Appell an Bund und Länder zum nuklearen Kompetenzerhalt

Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie verfolgt die Bundesregierung zugleich keine Programme zur Forschung und Entwicklung fortgeschrittener Kernkraftwerke. Auch gibt es kein Förderprogramm zum Bau oder zur Einführung kommerzieller Smal Modular Reactors (SMR) in Deutschland, obwohl im Koalitionsvertrag der derzeitigen Regierung der SMR erwähnt wurde. Staatliche Unterstützung beschränkt sich auf nukleare Sicherheits- und Entsorgungsfragen.

Dies führt zwangsläufig mittelfristig zu einem Verlust an Kerntechnik-Ingenieuren und Physikern und von Erfahrungswissen, dass sich nicht allein aus Lehrbüchern vermitteln lässt. Auch an vielen deutschen Hochschulen hat der Ausstieg bereits zu Veränderungen geführt. So wurden teilweise Lehrstühle für Kerntechnik nicht wiederbesetzt, Studienangebote reduziert oder eingestellt.

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Kleine Fernwärme-SMR für Städte

Small Modular Reactors (SMR) befinden sich weltweit in der Entwicklung. Sie können neben Strom Prozesswärme für die Industrie, Fernwärme oder gar für die Produktion von Wasserstoff eingesetzt werden. Die Erfolgsaussichten von SMRs hängen vor allem davon ab, ob die Serienfertigung die Kosten tatsächlich deutlich senken kann und wie schnell Genehmigungen erteilt werden und sie vor allem eine so genannte inhärente nukleare Sicherheit besitzen.

Der finnische Entwickler Steady Energy [1] [2] baut in der Stadt Helsinki eine nicht-nukleare Pilotanlage des kleinen, modularen Reaktors LDR-50 zur Fernwärmeversorgung. Dazu erhielt das Unternehmen ein Darlehen in Höhe von EUR 10,5 Mio. (umgerechnet rund CHF 9,7 Mio.). Innerhalb von drei Jahren soll der Baubeginn des kommerziellen Fernwärme-SMR erfolgen.

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Deutsche Kernkraftwerke können wirtschaftlich und zeitnah reaktiviert werden

Am 19. Juni 2026 stellte Nukleria in einer Pressemitteilung den neuen Bericht »Wiederinbetriebnahme deutscher Kernkraftwerke – Wirtschaftliche Tragfähigkeit und Ausblick« der Radiant Energy Group [1] der deutschen Öffentlichkeit vor. Der Bericht entstand unter maßgeblicher Mitwirkung deutscher kerntechnischer Fachleute aus dem Umfeld von Nuklearia. Als Co-Autor und technischer Redakteur wirkte der stellvertretende Vorsitzende Noah Jakob Rettberg an seiner Erstellung mit. Die Analyse liefert erstmals eine umfassende wirtschaftliche und technische Bewertung der Reaktivierungsoptionen deutscher Kernkraftwerke.

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Kernenergie: Offener Brief an Regierungsvertreterin und -vertreter

Am 25.06.2026 veröffentlichte Nukleria.de den vollständigen Wortlaut eines offenen Briefes einer Gruppe ehemaliger Leiter deutscher Kernkraftwerke und weiterer kerntechnischer Experten an Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche und den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn:

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Initiative für die Kernenergie in Deutschland

Die Organisation WePlanet*) hat einen offenen Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, veröffentlicht. Darin wird angeregt, Kernenergie in den kommenden Langfristszenarien zur Energiewende im Rahmen einer technologieoffenen und ergebnisoffenen Modellierung zu berücksichtigen.

Wie es mit der Energiewende weitergeht, entscheidet nicht nur über das Erreichen der Klimaziele, sondern auch über Wohlstand, Zukunftsfähigkeit und letztlich den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. WePlanet will, dass diese Weichenstellung nicht entlang politischer Vorannahmen erfolgt, sondern auf Basis von Evidenz und Wissenschaft.

