Nuclear goes on. Deutschland steht im Abseits

Verrückte Welt. Japan, durch eigenes Verschulden (Schlamperei) Opfer eines der größten Reaktorkatastrophen, bringt nach und nach seine abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz, inzwischen sind sieben in Betrieb und Deutschland beschließt anlässlich dieser Katastrophe den Ausstieg aus der Kernenergie. Nicht nur der Nuklearstrom wird fehlen, auch die Förderung und Forschung nuklearer Innovationen bleiben in Deutschland auf der Strecke.

Am Rande der 9. Clean Energy Ministerial (CEM) in Kopenhagen starteten USA, Kanada und Japan die Partnerschaftsinitiative „Nuclear Innovation: Clean Energy Future“(NICE Future). Ziel ist es, eine Diskussion über Innovation und fortgeschrittene Kernenergiesysteme auf das internationale Treffen zu bringen.

Der Initiative schlossen sich bereits Argentinien, Polen, Rumänien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und das Vereinigte Königreich an. Mehr als ein Dutzend Länder haben bereits Interesse bekundet, sich ihr anzuschließen, ebenso wie internationale Organisationen wie die Internationale Energieagentur und die Kernenergieagentur der OECD.

Wie es in einer gemeinsamen Erklärung der drei Staaten heißt, soll die Initiative CEM zum ersten Mal auf die Kernenergie in sauberen Energiesystemen aufmerksam machen. Die NICE-Future-Initiative wird sich mit verbesserter Stromsystemintegration durch innovative, integrierte und fortschrittliche Energiesysteme und -anwendungen befassen, wie z. B. nukleare erneuerbare Systeme, kombinierte Nutzung von Wärme und Strom, Wasserstoffproduktion und industrielle Dekarbonisierungs-Technologien zur Verringerung von Emissionen und Luftverschmutzung durch Energieerzeugung, Industrie und Endverbraucher.

Die Initiative NICE Future zielt darauf ab, die Diskussion zwischen den CEM-Mitgliedsländern über die Rolle der Kernenergie bei der Förderung von Wirtschaftswachstum, Energiesicherheit und -zugang sowie Umweltverantwortung zu initiieren. Es wird sich auf innovative Anwendungen für fortgeschrittene nukleare Systeme konzentrieren, um koordinierte und / oder integrierte saubere Energiesysteme der Zukunft zu ermöglichen.

Wörtlich heißt es in der Erklärung: „In der Erkenntnis, dass nicht alle Länder die Kernenergie als Teil ihres nationalen (Energie-)Ansatzes sehen, bleibt ein Bedarf für die Erforschung der Rollen, die sauber, innovative und fortschrittliche Kerntechnologien bei der Förderung des Wirtschaftswachstums und wirksamen Umweltschutz spielen könnte. Für diesen Dialog erfolgreich zu sein, muss die Initiative über Sektorengrenzen hinweg arbeiten, integrierte Perspektiven auf den sich ergänzenden Rollen zu entwickeln, die die Kernenergie neben allen anderen Formen der sauberen Energie spielen könnte.“

Die Initiative wird sich auf Kernkraftwerke für Grundlaststrom sowie innovative Technologien der nächsten Generation und integrierte erneuerbare Energiesysteme in vier Schwerpunktbereichen konzentrieren. Dies sind: Technologiebewertungen innovativer Energiesysteme und -verwendungen; Engagement von politischen Entscheidungsträgern und Interessengruppen bei zukünftigen Energieentscheidungen; Bewertung, Marktstruktur und Finanzierungsfähigkeit; und die Rolle der Kernenergie in sauberen, integrierten Energiesystemen zu kommunizieren.

Dieser Artikel erschien – bis auf den ersten Absatz – in englischer Sprache in  World Nuclear News am 24. Mai 2018 mit dem Titel: Alliance launched to highlight nuclear on world stage.

 

EU: Laufzeitverlängerung für europäische Kernkraftwerke

In 14 EU-Mitgliedstaaten gibt es 126 operative Leistungsreaktoren, die mehr als ein Viertel der gesamten Stromproduktion ausmachen. In ihrer im letzten Jahr veröffentlichten Mitteilung über das Nuklearprogramm (PINC) erwartet die Europäische Kommission, dass die Kernkraft ihre bedeutende Rolle im europäischen Energiemix bis 2050 beibehalten wird. Dies würde Investitionen in Höhe von 40-50 Mrd. EUR erfordern. Die Kommission hat jedoch gewarnt, dass in der EU bis zu 50 Reaktoren in den nächsten zehn Jahren von einer vorzeitigen Schließung bedroht sind, vorausgesetzt, ihre Betreiber beantragen keine Genehmigung auf Laufzeitverlängerung.

