser, Raffinerien und Versorgungsunternehmen still und leise aufgefordert, ihre Abkehr von fossilen Brennstoffen zu verlangsamen, und sogar neue Investitionen in Öl- und Gasprojekte gefordert.

Die Beamten zeigten sich besorgt über die langfristige Versorgung mit traditionellen Brennstoffen, da sich die Welt auf erneuerbare Energien konzentriere. Die importabhängige Nation will einen möglichen Mangel an Treibstoff in diesem Winter sowie während zukünftiger Kälteperioden vermeiden, nachdem ein Defizit im vergangenen Jahr Ängste vor landesweiten Stromausfällen ausgelöst hatte.

Zwar habe sich Japan auf der COP26 dazu bekannt, den Kampf gegen den Klimawandel zu verstärken, einschließlich zur Verringerung der Kohlekraft und der Bekämpfung der Emissionen. Die Schritte der Beamten zeigen jedoch das Problem, diese Zusagen in die Realität umzusetzen, insbesondere für Länder wie Japan, das für fast 90 % seines Energiebedarfs auf Importe angewiesen ist, wobei die Preise teilweise aufgrund der weltweiten Abkehr von Investitionen in fossile Brennstoffe in die Höhe schnellen.

Die Regierung habe nur verhalten konkrete Zusagen gemacht, um kurzfristig aus der Kohle auszusteigen. Auch habe sie vermieden, sich den Bemühungen der Industrieländer anzuschließen, den Erdgasverbrauch zu senken.

Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie lehnte es allerdings ab, sich offiziell dazu zu äußern, ob es die Industrie ermutigt habe, die Investitionen in die fossile Energieversorgung zu erhöhen und verwies stattdessen auf einen strategischen Energieplan, der am 22. Oktober vom Kabinett von Premierminister Fumio Kishida genehmigt wurde. In diesem Plan heißt es: “Kein Kompromiss ist akzeptabel, um die Energiesicherheit zu gewährleisten, und es ist die Pflicht einer Nation, weiterhin die notwendigen Ressourcen zu sichern.”

Japan: Entwicklung der Stromerzeugung nach Energiequellen bis 2017, Quelle:Wikipedia

 Während Japan in diesem Winter drohende Stromausfälle oder Benzinrationierungen vermeiden wird, wenn die Energienachfrage in der Region ihren Höhepunkt erreicht, lässt die globale Energiekrise viele in der Regierung darüber nachdenken, wie sie sich auf die Zukunft vorbereiten können. Es wird immer noch erwartet, so Bloomberg [1], dass Japan für das nächste Jahrzehnt stark von fossilen Brennstoffen abhängig sein wird, da nur begrenzter Platz für den signifikanten Ausbau der Solarenergie zur Verfügung steht und sich der Windsektor des Landes nur langsam entwickelt. Es kämpft auch darum, die Kernreaktoren wieder in Betrieb zu nehmen, die nach der Katastrophe von Fukushima in 2011 abgeschaltet werden mussten.

Die Internationale Energieagentur hatte zwar im Mai 2021 erklärt, um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, muss die Welt aufhören, neue Gas-, Öl- und Kohlefelder zu erschließen. Japanische Beamte verweisen vielmehr auf die Bedenken, die von Australien im vergangenen Monat hervorgehoben wurden, die besagen, dass Europas Gasversorgungsengpässe ein Beweis dafür seien, dass die Nationen weiterhin auf mehr Produktionskapazitäten setzen müssen.

 

[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2021-12-01/japan-quietly-endorses-fossil-fuel-investments-weeks-after-cop?mc_cid=b82302247f&mc_eid=2560bc397b