„EU-Energiewende ist wirtschaftlich gesehen ein Reinfall“

Von Samuel Furfari*)

Ein Bericht des Energy Institute zeigt ein Europa, das an dem Anspruch einer „Energiewende“ festhält, während der Kontinent unter dem Gewicht der Klimapolitik schwächelt, deren idealistisch utopischen Ziele anderswo durch fossil unterstütztes Wirtschaftswachstum zunichtegemacht werden.

Daten aus der 75. Ausgabe der jährlichen „Statistical Review of World Energy“ werden nur diejenigen überraschen, die die Fakten ignorieren: Die Welt ist weiterhin massiv auf fossile Brennstoffe angewiesen. Solar- und Windtechnologien wachsen zwar aus, liegen aber immer noch hinter der stetig steigenden Energienachfrage, die im vergangenen Jahr einen Rekord von 600 Exajoule erreichte. (Das sind 600 Trillionen Joule, wobei ein Joule der Arbeit entspricht, die nötig ist, um ein Watt Leistung für eine Sekunde zu erzeugen.)

Vom gesamten Primärenergieverbrauch stammten 86 % aus fossilen Brennstoffen – 33,5 % aus Öl; Kohle, 27,6 %; Erdgas, 25,1 %. Solar- und Windenergie machten nur 3 % aus, die von der Europäischen Kommission stark über die stark verteufelten Kohlenwasserstoffe beworben werden.

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Energiewende: Schrecken ohne Ende oder Ende mit Schrecken

Unter diesen Titel erläutert Dr. Manfred Haferburg, ehemaliger Betriebsleiter des Kernkraftwerkes Greifswald, in seinem Vortrag fachkundig und sehr  anschaulich die bisherige Entwicklung der Energiewende, ihren bisherigen  Folgen und Kosten und beschreibt eindrucksvoll , was wir in Deutschland zu erwarten haben, wenn die Energiewende wie geplant zu Ende geführt. Kernpunkt seiner Ausführungen ist die Kernenergie, in die er auch die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima mit Filmmaterial einschließt. 90 Minuten Aufklärung, die anzuhören und anzusehen sich lohnen:

https://www.ida-hd.de/energiewende-schrecken-ohne-ende-oder-ende-mit-schrecken/

 

Folgen und Defizite der großen Transformation

Deutschlands Ausstiege symbolisierend, keine Teilhabe mehr am Wachstum, Quelle: iStock [6]

Erinnern wir uns: Die Ex-Kanzlerin Angela Merkel konzentrierte sich in ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum am 23. Januar 2020 in Davos auf das Thema Klimawandel. Hierzu führte sie unter anderem aus [1]:

„Klimaneutralität – die allermeisten Länder der Europäischen Union haben sich dazu verpflichtet. Die Kommissionspräsidentin […] hat Ihnen den „Green Deal“ vorgestellt. Europa will der erste Kontinent sein, der CO2-frei, also emissionsfrei, lebt. Das sind natürlich Transformationen von gigantischem, historischem Ausmaß. Diese Transformation bedeutet im Grunde, die gesamte Art des Wirtschaftens und des Lebens, wie wir es uns im Industriezeitalter angewöhnt haben, in den nächsten 30 Jahren zu verlassen – die ersten Schritte sind wir schon gegangen – und zu völlig neuen Wertschöpfungsformen zu kommen, die natürlich auch wieder eine industrielle Produktion enthalten und die vor allem durch die Digitalisierung verändert worden sind. Wir haben ja eine zweite Riesentransformation zu bewältigen. Und wir hoffen, dass sich die Transformation zur CO2-Emissionsfreiheit mit der Digitalisierung verstärken wird und die Digitalisierung das erleichtern kann.“

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„Der qualvolle Niedergang eine der europäischen Kernindustrien“

Wall Street Journal’s Newsletter ‚Klima & Energie‘ vom 29.1.2026 lese sich mit dieser Überschrift weniger wie ein Branchenbericht als vielmehr wie eine forensische Untersuchung einer industriellen Autopsie, schreibt Tilak Doshi [1]. Folgend ein paar Auszüge aus seinem Bericht, wie er über den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands und über seine jetzige wirtschaftliche Krise urteilt:

Einst Europas beeindruckende Fertigungsmacht, herrscht Deutschland nun über den stetigen Abbau einer seiner grundlegendsten Industrien – der Chemie – unter dem kombinierten Gewicht von selbst zugefügter Energieknappheit, Klimamoralismus und geopolitischer Fehleinschätzung.

