Nach einer Meldung des Competitive Enterprise Institute (CEI), kündigte Präsident Donald Trump im Januar an, dass die Vereinigten Staaten sich aus dem Klimarahmenübereinkommen der Vereinten Nationen (UNFCCC) zurückziehen werden. Um dies jedoch formell zu machen, mussten die USA den Rückzug an die UN mitteilen. Damit habe die Uhr für die offizielle Aufhebung begonnen. Laut den Vereinten Nationen wurde die US-Austrittsbenachrichtigung am 27. Februar 2026 „vollzogen“. Aufgrund der Verfahrensanforderungen müssen die USA ein Jahr auf den offiziellen Vollzug warten. Wie von den Vereinten Nationen erklärt, wird der offizielle Rückzug am 27. Februar 2027 erfolgen. Dieser Austritt ist umfassender als der zuvor angekündigte (und begonnene) Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015.
Energiepolitik anderer Nationen
Dänemark sorgt sich um Energie-Autarkie
Was Deutschland von Dänemark lernen kann: Dänemark sorgt sich um seine und der europäischen Energie-Autarkie.
Mit Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie und bis 2030, spätestens 2035 auch aus der Kohle sowie des Förderverbots des reichlich vorhandenen Schiefergases ist Deutschland zwingend auf den Import von Gas angewiesen. Mit der erneuerbaren Energie allein wird Deutschland seinen Energiebedarf unter keinen Umständen decken können. Der deutsche Primärenergie-Bedarf beträgt derzeit rund 80 Prozent an fossilen Energieträgern.
Frankreich veröffentlicht Energie-Programm mit sechs neuen Kernreaktoren
Frankreich hat sein drittes Energieprogramm „Programmation pluriannuelle de l’énergie“ (PPE3) für den Zeitraum 2026 – 2035 publiziert [1]. Dieser zentrale energiepolitische Fahrplan sieht einen Stromanteil von 60% am gesamten Energieverbrauch bis 2030 vor. Heute liegt dieser bei rund 30%. Vorgesehen ist der Bau von sechs neuen Kernreaktoren sowie ein Energiemix mit erneuerbaren Energien. Das bedeutet 30 % der Primärenergie bis 2030 in Elektrizität zu überführen. Ein sehr ehrgeiziger Plan.
Polen: Überwältigende Zustimmung zur Kernenergie
Die Kernenergie genießt in Polen einen bemerkenswert starken Rückhalt in der Bevölkerung. Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage sprechen sich über 90% der Polinnen und Polen für den Ausbau der Kernenergie aus. Die Regierung sieht darin ein starkes gesellschaftliches Mandat für die Kernenergie.
Norwegen mit der EU-Energiewende unzufrieden

Wasserkraftwerk am Fluss Namsen in der Provinz Nord-Trøndelag, Norwegen
Norwegen wird zunehmend ungeduldig, Europas Energiewende weiterhin zu unterstützen. Deutschland’s Beharren auf einem einheitlichen Strompreis im ganz Land treibt die Stromrechnungen in Norwegen in die Höhe und drängt Norwegen aus dem europäischen Strommarkt, sagte Energieminister Terje Aasland gegenüber Euractiv in einem exklusiven Interview.
Japan hält unverändert an der Kernenergie fest

Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, Quelle: gettyimages
Die japanischen Behörden genehmigten am 21. November 2025 nach Sicherung gegen ein Tsunami die Wiederinbetriebnahme des weltweit größten Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa. Ein weiterer wesentlicher Schritt im Prozess zur Wiederaufnahme des Betriebes nach der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011. Damit sind bis Ende 2025 wieder 14 Reaktorblöcke in Betrieb.
Zunächst will der Betreiber TEPCO zwei Reaktoren der Anlage reaktivieren. Diese haben eine Gesamtnennleistung von 2.710 MW. Das ist rund ein Drittel der Gesamtleistung des Kernkraftwerkes von insgesamt 8.212 MW.
Schweden hebt Verbot des Uranabbaus auf
Das schwedische Parlament (Riksdag) hat dem Vorschlag der Regierung zugestimmt, den Uranabbau im Land wieder zuzulassen. Das im August 2018 in Kraft getretene Verbot der Erkundung, des Abbaus und der Verarbeitung von Uran wird damit zum 1. Januar 2026 aufgehoben.