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„Ausstieg führt zum Abstieg“

Mit diesem Slogan warnte der langjährige Sprecher des Deutschen Atomforums Manfred Petroll bereits in 1998 vor der Abkehr von der Kernenergie, die den wirtschaftlichen Wohlstand und die technologische Führungsposition Deutschlands gefährden würden. Heute, 28 Jahre später zeigt sich, wie recht er hatte. Sein damaliges Eintreten und seine Argumente für die Kernenergie haben noch heute unverändert Gültigkeit:

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EU warnt vor vorzeitiger Schließung von Kernkraftwerken

Die EU hat die Mitgliedsländer vor der vorzeitigen Schließung von Kernkraftwerken gewarnt, während sie Maßnahmen vorstellte, die darauf abzielen, die Auswirkungen einer durch den Konflikt im Iran verursachten Energiekrise zu mildern und die langfristige Abhängigkeit des Wirtschaftsblocks von fossilen Brennstoffen zu verringern [1][2].

Die Europäische Kommission erklärte in einer Mitteilung mit dem Titel „Bezahlbare und sichere Energie durch beschleunigtes Handeln“ [2], dass die Folgen des Krieges im Nahen Osten und der Schließung der Straße von Hormus erneut die Abhängigkeit Europas von importierten fossilen Brennstoffen zeigen.

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Kleine Reaktoren (SMR) auf dem Vormarsch. Kanzler hält Rückkehr der Kernenergie für irreversibel

Zwölf der 27 EU-Mitgliedsstaaten verfolgen einen Energiemix unter Einschluss der Kernkraft und gehen in Sachen SMR voran. Nicht so Deutschland. Der Bundeskanzler bekundete zwar, dass er rückblickend den Ausstieg aus der Kernenergie für einen Fehler hält, hält andererseits aber die Rückkehr zur Kernenergie für „irreversibel“ und argumentiert, es gäbe in Deutschland dazu keinen gesellschaftlichen Konsens. Dann muss die Regierung für diesen Konsens mit Entschlossenheit sorgen! Nur diese Haltung überzeugt.

Dazu goss der Fraktionschef der Unionsfraktion im Bundestag Öl in die nur noch glimmende Asche des Ausstiegs. Am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion sagte er vor Journalistinnen und Journalisten in Berlin [2], er könne sich vorstellen, deutsche Atomkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen. Man solle dies miteinander prüfen. Er verwies auf Studien, wonach die stillgelegten Reaktoren der vergangenen Jahre „mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten“. Man müsse diese Debatte gesellschaftlich führen. In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen.

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Deutschlands Atomausstieg ist kein Naturgesetz

Am 21. März 2026 ist in der Berliner Zeitung ein Gastbeitrag der KernD-Geschäftsführerin Nicole Koch erschienen. Vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Entwicklungen in Europa plädiert sie darin für eine offene, sachliche Neubewertung der Kernenergie in Deutschland.

Warum Europa Kernenergie neu entdeckt – und auch wir den Mut zur Debatte wiederfinden müssen.

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Kleine Reaktoren (SMR): Verschläft Deutschland die Entwicklung?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzte sich am 15.3.2026 für die Erforschung und den Bau von Small Modular Reactors (SMR) als Pilotprojekt in Bayern ein [1]. Er sieht darin eine Möglichkeit, die bayerische Energieversorgung zukunftsfähig zu gestalten, CO2-frei zu produzieren und den Industriestandort zu sichern. Deutschland dürfe nicht den Anschluss an die Kerntechnik verlieren, während andere Länder auf diese Technik setzen.

Wir nehmen Söders Vorstoß zum Anlass, nochmals einen Blick auf diese Reaktorart zu werfen. SMRs haben eine geringere Leistung (unter 300 MWe) als herkömmliche Kernkraftwerke. Weltweit gibt es derzeit einige dieser Anlagen, z.B. in Russland und China.

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