Die Füllstände der Gasspeicher in Deutschland liegen derzeit bei 61 % (151 TWh). Sie sind deutlich niedriger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre. Gleichwohl beurteilt die Bundesnetzagentur [1] die Gasversorgung in Deutschland als stabil. Die Agentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung nach aktuellem Erkenntnisstand weiterhin als gering ein. Die Gasspeicher entleeren sich im Rahmen der marktlichen und wetterbedingten Erwartungen. Abnehmende Füllstände sind kein Indiz für eine Mangellage. Für die sichere Gasversorgung ist es auch nicht zwingend, dass die Füllstandsziele zum 1. Februar erreicht werden. Für die Versorgungssicherheit entscheidend ist ein Zusammenspiel von Pipelineimporten, Speichern, LNG-Importen, Infrastruktur und Nachfrage. Die Gasimporte sind stabil. Über Pipelines wurden vom 25. Oktober 2026 – 31. Oktober 2026 insgesamt 18 TWh importiert. Über die deutschen LNG-Terminals sind im selben Zeitraum 1,3 TWh importiert worden. Dies entspricht einer durchschnittlichen Auslastung der LNG-Terminals von erst 29 %. Das spricht dafür, dass noch zusätzliche Importkapazität vorhanden war.
Füllstand
Verfügt Deutschland über ausreichend Gas?
“Wir haben immer noch Probleme mit der Gasversorgung”, hatte RWE-Chef Markus Krebber Ende November 2024 erklärt. “Wenn wir wirklich unabhängig von russischem Gas sein wollen, brauchen wir mehr Importkapazitäten, und das werden wir wahrscheinlich auch in diesem Winter wieder erleben, weil sich die Gasspeicher wegen des kalten Winterbeginns ziemlich schnell leeren.“
Seit Anfang 2025 sind die Gasspeicher deutlich leerer als in den Vorjahren. Sie sind derzeit zu (nur) 33 Prozent gefüllt. Sie enthalten sogar weniger als im Durchschnitt der Jahre 2017-2021. Das liegt daran, dass es vergleichsweise kalt ist und die Industrie zuletzt mehr Gas verbraucht hat. Bis zum Jahreswechsel hatte der Füllstand immer deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2017-2021 gelegen. In der Woche vom 17.2.2025 bis zum 23.2.2025 wurden deutschlandweit 26 Terawattstunden (TWh) Gas verbraucht. Das sind 0,6 Prozent mehr als üblich waren – verglichen mit der entsprechenden Kalenderwoche in den Jahren 2018 bis 2021.
Speicherbetreiber schließen Gasmangel nicht aus
Mit fast 79 Prozent Füllmenge waren die Gasspeicher in Deutschland zum 1. Februar 2023 sogar fast doppelt so voll wie von der Bundesregierung anvisiert – ein Wert von 40 Prozent der Kapazität war das ausgegebene Ziel [1]. Laut Bundesnetzagentur bleibt ein sparsamer Gasverbrauch dennoch wichtig. So sei für eine sichere Versorgung im Winter ein Speicherstand von 75 Prozent am 1. September 2023 nötig (siehe Abbildung).
Dass der gute Füllstand der Gasspeicher keinen Anlass zur Sorglosigkeit gibt, geht aus aktualisierten Modellierungen hervor, die nach Information der dpa der Branchenverband Initiative Energien Speicher (Ines) vorgestellt hat. Demnach könnte im Szenario eines kalten Winters wie 2010 ein von den derzeitigen Einsparungen geprägtes Verbrauchsniveau im Januar, Februar und März 2024 nicht mehr vollständig gedeckt werden. Die Speicherbetreiber schließen auch bei vollständig gefüllten Erdgasspeichern zu Winterbeginn einen Gasmangel im Frühjahr 2024 nicht aus.