Ein am 19. Juni 2018 in Brüssel abgehaltener Workshop*) mit dem Titel “Den Energiemix der Zukunft gestalten: Eine Rolle für die nukleare LTO” (Longtime Operation) brachte Vertreter verschiedener EU-Institutionen, nationaler Regulierungsbehörden und Vertreter der Nuklearindustrie zusammen. Eingeladene Referenten diskutierten den aktuellen Status von LTO und seine Rolle im zukünftigen Energiemix Europas, die Bedürfnisse und Herausforderungen der Branche, den Beitrag von LTO zur Sicherung der Energieversorgung in der EU und zur Bekämpfung des Klimawandels, seine Rolle bei der Erhaltung von Nuklearkompetenz und die Erhaltung von hochqualifizierten Fachkräften, Arbeitsplätze und die Auswirkungen von LTO auf die Volkswirtschaften.Es wurde unter anderem davor gewarnt, dass die frühzeitige Schließung von 50 Reaktoren dazu führen würde, die CO2-Emissionen auf dem derzeitigen Niveau zu halten.

Es wurde gesagt, dass Deutschland seine Emissionsziele für 2020 mit deutlichem Abstand verpasst, da es sich entschieden habe, die Nutzung der Kernenergie auslaufen zu lassen. „Wenn das Land im Jahr 2011 beschlossen hätte, 20 GW Kohlekraftwerk anstelle von Kernkraftwerken auslaufen zu lassen, hätte es seine Emissionsziele erreicht und könnte jetzt zu Recht als europäischer Klimameister anerkannt werden.”

Die in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke seien ein wichtiges Gut für Europa und trügen erheblich zur Senkung der Energiepreise, der Versorgungssicherheit, der Verringerung der CO2-Emissionen und der Beschäftigung bei.

*) World Nuclear News, 20 June 2018, „EU must support extended use of reactors, says Foratom”

Was erzeugt welche Strahlendosis?

Die Radioaktivität ist in der Natur etwas Allgegenwärtiges. Das Leben auf der Erde hat sich  darauf eingestellt. Der Mensch verfügt allerdings über kein Sinnesorgan, die radioaktive Strahlung wahrzunehmen. Weder kann man sie sehen, riechen oder fühlen. Wohl auch deswegen und in dem Wissen, dass sie schädigend wirken kann,  ist sie für viele Menschen etwas Unheimliches. Doch unter allen den Menschen schädigenden Wirkungen durch chemische und radioaktive Stoffe ist die radioaktive Strahlung die am besten und intensivsten untersuchte “Substanz”. Seit rund 100 Jahren existiert eine speziell auf die Wirkung radioaktiver Strahlen ausgerichtete Forschungsdisziplin. Weltweit haben sich Organisationen gebildet, die sich der radiologischen Forschung, dem Strahlenschutz und dem Erfahrungsaustausch auf diesem Sektor widmen.

Die nachfolgende vom Schweizer Nuklearforum*) aufgebaute Grafik gibt eine gute Auskunft über typische äußere Strahlendosen  aus natürlichen und künstlichen radioaktiven Quellen während eines Jahres, also bei einem Ganzjahresaufenthalt im Umfeld der Quellen. Bei Strahlendosen unter 100 mSv (Millisievert) sind keine epidemiologischen Veränderungen erkennbar. Man beachte auch die äußerst geringe Strahlendosis durch den Betrieb von Kernkraftwerken. (Siehe auch die Artikel auf dieser Webseite, die sich mit natürlichen radioaktiven Stoffen befassen.)

 

 

*)  https://www.nuklearforum.ch/sites/default/files/folder-pdf/170508_Faktenblatt-Strahlung-d_Printer.pdf

Auch das Klimaziel 2030 ist gefährdet

Die Bundesregierung setzte eine Kommission ein, die den Ausstieg aus der Kohle regeln soll. Unter der Überschrift „Hohe Erwartungen, ehrgeiziger Zeitplan, unterschiedliche Interessen“ berichtete Die Welt, dass noch bevor sie ihre Arbeit begonnen habe, die Interessen in der Kohle-Kommission weit auseinandergehen würden. Ihr Ziel bestehe darin, einen Plan auf den Weg zu mehr Klimaschutz durch einen Ausstieg aus der Verstromung von Stein- und Braunkohle zu entwerfen und zugleich die Kohleregionen im Rheinland, in der Lausitz und in Mitteldeutschland mit ihren knapp 21.000 Arbeitsplätzen vor Strukturbrüchen zu bewahren.

Wenige Wochen zuvor auf der Hannover-Messe setzte der Bundesverband der Deutschen Wasser- und Energiewirtschaft (BDEW) einen „Weckruf an die Politik“ ab: Die Politik wird das Klimaziel 2030 nicht erreichen, wenn sie nicht endlich die Bedingungen für Kraft-Wärmekopplung, Energiespeicher, neue Gaswerke und den Netzausbau verbessert.

Nach BDEW-Angaben gibt es in Deutschland 52 Projekte zum Neubau von Kraftwerke, davon sind jedoch lediglich 14 tatsächlich in Bau. Unter den weiteren geplanten Anlagen sind 22 Gas- und sechs Pumpspeicherkraftwerke. Aufgrund der aktuellen Marktsituation rechnen sich diese Kraftwerkstypen jedoch nicht. Ihre Realisierung ist daher sehr fraglich.

