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Deutscher Kernenergieausstieg bereitet auch der Schweiz Sorgen

Die Versorgungsstrategie europäischer Länder beruht zum Teil auf der trügerischen Hoffnung, