Asse: Rückholung der radioaktiven Abfälle wird zu einer Ewigkeits-Aufgabe

In der Schachtanlage Asse II im Landkreis Wolfenbüttel liegen in über 500 und über 700 Meter Tiefe rund 47.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Dort seien sie nicht sicher. Sie müssen zurückgeholt und das Bergwerk anschließend stillgelegt werden – so lautet der gesetzliche Auftrag an die Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE).

Der Start der Räumung des Atommülllagers Asse ist wieder offen:  „Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, so dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann«, sagte Dagmar Dehmer, Sprecherin der BGE. [1] Bisher hatte die zuständige Betreibergesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Peine eine Rückholung der Abfälle ab dem Jahr 2033 anvisiert.

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Die EU ändert ihre Energiepolitik und setzt verstärkt auf Kernenergie

Beim Nuclear Energy Summit der IAEA am 10. März 2026 kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Europäische Strategie für SMR an. Vor dem Hintergrund der Feststellung, dass Europa strukturell zu hohe Energiepreise habe, die sowohl die Verbraucher als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie belasteten, erklärte sie, dass es ein strategischer Fehler Europas war, den Anteil der Kernenergie abzusenken und so einer verlässlichen, wettbewerbsfähigen Quelle emissionsarmen Stroms den Rücken gekehrt zu haben.

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Zeitpunkt der Endlager-Standortauswahl wird gestrichen

Im Vordergrund links die Schachtanlage des Endlager-Erkundungsbergwerkes Gorleben. Im Hintergrund das Castor-Behälterlager und Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Quelle: https://www.bge.de/de/das-bergwerk-gorleben/

Im Standortauswahlgesetz (StandAG) von 2013, die die Suche eines Standortes für die Endlagerung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle regelt, heißt es in § 1 Abs. 5: „Die Festlegung des Standortes wird für das Jahr 2031 angestrebt“. Medien vom 4.2.2026 berichten nunmehr über einen Referentenentwurf des Bundesumweltministeriums, wonach das Zieljahr 2031 ersatzlos gestrichen wird. Das Ziel sei nicht realistisch, hieß es demnach in der Begründung. Zudem sei eine gesetzliche Vorgabe nicht mit den Anforderungen an das Auswahlverfahren kompatibel. Details dazu wurden nicht bekannt.

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Langzeitbetrieb der Kernkraftwerke stärkt Europas Energieversorgung

Das wissenschaftliche Beratungsgremium der European Nuclear Society, der High Scientific Council, plädiert in seinem Positionspapier nachdrücklich für den Langzeitbetrieb (LZB) der Kernkraftwerke in Europa. Der LZB sei entscheidend für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise und wirke drohenden Kapazitätslücken sowie steigenden Emissionen entgegen.

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Ohne Nuklearforschung verliert Deutschland nuklearwissenschaftliche Souveränität

Sprengung des dritten Kühlturmes des KKW Biblis

Deutschland ist mit seinem vollständigen Ausstieg aus der Kernenergie in der EU inzwischen mehr oder weniger ein Außenseiter. Selbst Staaten, die schon aus der zivilen Kernkraft-Nutzung ausgestiegen waren, kehren wieder zurück oder denken darüber nach. Nicht Deutschland. „Es war eben ein schwerer strategischer Fehler, aus der Kernenergie auszusteigen“(Merz)[1], aber es werden daraus keine Konsequenzen gezogen.

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„Atomenergie: Die teuerste Form der Energiegewinnung“- laut SPD

Eine Richtigstellung, die sich auch durch KI leicht verifizieren lässt.

In der WELT AM SONNTAG vom 3.1.26 berichtete Daniel Wetzel darüber, dass „Die CSU eine Entgiftungskur für Atommüll will“. Das bezog sich auf die Transmutation, ein wichtiges Verfahren zur Reduzierung der Radioaktivität durch Neutronenbestrahlung.  Außerdem hieß es in der Beschlussvorlage der CSU, die Kernenergie müsse mit Blick auf Versorgungssicherheit und Klimaschutz „wieder eine größere Rolle einnehmen.“

 Der Journalist berichtete dann, was die SPD dazu sagte: „Atomenergie ist die teuerste Form der Energiegewinnung und wird dies angesichts der bereits unschlagbar günstigen erneuerbaren Energien auch bleiben“, erklärte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nina Scheer (vgl. Anhang). Daniel Wetzel zerlegte diese Behauptungen mit dem Hinweis auf die rund 30 Mrd Euro, die der deutsche Steuerzahler für Wind- und Solarstrom jährlich zahlen muss, sowie auf das Beispiel Frankreichs mit seinem staatlichen Kernkraftbetreiber EdF, der nicht nur Milliardengewinne an den Staat ausschüttet, sondern auch billigen Strom erzeugt.

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IAEO warnt vor internationalem nuklearen Wettrüsten

Verlautbarung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages Nr. 29/25 (16.12.2025):

 Anfang September dieses Jahres warnte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation, Rafael Grossi, vor einem internationalen nuklearen Wettrüsten, das vergleichbar sei mit jenem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er halte es nicht für ausgeschlossen, dass sich die Zahl der derzeit neun Atommächte bald auf 20-25 erhöhen könnte; es wäre dies eine „unberechenbare und gefährliche Welt“. Ohne dabei konkret zu werden, sagte er, dass es sich dabei um die sog. atomaren Schwellenländer in Asien und am Persischen Golf handeln könnte. So führt er weiter aus: 

Der Prozess der Entwaffnung oder zumindest der kontrollierten Reduzierung nuklearer Waffenbestände wurde ausgesetzt. Wer atomare Waffen besitzt, produziert nun mehr, China eingeschlossen. Zudem wird inzwischen unbekümmert von ‚taktischen Nuklearschlägen‘ gesprochen, was ein schlechtes Zeichen ist.“ 

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Chancen und Probleme bei der Einführung der SMR-Technologie

Der US-amerikanisch-britische Klimapolitik- und Energie Think Tank Lucid Catalyst hat im November 2025 die Studie „A new nuclear world: how small modular reactors (SMRs) can power industry“ veröffentlicht, die von Urenco beauftragt wurde. Die Studie analysiert das Potential zur Energieversorgung der Industrie in Nordamerika und Europa durch Small Modular Reactors (SMR). In der KTG-Fachinfo [1] werden das SMR-Potential, die Projektumsetzung unter Berücksichtigung bestehender Probleme und die stetige Erweiterung des Marktpotentials beschrieben.

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Nukem und Paul Scherrer Institut unterzeichnen Absichtserklärung zur Stärkung der nuklearen Forschung und Zusammenarbeit

Deutschland wolle „auf praktische Weise“ zur Atomkraft zurückkehren, sagt der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation. Rafael Grossi beruft sich dabei auf Gespräche mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU):

„Sie hat mir gegenüber geäußert, dass das Thema sehr ernsthaft geprüft wird“.

Zum Thema SMR sagte Reiche im Mai auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel: „Wir müssen zumindest Technologien mitshapen und entwickeln können. Wenn wir das auch verpassen, verpassen wir, glaube ich, eine große Chance.“ Ähnlich äußerte sie sich im Oktober beim Berlin Global Dialogue.

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Österreichs Klage abgewiesen: Kernenergie ist förderungswürdig

Einem Urteil des Gerichtes der Europäischen Union zufolge darf die EU Kernkraft und Gas  weiterhin als klimafreundlich einstufen. Die Klage Österreichs gegen die Einbeziehung von Kernenergie und fossilem Gas in die Regelung für nachhaltige Investitionen wird abgewiesen [1].

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