Schweden verfügt über sehr grosse Uranvorkommen, die zu den bedeutendsten in Europa zählen. Seit August 2018 galt im Land jedoch ein Verbot der Erkundung, des Abbaus und der Verarbeitung von Uran. Dieses Verbot hatte die damalige sozialdemokratisch-grüne Regierungskoalition unter Stefan Löfven auf den Weg gebracht und vom Parlament als Teil des schwedischen Umweltgesetzbuchs beschliessen lassen.
US-Energieminister Chris Wright im BBC-Interview über die Energiepolitik seines Landes
Chris Wright berichtete in dem Interview [1], dass er davon ausgeht, dass die Fusions-Technologie innerhalb von acht bis 15 Jahren Strom in die Stromnetze der Welt einspeisen wird und dass sie schnell zu einem großen Treiber für die Reduzierung von Treibhausgasen werden wird.
Seine Behauptungen werden wahrscheinlich selbst Enthusiasten der Fusion überraschen. Die Nutzung der Energie, die freigesetzt wird, wenn Atome miteinander verschmelzen, könnte riesige Mengen an kohlenstoffarmer Energie erzeugen, aber die meisten Wissenschaftler glauben, dass kommerzielle Fusionskraftwerke noch in weiter Ferne liegen.
Schweden will Kernkraftwerke gegen zukünftige politische Risiken absichern
Schweden plant den Neubau von Kernkraftwerken und ertüchtigt dazu die Gesetzgebung. Eine Sonderermittlerin der schwedischen Regierung soll Vorschläge erarbeiten, wie Kernkraftwerkseigentümer entschädigt werden können, wenn politische Entscheidungen zur Stilllegung führen. Damit sollen Investitionen in neue Reaktoren abgesichert und Planungssicherheit geschaffen werden.
Mit einer Absicherung dieser Art stände Deutschlands Energieversorgung heute besser dar.
Eine neue Ära für die Kernenergie
Mit dem deutschen Ausstieg aus der Kernenergie wurden zugleich Forschung und Förderung auf dem nuklearen Sektor drastisch heruntergefahren. Unseren Nachkommen wurde die Chance genommen, auf der Basis des bisher wissenschaftlich und technisch Erreichtem, die Zukunft ihrer Energieversorgung umfassend selbst zu bestimmen. Vielmehr muss es eine Verpflichtung jeder Politikerin und jeden Politikers sein, alle Alternativen der Energieversorgung offen zu halten und der jungen Generation ihre Einsatzfreudigkeit und die Begeisterung für ihren Beruf in der Kerntechnik zu erhalten wie auch ihre Zuversicht zu stärken, mit einer kerntechnischen Ausbildung einen zukunftsträchtigen Beruf ergriffen zu haben. Dass der Ausstieg aus der Kernenergie ein politischer Fehler war, zeigt sich in der gegenwärtigen Energiekrise geradezu täglich.
In den USA ist offensichtlich eine neue Ära für die Kernenergie angebrochen, die auch unserer Politik zu denken geben sollte. „Die Dynamik in den USA kann als starker Katalysator für den Einsatz der Kernenergie auf dem gesamten Kontinent dienen.“ Über diese neue Ära berichten:
Brian M. Smith und Andreas Pautz*)
Die Vereinigten Staaten nutzen eine einmalige Gelegenheit, um ihre Position als weltweit führende Kraft bei der Innovation und dem Einsatz von Kernenergie zu behaupten. Für die Partner und Verbündeten der USA in ganz Europa bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, von diesen Entwicklungen zu profitieren. Diese Botschaft wurde auf dem jüngsten Kernenergie-Gipfel deutlich, der von Arnova Capital veranstaltet und von Roger Köppel in Zürich moderiert wurde. Nach Jahrzehnten relativer Stagnation bei neuen kommerziellen Kernenergieprojekten beschleunigt eine Reihe von Faktoren den Zeitplan für den Einsatz fortschrittlicher Kerntechnologien, die das Potenzial haben, die Energielandschaft in Amerika und darüber hinaus neu zu gestalten.