Energie ist, unabhängig von der Art, für die Industrie und generell für das menschliche Leben alternativlos. „Menschen, die in ihrer ganzen Geschichte ihre Bedürfnisse mehr schlecht als recht unter Verwendung ihrer regenerativen Energien gedeckt hatten, stand durch die schnell wachsende Energietechnik gegenüber früheren Zeiten ein Vielfaches an Nutzenergie, an Arbeitsfähigkeit, zur Verfügung, gewonnen aus der in vielen Millionen Jahren aus Sonnenenergie gespeicherten fossilen Energie Kohle“, schreibt Klaus Knizia*) in seinem Buch „Schöpferische Zerstörung = zerstörte Schöpfung“. Und weiter „Hat die Menschheit die vorhandenen Energiemengen nur zu Bruchteilen zur Verfügung, wird die Versorgung der Menschheit zusammenbrechen mit entsprechenden populationsdynamischen Katastrophen und vorherigen oder damit einhergehenden Umweltschäden. Es gibt kein Zurück zu den Schäferidyllen des 18. Jahrhunderts, zu den Zuständen einfachen und friedlichen Lebens in ländlicher Abgeschiedenheit mit ihrer offenbar so erstrebenswerten Hungerepidemien.“
Schiefergas
Schiefergas: Deutsches Vorkommen würde zur energiepolitischen Resilienz beitragen
Seit 2017 besteht in Deutschland ein weitgehendes Verbot des unkonventionellen Frackings, also des aufbrechen von dichten Tongestein- und Schieferformation zur Erschließung bislang unzugänglicher Gasvorkommen. Konventionelles Fracking in klassischen Sandsteinlagerstätten ist davon ausgenommen und wird hierzulande praktiziert. Das Verbot des unkonventionellen Verfahrens wurde mit diffusen Ängsten vor Grundwasserverunreinigung und Erdbeben begründet.
Eine von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Auftrag gegebene Studie [1] des Geowissenschaftlers Hans-Joachim Kümpel legt nüchterne und wissenschaftsbasierte Neubewertung nahe
- Langfristig könnten rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr gefördert werden
- Studie sieht Potenzial zur Verringerung von Importabhängigkeit und Energiepreisdruck (≈ ein Viertel des heutigen deutschen Gasbedarfs)
- Bis zu 18 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente könnten jährlich vermieden werden
Fracking, die bislang politisch verpasste Chance als Beitrag zur Energieversorgung und zur CO2-Einsparung
Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, ehem. Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Das kalte Wetter hat Deutschlands Erdgas-Vorräte kräftig schrumpfen lassen, obwohl hiesige Energieunternehmen in den vergangenen Jahren in aller Welt massenhaft Flüssiggas (LNG) eingekauft haben. Dabei verfügt Deutschland eigentlich über eigene Erdgas-Ressourcen in großer Menge. Die müssen aber im Boden bleiben, aus politischen Gründen.
Lassen Sie mich Ihnen erzählen, wie es dazu kam. Aus nächster Nähe habe ich die Umstände miterlebt.
Speicherbetreiber schließen Gasmangel nicht aus
Mit fast 79 Prozent Füllmenge waren die Gasspeicher in Deutschland zum 1. Februar 2023 sogar fast doppelt so voll wie von der Bundesregierung anvisiert – ein Wert von 40 Prozent der Kapazität war das ausgegebene Ziel [1]. Laut Bundesnetzagentur bleibt ein sparsamer Gasverbrauch dennoch wichtig. So sei für eine sichere Versorgung im Winter ein Speicherstand von 75 Prozent am 1. September 2023 nötig (siehe Abbildung).
Dass der gute Füllstand der Gasspeicher keinen Anlass zur Sorglosigkeit gibt, geht aus aktualisierten Modellierungen hervor, die nach Information der dpa der Branchenverband Initiative Energien Speicher (Ines) vorgestellt hat. Demnach könnte im Szenario eines kalten Winters wie 2010 ein von den derzeitigen Einsparungen geprägtes Verbrauchsniveau im Januar, Februar und März 2024 nicht mehr vollständig gedeckt werden. Die Speicherbetreiber schließen auch bei vollständig gefüllten Erdgasspeichern zu Winterbeginn einen Gasmangel im Frühjahr 2024 nicht aus.