Dem bis 2023 zu erwartenden Zubau an Kraftwerkskapazität in Höhe von etwa 4.400 Megawatt stehen bereits absehbare und schon erfolgte Stilllegungen mit einer Kapazität von 18.600 Megawatt gegenüber. Ein klares Minus. Damit sinkt bis 2023 die konventionelle Kraftwerkskapazität von heute knall 90.000 Megawatt auf 75.300 Megawatt. Bereits 2022 wird das letzte Kernkraftwerk außer Betrieb genommen. Derzeit sind noch 8 Kernkraftwerke mit einer elektrischen Leistung von rund 11.400 Megawatt am Netz, die in 2023 auch komplett fehlen werden.

Nach einer Prognose der Bundesnetzagentur wird die höchste Stromnachfrage in Deutschland zu Beginn der 2020er Jahre bei etwa 81.800 Megawatt liegen. Diese Leistung kann nach BDEW-Ansicht nur noch dadurch erreicht werden, indem weitere bereits zur Stilllegung vorgesehene Kraftwerke nicht vom Netz genommen werden dürfen, da sie als systemrelevant für die Versorgungssicherheit eingestuft werden.

Diese Entwicklung sieht der BDEW mit Blick auf die Klimaziele 2030 als besorgniserregend an: „Weitere Kohlekraftwerke können in den 2020er Jahren nur vom Netz genommen werden, wenn CO2-arme Ersatzkapazitäten geschaffen werden.“ Welche das sind, wurde im obigen zweiten Absatz erwähnt.

Die neue Shale-Erdöl-Technik, die die OPEC das Fürchten lehrt

Die amerikanischen, vor allem in Texas angesiedelten  Firmen, die schon immer die führende Position in der Technologie der Gas- und Erdölgewinnung einnahmen und den technischen Standard für sämtliche Länder bestimmten, die diese Energieträger fördern wollten, haben auch in den innovativen Gewinnungsmethoden, die als Shalegas- bzw. Shaleöl-Förderung  bekannt wurden, eindrucksvolle Erfolge erzielt.
Hierzulande, wo auch die Chance bestand, in Norddeutschland mit dieser Technik Erdgas zu fördern, wurde diese Möglichkeit politisch mit der in Deutschland gerne bevorzugt angewendeten Angstpropaganda verhindert– in diesem Falle wegen des dafür benutzten „Fracking“-Verfahrens, das von Umweltschützern , Medien und Politikern zu einem Synonym für gefährliche Technik gemacht wurde. In Nordamerika  dagegen nutzte man konsequent und bei allen geeigneten Standorten diese neue Technik – mit dem Ergebnis, dass die USA inzwischen eine enorme Erdgasproduktion erreicht haben und sogar damit beginnen, es mit Flüssiggastankern zu exportieren. Ebenfalls haben die dortigen Technologieunternehmen diese neuen Erdgas-Förderungsmethoden auf Erdöl angewendet und auch damit treten sie jetzt auf dem Weltmarkt als ernsthafte Konkurrenz der bisherigen, in der Organisation Erdöl-exportierender Länder (OPEC) zusammenarbeitenden Lieferländer auf.

Ein positiver Nebeneffekt dieser erstaunlich wirtschaftlichen Shalegas-Gewinnung ist die Umstellung vieler großer Energieverbraucher – Kohlekraftwerke, Fernverkehr, Heizungen – auf das inzwischen konkurrenzlos günstige Erdgas, was im Übrigen den Anstieg der Emissionen gestoppt hat.

Der Zeitungsartikel von Spencer Jakob im Wall Street Journal (s.u. bei „Quelle“) schildert den Kampf der OPEC gegen diese Bedrohung ihres bisherigen Monopols – und dessen Ausgang.

Aus diesem Artikel:
„Vor zwei Jahren sah es aus, als ob Saudi-Arabien seinen Kampf gegen die U.S.-Shale-Industrie gewinnen würde, indem es mit größter Anstrengung besonders große Mengen an Rohöl förderte und es auf den Markt warf, um die Preise zu drücken. Einigen Firmen in Amerika ging es dadurch tatsächlich sehr schlecht; Fördergebiete in West-Texas und Nord-Dakota mussten aufgegeben werden. Insolvenzen drohten.

Aber dieser Angriff der Saudis ging nach hinten los. Anstatt die Shale-Technik zu erledigen, erzeugte dieser Angriff eine Welle von technischen Innovationen und verwandelte die Ölbohrtechnik in den U.S.A. in einen hocheffizienten industriellen Prozess, mit dem dramatische Kostensenkungen bei erhöhten Fördermengen erreicht wurden.
Mittlerweile geschieht Bemerkenswertes: Die U.S.A., über die man einst annahm, dass der Gipfel ihrer Erdölproduktion vor ca. 50 Jahren überschritten worden sei, werden im kommenden Jahr der größte Erdölproduzent auf diesem Planeten sein.