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Fehlentwicklungen der Energiewende

Eines der Ziele war die Verminderung der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen. Inzwischen liegen 28 Energiewende-Jahre hinter uns. In 1997 wurden in einem internationalen Klimaabkommen, dem Kyoto-Protokoll, erstmals verbindliche Reduktionsziele für Treibhausgase (wie CO2, Methan) für Industrieländer festgelegt, um den Klimawandel zu bekämpfen. In 2005 trat das Abkommen in Kraft. Es hatte zwei Verpflichtungsperioden: bis 20212, dann 2013 – 2020. Es wurde schließlich vom Pariser Abkommen in 2015 abgelöst, das in 2021 in Kraft trat. Es führte Mechanismen wie Emissionshandel und „Clean Development Mechanism“ (CDM) ein, um die Ziele zu erreichen. Dieses Abkommen scheiterte an der Nicht-Ratifizierung durch die USA und an mangelnder Wirksamkeit.

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Deutsche Energiepolitik überwiegend kein Vorbild

Am 30. Juni 2025 stellte der Weltenergierat Deutschland eine internationale Umfrage „Perspectives on the German Energy Transition: a Global Survey“ vor [1], in der durch Befragung von Energiefachleuten aus 49 Staaten innerhalb und außerhalb der EU der Frage nachgegangen wurde, wie diese die deutsche Energiewende einschätzen, worüber Daniel Wetzel in Die Welt berichtete [2]. Tenor der Umfrage ist eine schlechtere Einschätzung der deutschen Energiewende, vor allem bei Befragten in der EU. Die KTG-Fachinfo 08/2025 vom 07.07.2025 resümiert unter anderem:

Starke Ablehnung des Atomausstiegs

Eine praktisch einhellige Ablehnung – unter den EU-Umfrageteilnehmern tatsächlich mit keinerlei Zustimmung – erfährt der Ausstieg aus der Kernenergie. Das bedeutet, dass die am stärksten als charakteristisch wahrgenommene Energiewendemaßnahme tatsächlich keinerlei Anhängerschaft unter den internationalen Energiefachleuten hat. Bei anderen Themen wie der Einspeisevergütung für erneuerbare Energien oder der Subventionierung von H2-befähigten Gaskraftwerken zeigen die Unterschiede zwischen EU- und Nicht-EU-Teilnehmern, dass mit größerer Nähe am Geschehen auch eine Ernüchterung hinsichtlich der Energiewendepolitik einsetzt. Sehr wenig Zustimmung allenthalben erhält auch die Absicht der drastischen Reduzierung des deutschen Energieverbrauchs um 50 Prozent gegenüber 2008 bis 2030.

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Falsche Energiepolitik gefährdet Versorgung und soziale Stabilität

In mehreren Artikeln (hier, hier, hier, hier) haben wir auf erhebliche Defizite unseres Stromversorgungssystems hingewiesen, die unter anderem durch die Energiewende hervorgerufen wurden. Noch immer steht die Energiewende vor gewaltigen Herausforderungen. Anstatt aus den Defiziten die fachlich notwendigen Schlüsse zu ziehen, dominieren noch immer Ideologie und Mikromanagement. Die Folge: Ineffiziente Ergebnisse, explodierende Kosten, das Netz droht zu kollabieren und der soziale Frieden gerät ins Wanken.