An Langfristverträgen mit verlässlichen Erdgaslieferanten geht kein Weg vorbei
Nach mehr als 20 Jahren Energiewende-Erfahrung sollte man wissen, dass es das dekarbonierte grüne Paradies aus Sonnenkraft und bewegter Luft nicht geben wird. Nicht in einem Industriestaat wie Deutschland. Die Energiewende hat Mitschuld an der Energiekrise, in der wir uns akut befinden. Mark P. Mills*) liest gewissermaßen den europäischen Politikern, insbesondere deutschen Entscheidungsträgern, die Leviten über ihre verfehlte, kurzsichtige Energiepolitik. Dass er als US-Amerikaner sein Land als helfender Partner anbietet, ist verständlich, seine ins Deutsche übersetzte, leicht gekürzte Analyse [1] ist zutreffend:
Europa hat nicht viele Möglichkeiten, mit den unmittelbaren Energie-Engpässen umzugehen. Im Wesentlichen wurde alles getan, was schnell erledigt werden kann: die Installation von Importterminals für schwimmendes Flüssigerdgas (LNG), die Wiederinbetriebnahme alter Kohlekraftwerke, die Erhaltung von Kernkraftwerken, die für die Stilllegung vorgesehen waren, die Umstellung vieler Industriekessel von Erdgas auf besser fungibles Öl und das Senden symbolischer Botschaften über die Reduzierung der Nachfrage durch kalte Duschen und das Dimmen von Lichtern. Europas verbleibende kurzfristige Alternativen sind jetzt eine brutale Kombination aus weiteren Shutdowns, regelrechter Rationierung, massiven inflationären Subventionen für die Bürger und Rettungsaktionen für die Industrie.
Schiefergas führt zur Entspannung des hochpreisigen Gasmarktes
Erst vor wenigen Tagen stellten wir auf dieser Webseite den Beitrag „Deutsches Erdgas – Fracking das Gebot der Stunde“ ein.
Hier nun lassen wir den ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Geowissenschaften und Rohstoffe, Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, in einer persönlichen Erklärung zu Wort kommen, der sich öffentlich wiederholt zum Fracking des Schiefergases bekannt hat.
Auf dieser Webseite sind hier, hier und hier weitere Informationen zum Thema Fracking und dem Schiefergas, um das es dabei geht, zu finden. Welt am Sonntag widmete sich ausführlich unter dem Titel „Ganz weit unten“ am 12. Juni 2022 diesem Thema.
Müssen wir unsere Einstellung zum Fracking überdenken?
Deutschland verfügt über ein enormes Schiefergaspotenzial, das bei seiner Nutzung die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen bedeutend verringern würde und in der gegenwärtigen Situation mindest eine Teillösung der Energiekrise bringen würde. Dieses Schiefergas kann nur im Frackingverfahren gefördert werden, ein Verfahren, das in Deutschland per Gesetz verboten ist.
Cicero-Online brachte am 7. Juli 2022 unter dem obigen Titel den folgenden Beitrag von Nils Westerhaus:
Um sich aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu befreien, könnte Deutschland auf eigene Erdgasvorkommen zurückgreifen, die sich vor allem unter Niedersachsen befinden. Diese müssten allerdings durch Fracking gewonnen werden – eine Technologie, die von Umweltschützern scharf abgelehnt wird. Mehrere Experten sind der Meinung, dass die Bedenken unbegründet sind.
Die Energieversorgung in Deutschland steht vor dem Kollaps
Wenn es noch eines Beweises für das Scheitern der Energiewende bedurft hätte, der Entwurf des Gesetzes mit dem sperrigen Namen „Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz“ macht es publik. Bereits der „Ampel“-Koalitionsvertrag hatte die Notwendigkeit von Gaskraftwerken festgeschrieben, obwohl auch sie zu den CO2-Emittenten zählen. Doch nun steht selbst eine ausreichende Gasversorgung auf der Kippe.
Sinngemäß heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfes, dass ein temporärer Weiterbetrieb von den verschmähten Kohlekraftwerken erforderlich sei. Der seit Jahren von der grünen Energiepolitik verfolgte Kohleausstieg muss zeitweise suspendiert werden, auch zur Schonung der Gasreserven, um die es schlecht bestellt ist.
In der Sackgasse
Leserbrief von Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt zu FAZ vom 16.05.2022 zu Christian Geinitz: „Kalter Herbst“, erschienen am 19.05.2022.
„Herrn Geinitz ist zu danken, dass er das Dilemma thematisiert, in der wir uns mit der unvollendet, fast blinden Ausstiegspolitik in der Energiewirtschaft ohne leistungsadäquate Einstiege in den Blick zu nehmen, in eine Sackgasse hinein manövriert haben, aus der es unmöglich ist, unbeschadet heraus zu kommen. Das fehlende Gas zur Wohnraumheizung kann man durch einen Wollpullover weitgehend kompensieren, erheblicher ist das fehlende Gas zur Überbrückung einer Windflaute zu Aufrechterhaltung unserer Stromversorgung. An windschwachen Tagen ist in den Wintermonaten unsere Stromversorgung, heute bereits deutlich erkennbar, ohne Kern-, Kohle- oder Gaskraftwerke nicht zu halten. Ein Blackout ist dann auch nach der Aktvierung der spärlichen restlichen Reserven nicht mehr unabwendbar.
Ein britisches Plädoyer für Schiefergas. Eine Option auch für Deutschland
Laut Nachrichtenberichten [1] fordert PM Boris Johnson die westlichen Nationen auf, die Erdgasproduktion zu erhöhen, und konterkariert damit seinen Energieminister Kwarteng, der sich weiterhin gegen die britische Schiefergasproduktion ausspricht und behauptet, dass Großbritannien „von teuren fossilen Brennstoffen wegkommen muss“.