Was die Energieminister in Riad, Teheran und Moskau wirklich erschrecken sollte, ist die Art und Weise, wie jetzt das Öl gewonnen wird: Die Anzahl der Bohrtürme im Permian Bassin, das sich von West-Texas bis New Mexiko erstreckt, ist immer noch die gleiche wie im Oktober 2011. Aber diese Region erzeugt heute drei Mal soviel Rohöl wie damals…“

 

Quelle:
Spencer Jakob: „The New Shale Tech That Terrifies OPEC”, The Wall Street Journal, 1. Juni 2018;
https://www.wsj.com/article/the-new.tech-that-terrifies-opec..

Schwere Korrosionsschäden an den Rotorblättern des dänischen Offshore-Windparks Örsted

Die dänische Zeitung Jyllands-Posten berichtete  am 23.2.2018 (1): „Der dänische Ǿrsted-Windpark bei Anholt wurde 2013 fertiggestellt. Aber schon jetzt sind die Rotorblätter so stark beschädigt, dass sie an Land gebracht und repariert werden müssen. Ǿrsted muss insgesamt bis zu 2000 Rotorblätter von 600 Offshore-Windturbinen reparieren lassen, weil die Ränder der Blätter nach nur wenigen Jahren auf See durchkorrodiert sind. Insgesamt betreibt das Unternehmen 646 Windturbinen des Herstellers Siemens Gamesa, die alle mehr oder weniger betroffen sind, wie das Unternehmen bestätigte.
Der Eigentümer der Windturbinen wollte keine Zahlen nennen, bezeichnete aber die „finanzielle Signifikanz“ als „gering“. Auch Siemens Gamesa gab keinen Kommentar zu den Kosten ab. Die dänische Tochter dieses Unternehmens hatte jüngst 4,5 Milliarden dänische Kronen (ca. 750 Millionen Dollar) zurückgelegt, um ihren Garantieverpflichtungen nachkommen zu können.
Allein fast 300 Rotorblätter des Windparks bei der Insel Anholt müssen nun nach nur wenigen Betriebsjahren abgebaut, an Land gebracht und zur Fabrik der Siemens Gamesa in Alborg transportiert werden.
Der Windpark bei Anholt ist jedoch nicht der einzige betroffene Windpark. Die Rotorblätter vieler britischer Ǿrsted-Windparks müssen ebenfalls nach nur wenigen Jahren auf dem Wasser repariert werden.
Die Gesamthöhe der Rechnung ist unbekannt, aber Finans Information zufolge deckt die garantie des Herstellers normalerweise die ersten fünf Jahre ab. Allerdings gab es Unstimmigkeiten zwischen Ǿrsted und Siemens Gamesa hinsichtlich der Frage, ob die aufgetretenen Probleme überhaupt von der Garantie abgedeckt oder einfach ein Fall normalen Verschleißes sind.“

Das erinnert an eine ähnliche Meldung, die noch nicht lange zurück liegt:
Auch in dem ersten deutschen Nordsee-Windpark „Alpha Ventus“ gab es Anfang April 2018 einen spektakulären Unfall (3).
Die halbe Gondel (mit Maschinenhaus, Getriebe und Elektrik) einer Windkraftanlage (WKA) vom Typ AV07 des Bremerhavener Herstellers Adwen stürzte 90 Meter tief in die Nordsee. Dieser Offshore-Windpark liegt 45 km vor Borkum. Betreiber ist der Energieversorger EWE.
Dieser Unfall löste bei Experten Ratlosigkeit aus – man rätselt über die Ursache. Bruch von Haltebolzen ? Materialermüdung ? Auch das für die Genehmigung und die Sicherheit der Windparks auf hoher See zuständige Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrografie BSH ist in Erklärungenot.
Der Unfall lässt ein recht großes Problem entstehen: Insgesamt sind weitere 126 WKA dieser Bauart in zwei anderen Offshore-Parks installiert:  „Global Tech 1“ und „Trianel Borkum“ – Trianel ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtwerken (4 und 5).
Die 6 betroffenen WKA auf Alpha Ventus sind derzeit nicht am Netz. Schätzungen  des finanziellen Schadens belaufen sich auf 40.000 Euro pro Tag.

Erwähnenswert ist der Besitzer des Herstellers: Es ist – nach mehreren Verkäufen und Namensänderungen dieser Firma, die schließlich bei „Adwen“ endeten – das Unternehmen Siemens Gamesa (siehe auch das dänische “Offshore-WKA-Korrosions-Fiasko – Quelle 2).
Die Windkraft-Krise veranlasste Siemens Gamesa, den Abbau von 6.000 Jobs weltweit anzukündigen; 200 davon in Hamburg und Bremen.

Eine Übersetzung des dänischen Artikels (1) erschien bei EIKE (2).

