Gruppenidentität, sozialer Status und ein von Qualifikationen dominiertes politisches Establishment machen die Klimadiskussion zunehmend immun gegen enttäuschende Ergebnisse, argumentiert Evert Doornhof von Clintel*). Das Ergebnis ist eine klimapolitische Falle, in der Misserfolge nicht zu einem Umdenken führen, sondern zu noch mehr Klimapolitik.
Energiewende; Energiepolitik
Ökostrom-Bilanz im sonnenreichen Juli 2026
Der außergewöhnliche sonnenreiche Juli 2026 gibt einen Eindruck, welchen annähernd maximalen Strombeitrag die aktuell installierte Leistung der Solaranlagen von 125.452 MW lieferte, und zwar 4,14 TWh mit einem Anteil von 9 % an der Stromlast.
Der Windstrombeitrag der Meer- und Landanlagen zusammen betrug 7,82 TWh mit 17 % Anteil an der gesamten Stromlast von 46,0 TWh. Die installierte Leistung der Windenergieanlagen beträgt aktuell 81.149 MW.

Quelle: Darstellung von ChatGPT
Obige Grafik und Tabelle machen eines besonders deutlich: Ohne grundlastfähige Stromerzeuger ist eine gesicherte Stromversorgung nicht erreichbar. Braunkohle, Steinkohle (inkl. Importe), Erdgas, Laufwasser und Biomasse tragen deutlich über 50 % zur Stromerzeugung bei. Im Vergleich zur installierten Leistung der Erneuerbaren sind an gesicherter Grundlast (nur) rund 60.000 MW erforderlich.
Quelle:
ChatGPT verwendete bei öffentlicher Nettostromerzeugung bzw. die Stromlast in Deutschland Angaben aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE. Die Daten basieren u. a. auf ENTSO-E, AGEE-Stat, Destatis und der AG Energiebilanzen.
Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker

Grafik generiert durch ChatGPT
Mit dem Kohleausstiegsgesetz vom August 2020 und dem darin enthaltenen Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) hat sich die Bundesregierung verpflichtet, schrittweise bis Ende 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen [1][2]. Nordrhein-Westfalen (NRW) will bereits ohne Rechtspflicht bis 2030 aus der Kohle aussteigen, wartet aber auf diesbezügliche Vorgaben des Bundes.
Der wichtigste politische Grund für den Kohleausstieg ist die Vermeidung weiterer CO2-Emissionen. Der Weltklimarat IPCC vertritt die unbewiesene Hypothese, dass das vom Menschen erzeugte Kohlenstoffdioxid maßgeblich für die allmähliche Zunahme der Erdtemperatur verantwortlich ist. Derzeit 0,16 0C pro Dekade. Wissenschaftliche Erkenntnisse widersprechen der IPCC-Hypothese. Zudem, CO2 ist ein lebensnotwendiges Gas, mithin kein „schädliches Treibhausgas“, wie es gebetsmühlenartig immer bezeichnet wird.
„EU-Energiewende ist wirtschaftlich gesehen ein Reinfall“
Von Samuel Furfari*)
Ein Bericht des Energy Institute zeigt ein Europa, das an dem Anspruch einer „Energiewende“ festhält, während der Kontinent unter dem Gewicht der Klimapolitik schwächelt, deren idealistisch utopischen Ziele anderswo durch fossil unterstütztes Wirtschaftswachstum zunichtegemacht werden.
Daten aus der 75. Ausgabe der jährlichen „Statistical Review of World Energy“ werden nur diejenigen überraschen, die die Fakten ignorieren: Die Welt ist weiterhin massiv auf fossile Brennstoffe angewiesen. Solar- und Windtechnologien wachsen zwar aus, liegen aber immer noch hinter der stetig steigenden Energienachfrage, die im vergangenen Jahr einen Rekord von 600 Exajoule erreichte. (Das sind 600 Trillionen Joule, wobei ein Joule der Arbeit entspricht, die nötig ist, um ein Watt Leistung für eine Sekunde zu erzeugen.)
Vom gesamten Primärenergieverbrauch stammten 86 % aus fossilen Brennstoffen – 33,5 % aus Öl; Kohle, 27,6 %; Erdgas, 25,1 %. Solar- und Windenergie machten nur 3 % aus, die von der Europäischen Kommission stark über die stark verteufelten Kohlenwasserstoffe beworben werden.
Staatliche Vorsorge für den Fall drohenden Blackouts
Die Bundesnetzagentur (BNA) arbeitet seit zwei Jahren an dem Aufbau einer Abschalt-Plattform für Industriebetriebe für den Fall drohender Stromengpässe im Netz. Die Welt machte am 30. Juli 2026 hierauf aufmerksam.