Der Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg*) beleuchtet in geraffter Form die systemischen Versäumnisse und gibt Empfehlungen. Dieser Beitrag stammt aus dem EXPERTS Circle [1]– einem Netzwerk ausgewählter Fachleute mit fundiertem Wissen und langjähriger Erfahrung. Die Inhalte basieren auf individuellen Einschätzungen und orientieren sich am aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis.

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Ist der mineralische Rohstoffbedarf ein Hemmschuh der Energiewende?

Ersteller: Dilok Klaisataporn Credit: Getty Images

Die Energiewende mit der Umstellung der Stromerzeugung von Fossilenergie auf Wind- und Solarenergie wie auch von Verbrenner- auf Elektromotoren hat einen gewaltigen Anstieg des Mineralbedarfs zur Folge. Unter anderem kann der Kupferbedarf zu einem Engpass führen. Darüber hinaus sind zur Gewinnung der Materialien erhebliche Eingriffe in die Natur unausweichlich. Raubbau im Namen der Umwelt?

Sind diese mineralischen Rohstoffe in den erforderlichen Mengen auf der Erde überhaupt vorhanden, um international die genannten Umstellungen zu erreichen, und wie steht es um ihre Abbaubarkeit?

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Mit Wind- und Solarstrom weiter in den wirtschaftlichen Niedergang

Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel*)

Mit zufälligem Wind- und Solarstrom kann kein Land sicher und bezahlbar versorgt werden.  Politiker glauben dies aber und die Medien verbreiten es.

Es kann nicht oft genug wiederholt werden. Strom muss in dem Augenblick erzeugt werden, in dem er gebraucht wird. Der Zufallsstrom aus Sonne und Wind ist für eine sichere Stromversorgung nicht geeignet. Er kann nur begrenzt in ein Stromnetz eingespeist werden, dessen Frequenz von den großen rotierenden Turbinen und Generatoren der Kraftwerke stabil gehalten wird (Momentan-Reserve). Die Kraftwerke regeln auch die Netzleistung auf den Bedarf. Die Kraftwerksleistung muss mindestens 40 Prozent betragen, damit das Netz stabil bleibt. Es ist eine Utopie zu glauben, man könne ein Land nur mit Zufallsstrom aus Sonne und Wind (Fakepower) versorgen. Doch dieser Glaube ist durch ständige Wiederholung in fast allen Medien und politischen Statements in großen Teilen der Bevölkerung fest verankert. Er ist Grundlage für Klimagesetze, die inzwischen von der Verfassung gefordert werden.

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Nur rund um die Uhr verfügbarer Strom ist von Wert

Prof. Dr.-Ing. Hans-Günter Appel [1]

Eine sichere und preiswerte Energieversorgung ist nur mit fossilen und nuklearen Brennstoffen möglich. Wind- und Solarstrom ist nicht sicher verfügbar.

Energie hat nur Wert, wenn sie bei Bedarf verfügbar ist. Das ist bei den vom Wetter gesteuerten Wind-, Solar- und Laufwasser-Stromerzeugern nicht der Fall (Fakepower). Mal gibt es zu wenig, mal zu viel Strom. Gibt es zu wenig Strom, müssen Kraftwerke oder teure, verlustreiche Speicher die Strommenge auf den Bedarf regeln. Zuviel Strom führt zur Überlastung des Netzes. Dann müssen rechtzeitig Fakepoweranlagen abgeschaltet werden. Sonst unterbrechen Überlastsicherungen die Stromzufuhr (Blackout).

Das heißt: Wir können auf Kraftwerke nicht verzichten. Die Vision, Deutschland  in 20 Jahren ausschließlich mit Fakepower zu versorgen, ist Utopie. Regelkraftwerke müssen die Netzleistung sichern. Darüber hinaus kann in Deutschland mit Fakepoweranlagen nicht die für das Land benötigte Energie gewonnen werden. Der Flächenbedarf dafür ist zu groß und die Energieverluste bis zum Verbraucher steigen durch lange Leitungen und unzureichende Speicher in nicht bezahlbare Höhen. Deutschland ist und bleibt ein Energie-Importland.

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