 

Quellen:
1. Bericht in der dänischen Zeitschrift Jyllands Posten vom 23.2.2018
https://jyllands-posten.dk/#ia10331940;finans
2. EIKE-Europäisches Institut für Klima & Energie: „Offshore-Wind-Fiasko: Nach kurzer Betriebszeit steht Erneuerbaren-Industrie vor Milliarden Dollar Reparaturkosten“, 26.2.2018, Übersetzung des o.g. Artikels von Chris Frey;
https://www.eike-klima-energie.eu/2018/02/26/offshore-wind-fiasko-nach-kurzer betriebszeit-steht-erneuerbaren-industrie-vor-milliarden-dollar-reparaturkosten/
3. Der NDR berichtete mehrfach über den Unfall auf Alpha Ventus; Am 25.4.18 in folgender Meldung: „https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/
Massiver-Schaden-im-Windpark-Ursache-unklar, borkum486.html
Ein weiterer Bericht des NDR folgte am 26.4.18.
4. www.trianel-borkum.de
5. www.trianel-erneuerbare.de

Veraltete Nachtspeicher-Heizungen werden für die Energiewende neu entdeckt

Es war einmal: Heizen mit Strom sollte Briketts, Gas und Heizöl zurückdrängen – und den Kraftwerksbetreibern endlich einen kräftigen Absatz ihrer elektrischen Energie während der Nachtstunden bringen, in denen fast alle Stromverbraucher abgeschaltet waren. Die Kunden, die sich darauf einließen, klagten aber bald über die hohen Verbrauchswerte und die entsprechend hohen Kosten, die auch durch die Nachttarife nicht viel erträglicher wurden. Energiewirtschaftler und Physiker schimpften ohnehin über den Unfug, die edelste Energieform Strom für die Niedertemperatur-Wärmeerzeugung in Wohnungen zu dieser niedrigsten Energiequalität herabzustufen und quasi zu verschwenden.
Weil sich die Vermieter der mit Nachtstrom-Speicherheizungen ausgestatteten Mietwohnungen weigerten, sie wieder herauszureißen und durch bezahlbare Alternativen zu ersetzen, wurden die verärgerten Bewohner diese Geräte nicht los. Bis heute hat sich nichts daran geändert.
Aber vor einigen Jahren beschloss die Regierung die Energiewende und als ob die zahlreichen negativen Folgen dieser Politik, die schon oft kritisiert wurden, noch nicht ausgereicht hätten, erlebt jetzt auch noch die verpönte und zeitweise sogar mit Verbot bedrohte elektrische Nachtspeicherheizung möglicherweise eine Auferstehung. Grund dafür ist das Wetter. Die Energiewende-Politiker hatten in ihrer euphorischen Anbetung von Wind und Sonne als angeblich alle Stromerzeugungsprobleme lösende “neue”   Technologien (die weder neu, jedoch unwichtige Nischen-Techniken waren) offenbar ganz übersehen, dass der Wind oft nicht weht, manchmal sogar wochenlang, aber dann wieder auch ganz kräftig, was zu nicht verwendbaren gewaltigen Überschüssen an Windstrom führt. Dann gibt es die bereits legendären „negativen Strompreise“, zu denen diese Überschüsse in das benachbarte Ausland geleitet werden, das dafür auch noch Geld einstreicht. Wenn nicht einmal das mehr geht, weil niemand diesen Strom braucht und auch die Stromnetze ihre Engpässe haben, bleibt nur das Abschalten der Windparks durch die Netzbetreiber um den Zusammenbruch der überlasteten Verbindungen zu vermeiden. Aber auch das hat im EEG-Gesetz genau wie die verrückten Negativpreise eine ebenso irre Konsequenz: Die Windanlagen-Betreiber, deren Mühlen abgeschaltet werden, erhalten dafür, dass sie nichts liefern, eine Entschädigung.
Der Bundesverband Windenergie hat (stolz oder aber vorwurfsvoll) mitgeteilt, dass allein 2016 durch diese vorübergehenden Abschaltungen in Deutschland eine Stromerzeugung von mehr als 3700 Gigawattstunden (also 3,7 Milliarden Kilowattstunden) unterblieben sei. „Dies entspricht geschätzten Entschädigungsansprüchen von 373 Millionen Euro“ rechnete der Verband vor. Er hätte ergänzen können: „Und die Stromkunden haben das mit ihren Stromrechnungen bezahlen müssen. So läuft das eben bei der Energiewende.“
Die schlichte Idee, dieses Problem auf die deutsche Art zu lösen (Sinnloses durch Gesetze anzuordnen und den angerichteten Schaden durch Steuergelder zu bezahlen) ist tatsächlich die Auferstehung der Nachtspeicherheizung, die nun Windstrom bekommen sollte. Das gilt bekanntlich nur in der Heizperiode, in der es im Übrigen auch Flauten und somit keinen Windstrom gibt (siehe unten). Wobei außerdem unklar bleibt, wie man Windstrom vom Kohle- und Kernkraftstrom, die alle ununterscheidbar  aus der Steckdose kommen, trennen möchte. Die Physik ist  wieder einmal der Feind der Politik – und ebenfalls das Wetter.
Ein Experte des Essener RWI-Instituts meinte dazu: „Es ist sinnvoller, den schwankend anfallenden Windstrom in Nachtspeichern zu verbraten, als die Windräder stillstehen zu lassen und die Betreiber für nicht erzeugten Strom zu vergüten.“
Was der Experte wie schon alle Politiker vor ihm nicht berücksichtigt hat: Bei der von den Netzbetreibern Tennet, Amprion & Co. gefürchteten „Dunkelflaute“ im Winter (kein Wind für Wochen, weil das Russland-Hoch regiert, kaum Solarstrom, voll ausgelastete Nachbarländer, die nicht einspringen können und maximaler Stromverbrauch) droht der Blackout. Mit Windstrom kann dann niemand heizen, weil es den nicht gibt. Dann wären die Besitzer neuer Nachtspeicher ebenso wie schon die bedauernswerten Altbesitzer dieser Heizungsart  mit hohen Stromrechnungen konfrontiert. Zu dem Problem der Unterscheidung von „gutem“ und „bösem“ Strom in der Wohnung sagte der Experte leider nichts. Der „smarte“ Stromzähler mit einer stets aktiven Datenleitung zum Versorger wäre eine Kontroll- und Überwachungs-Lösung, die aber Datenschutzprobleme aufwirft. Dieser neue Kriegsschauplatz wurde unlängst mit Gesetzesunterstützung von der Regierung eröffnet.
Es wäre nicht verwunderlich, sondern passte logisch in das Erneuerbare-Energien-Gesetz, wenn es dann auch noch Strompreis-Subventionen für die bisherigen und die neuen Nachtspeicher-Opfer geben würde.