Märchen der deutschen Energiepolitik
In Deutschland wird das Märchen erzählt, dass man durch Nutzung volatiler Energiequellen stabile Energiepolitik für eine moderne Wirtschaftsnation machen kann.
Es herrscht die illusionäre Vorstellung (Energieeffizienzgesetz, EnEfG), dass die Verknappung des Energieangebots eine gute Idee ist. Man will gleichzeitig den Energieverbrauch drastisch senken, und man glaubt durch Effizienzsteigerungen alles kompensieren zu können (EnEfG).
Die öffentliche Wahrnehmung des Status Quo bedarf dringend einigen Klarstellungen:
- Der deutsche Energiemix besteht aus mehr als nur Strom.
- Der deutsche Strommix besteht aus mehr als nur Windrädern und Solarpaneelen.
- Die deutsche Energiewende scheitert in ihrer Ausführung und Zielsetzung
Leider hat das Zusammentreffen von Märchenwelt und Realität im Fall der Energiewende wenig humorvolle Konsequenzen.
Gebäudemodernisierungsgesetz: Was bringt es Neues, was blieb?
Die ursprüngliche Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) der Ampelregierung aus dem Jahr 2023 – umgangssprachlich „Heizungsgesetz“ – wurde durch die neue Bundesregierung grundlegend überarbeitet. Der Bundestag hat am 10. Juli 2026 das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen.
Der Bundesrat hatte zuvor am 12. Juni 2026 trotz Kritik aus einigen Ländern den Gesetzentwurf ohne entscheidende Änderungen bestätigt.
Was 80 % Strom aus Erneuerbaren bis 2030 bedeuten
Das bestehende Stromnetz kommt nach Betreiberaussagen häufiger an seine Belastungsgrenzen. Die Zahl der Redispatch-Eingriffe ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ein wesentlicher Grund ist der bislang verzögerte Ausbau des Netzes, der dem Ausbau der Windenergie- und Solaranalgen nicht nachkommt. Nach Einschätzung der Netzbetreiber ist ein großflächiger Blackout sehr unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Nach dem geltenden deutschen Recht soll der Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 mindestens 80 % des Bruttostromverbrauchs erreichen. Dieses Ziel ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) festgeschrieben.
Was bedeutet das für die Stromversorgung, die künftig – politisch gewollt – eine zentrale Bedeutung einnehmen soll, weil immer mehr Bereiche wie Verkehr (Elektroautos), Heizung (Wärmepumpen) und weitgehende Elektrifizierung (Ersatz für fossile Energieträger) in der Industrie mit Strom betrieben werden sollen?
Eine realistische Berechnung der Stromerzeugungskosten aus Wind- und Solarenergie
Wind und Sonne wurden als preisgünstiger, vollwertiger Ersatz für grundlastfähige Kraftwerke verkauft, obwohl das technisch nie realistisch war. Gleichzeitig hat man die Kernkraft aufgegeben, die einzige CO2-arme Energiequelle mit hoher Energiedichte und verlässlicher Verfügbarkeit. Das Ergebnis ist sichtbar: Strompreise, die zu den höchsten der Welt gehören, eine schleichende Abwanderung energieintensiver Industrien, eine wachsende Abhängigkeit von Gas- und Stromimporten und eine sinkende energetische Resilienz.
Dr. Lars Schernikau hat auf seinem Blog [1] eine Kostenberechnung der Stromerzeugung eingestellt, die, und darauf kommt es kostenmäßig vor allem an, die Kosten der für den Ökostrom notwendigen Infrastruktur miteinschließt, was in öffentlichen Verlautbarungen zumeist unerwähnt bleibt.
Energiewende: Schrecken ohne Ende oder Ende mit Schrecken
Unter diesen Titel erläutert Dr. Manfred Haferburg, ehemaliger Betriebsleiter des Kernkraftwerkes Greifswald, in seinem Vortrag fachkundig und sehr anschaulich die bisherige Entwicklung der Energiewende, ihren bisherigen Folgen und Kosten und beschreibt eindrucksvoll , was wir in Deutschland zu erwarten haben, wenn die Energiewende wie geplant zu Ende geführt. Kernpunkt seiner Ausführungen ist die Kernenergie, in die er auch die Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima mit Filmmaterial einschließt. 90 Minuten Aufklärung, die anzuhören und anzusehen sich lohnen:
https://www.ida-hd.de/energiewende-schrecken-ohne-ende-oder-ende-mit-schrecken/