Man muss abwarten, ob die Auferstehung der Nachtspeicherheizung tatsächlich kommt. Mit dem Größten anzunehmenden Unfug (GAU) ist in der deutschen Energiepolitik stets zu rechnen.

Quelle:
Daniel Wetzel: „Das unerwartete Comeback des Nachtspeicherofens“, DIE WELT, 6.2.2018

Kaufprämie für Elektroautos: Ein Ladenhüter

Nicht zum ersten Mal versucht eine Bundesregierung, die Autofahrer und für dumm zu verkaufen. Sie sollen ein sehr teures Fahrzeug, das nur eine geringe Reichweite wegen der viel zu geringen Speicherkapazität seiner Akkumulatoren hat, das im Winter eine Zusatzheizung (Benzin oder Flüssiggas) braucht, dessen Batterien am Ende ihrer nicht sehr langen Lebensdauer teuer ersetzt werden müssen – und die bei täglicher Nutzung des Fahrzeugs auch täglich aufgeladen werden müssen. Das dauert zudem 30 Minuten bis über eine Stunde – und genügend Ladestationen gibt es noch lange nicht. Und wenn man eine findet, darf man Stunden in einer Warteschlange verbringen. Angeblich soll das dem Klima nutzen, aber ein kleiner moderner Dieselmotor ist diesem Elektroantrieb sogar ökologisch überlegen, wenn man ehrlicherweise alle mit dem viel Energie verschlingenden Bau und dem Betrieb der Autos verbundenen Emissionen zusammenzählt. Die Bezeichnung „Umweltbonus“ für den staatlichen Zuschuss „…zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ ist daher reine Heuchelei.
Es ist also ein dickes Bündel von Nachteilen, das von der Regierung mit dem Geld der Steuerzahler für E-Autokäufer wenigstens etwas geschönt werden soll. Aber diese erweisen sich als klug und informiert: Seit der Einführung dieser Kaufprämie Ende Juni 2016 wurden nur klägliche 46.897 Anträge gestellt (Angabe des Bundesamts BAFA) – und das sind nur ca. 10 Prozent der bereitgestellten Fördersumme. (Bericht der WELT).
Eine verdiente Blamage für die Volks-Umerzieher, die mit der Physik auf dem Kriegsfuß stehen und offenbar auch die Mathematik nicht mögen, die es aber für normal und gerechtfertigt halten, „zur Förderung des Absatzes..“ eines idologisch-politisch erwünschten, aber von den Kunden ignorierten  Produktes mit Steuermitteln in den Markt einzugreifen. Man nennt das Planwirtschaft.  Der harten Marktwirtschaft a la Ludwig Erhard wollte man dieses vermeintliche Klimarettungs- Gerät nicht hilflos aussetzen. Aber gerade diese Marktwirtschaft praktizieren jetzt die Autofahrer. Das Problem der Politiker bei dieser Pleite: Die Mehrzahl der Autofahrer versteht eine Menge von der Automobiltechnik,  von Kosten und Wertverlusten, von der Lebensdauer der Fahrzeuge und noch vieles mehr. Und deshalb hilft auch eine Kaufprämie nicht.

Verwendete Abkürzung: Bafa = Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.
Im Internet: https://fms.bafa,de/BafaFrame/Umweltbonus

Sachsen: Rote Karte für die grünen Windräder

In Sachsen wurden 2017 nur 17 neue Windräder errichtet. Grüne kritisieren den SPD-Wirtschaftminister Dullig.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, Gerd Lippold, hatte in der Woche vor der Veröffentlichung dieses Artikels in der Leipziger Volkszeitung (1) alle im Jahr 2017 im Freistaat gebauten Windkraftanlagen besucht. Viel Zeit hatte er dabei nicht gebraucht, denn er berichtete anschließend, dass „die Bilanz meiner Tour verheerend ausgefallen“ sei. „Nur 16 neue Windkraftanlagen wurden im letzten Jahr in Sachsen errichtet.“ Lediglich 15 davon seien an das Stromnetz angeschlossen. „Dass ist weniger als ein Prozent der knapp 1800 Neuanlagen in der Bundesrepublik“ klagte er.
Lippold forderte Wirtschaftsminister Martin Dullig (SPD) auf, „die Blockade der Windenergie in Sachsen“ – wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD zugesagt (2) – zu beenden.

Er fügte den als Warnung gemeinten dramatischen Satz hinzu: „Die durch das sture Setzen auf Braunkohle motivierte Blockadepolitik im Freistaat birgt die Gefahr in sich, dass Sachsen nach dem in den nächsten 15 Jahren unumgänglichen, weitgehenden Kohleausstieg als energiewirtschaftliches Entwicklungsland dasteht.“
Über die Ursachen für diese Zurückhaltung bei der Genehmigung der Neubauten von Windrädern wurde in der Zeitungsmeldung nichts berichtet. Ein Blick in den angesprochenen Koalitionsvertrag (2), in dem in der Tat der Ausbau der Windkraft angeführt wird, liefert aber auch eindringlich formulierte und vermutlich ausschlaggebende Passagen zur Beteiligung der Bürger bei den Planungen und zur Rücksichtnahme. Die sehr aktiven anti-Windkraft-Bürgerinitiativen im Freistaat dürften diese Beteiligung intensiv wahrgenommen haben.

So weit diese Pressemeldung, die zwar die Empörung der grünen Partei wiedergibt, die aber insbesondere bei den „Gegenwind“-Bürgerinitiativen Freude und Befriedigung über Sachsens Zurückhaltung  (lt. Lippold „Blockadepolitik“) ausgelöst haben dürfte.

Damit stehen die beiden Freistaaten Sachsen und Bayern Seite an Seite in ihrem sehr erfolgreichen Kampf gegen Landschaften und Naturräume, Wälder und Greifvögel zerstörende Windturbinen. Die zudem vermutlich auch noch die Gesundheit der Anrainer gefährden und wegen ihrer wetterabhängigen „inhärenten“ Leistungsschwankungen und damit ihrer Unzuverlässigkeit bisher kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen konnten – und es bei einem noch so großen weiteren Ausbau auch niemals könnten. Wer aus politischen Gründen mit einer total vom Wetter abhängigen Stromerzeugung ein Industrieland versorgen will, der erlebt zwangsläufig nur eine riesenhafte Pleite. Leider ist eine Politik, deren Scheitern bereits von Anfang an feststeht, nur von den Wählern zu betrafen.

Sachsen war übrigens mit dieser ideologiefreien und rationalen Energiepolitik bereits vor mehreren Jahren erfolgreich; lange bevor Bayern mit seiner 10-H-Abstandsregel dem Ausbau der Windräder einen Riegel vorschob. Holger Zastrow, der Landesvorsitzende der FDP in Sachsen und Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag (3), berichtete in einer von seiner Partei veranstalteten Fachkonferenz in Dresden über die Energiepolitik in der Periode der CDU-FDP-Koalition bis 2014 (Kabinett Tillich II), als fast kein einziges Windrad in Sachsen installiert worden sei (3). Die Sächsische FDP hatte stets eine wesentlich kritischere Haltung zu ideologisch-grünen Theorien gegenüber der eigenen Bundespartei, was Zastrow im Dezember 2011 sehr deutlich wurde, als er der Bundes-CDU vorwarf, dass diese „einem links-ideologischen Zeitgeist hinterherrenne“. Die verlorene Landtagswahl (FDP: 3,8 %) beendete das Mitregieren der FDP im Freistaat.
Aber das Lamento von Herrn Lippold deutet darauf hin, dass auch die Sächsische CDU-SPD-Koalition einen starken Zubau von Windrädern ablehnt. Und das letzte Wort über die Förderung und Verstromung der Braunkohle ist auch noch nicht gesprochen.

Man hat wieder einmal die Bestätigung: Wenn die anderen noch Bedenken haben, unentschlossen sind und sich streiten, sind die Sachsen längst dabei, Nägel mit Köpfen zu machen. Für die Windkraft-Lobby in Rest-Deutschland sind das keine guten Aussichten.

Quellen:
(1) Roland Herold: „Grüne sehen Flaute beim Bau von Windrädern“, Leipziger Volkszeitung;  7.4.2018

(2) Koalitionsvertrag CDU-SPD 2014-2019, Kapitel Energie, Seite 42:
https://www.staatsregierung.sachsen.de/download/staatsregierung/   AKTUELL_Koalitionsvertrag_CDU_SPD_2014-2019.pdf
(3)) Holger Zastrow, Vita und Politik in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Holger_Zastrow
(3) Mitteilung von Holger Zastrow anlässlich einer von Sachsens FDP veranstalteten Fachkonferenz zur Energiepolitik 2013.

Neuer NASA-Chef Jim Bridenstine

Am 21.4.2018 meldete eine Agentur (1), dass der republikanische Kongressabgeordnete Jim Bridenstine vom US-Senat in einer „kontroversen Abstimmung“ als neuer NASA-Chef bestätigt wurde. Dieser Posten war über ein Jahr unbesetzt und vor 8 Monaten hatte Präsident Trump J. Bridenstine dafür vorgeschlagen.
Hier fehlt leider in der Meldung eine Erklärung für die in den USA übliche Praxis, alle von der Regierung für höhere Ämter – z.B. Ministerien, Regierungsbehörden, NASA, EPA – vorgeschlagenen Personen in knallharten Senats-Hearings auf ihre Eignung zu testen. Man nennt diese Prozedur „Grillen“. Gleiches erlebte z.B. auch Präsident Obama, als er die bekannte Umweltaktivistin Gina McCarthy, die keine ausreichenden Kenntnisse in den Naturwissenschaften aufweisen konnte, zur Leiterin der Umweltschutz-Agentur (EPA)  berufen wollte. Im Senat wurde ihre Ernennung gestoppt; sie musste 136 Tage die Bestätigungs-Anhörungen bewältigen, in denen ihr 1100 Fragen gestellt wurden. Schliesslich wurde sie mit den Stimmen der Demokraten als EPA-Chefin bestätigt. Jetzt hat das also auch Jim Bridenstine erlebt und er wird nicht der einzige bleiben.
Man stelle sich vor, dass hier bei uns die für ein Ministeramt vorgesehenen Personen die gleiche öffentliche Prüfung ihrer fachlichen (!) Eignung erleben müssten. Weder im  letzten Regierungskabinett noch in der altuellen GroKo-Besetzung hätten das mehr als 10 Prozent der Kandidaten überstanden. Wie sich diese beispielhafte amerikanische Praxis auf die Besetzung der Obama-  und der Trump-Administration mit Fachleuten auswirkte und wie dagegen das letzte Merkel-Kabinett aussah, wurde 2017 in einer Veröffentlichung (2) beschrieben.
Die Meldung (1) enthielt noch den Hinweis, dass der neue Leiter dieser US-Raumfahrtbehörde „nicht an die menschlichen Ursachen des Klimawandels glaubt“.  An den menschengemachten Klimawandel hat man anscheinend zu glauben; es ist offenbar eine religiöse Frage. Und glauben bedeutet, es nicht zu wissen. Dass man bei der Überprüfung dieser umstrittenen Frage allein auf Grund seriöser wissenschaftlicher Fakten und Beurteilungen eine auf Beweisen beruhende Antwort erhält und daher absolut nichts glauben muss, scheint nicht nötig zu sein.  Man hat dann eine Meinung, die richtig oder falsch sein kann. Der endgültige Beweis kann durchaus dauern. Liegt er vor, dann ist die Frage entschieden.
Dieser Mann aber glaubt  einfach nicht an eine nach wie vor umstrittene Hypothese…Das spricht für ihn.
Bridenstine hat laut Meldung im Jahre 2013 noch etwas Kritisches gesagt: „Die globale Temperatur steigt seit zehn Jahren nicht mehr.“ Das erklärt natürlich seinen Unglauben. Tatsächlich war diese Aussage nicht zutreffend, weil untertrieben: Denn 2013 waren es bereits 15 Jahre, in denen die Globaltemperatur nicht mehr anstieg. An dieser gesicherten Erkenntnis hat übrigens gerade die NASA mit ihren Beobachtungs-Satelliten mitgewirkt.
Immerhin informiert die Meldung darüber, dass es etliche ehemalige NASA-Wissenschaftler gibt (Astronauten, Forscher, Ingenieure), die  nach ihrem Ausscheiden die Organisation The Right Climate Stuff gegründet haben und die die alarmistischen Klimakatastrophen-Theorien kritisch betrachten. Sie hatten Präsident Trump in der Angelegenheit des Pariser Klimaschutz-Abkommens der UN zum Austritt geraten.
Wenn der neue NASA-Chef künftig dafür sorgt, dass seine Behörde mit ihren hervorragenden Fachleuten und ihren technischen Mitteln exzellente Ergebnisse liefert, die unabhängige Wissenschaftler für ihre Arbeit brauchen; dass sie sich aber aus der Politik heraushält, dann wäre diese Neubesetzung zu begrüßen.

Quellen:
(1):Die Nachricht enthielt den Hinweis, sie stamme von „DGW / DPA“, wobei DPA die Deutsche Presseagentur, Hamburg ist, DGW jedoch weder bei Wiki noch bei Google auffindbar war. Die betr. Zeitungsnachricht (DIE WELT 21.4.2018)  hatte den irreführenden Titel „Neuer NASA-Chef glaubt nicht an Klimawandel“. Irreführend, weil es „den Klimawandel“ seit Jahrmillionen gibt. Und jeder weiß das, braucht also nicht daran zu glauben.
(2): Günter Keil: „Trumps Team – die unterschätzte Macht. Eine Lektion für Deutschland.“ 27.2.2017. Publiziert auf der Webseite der AGEU: www.ageu-die-realisten.com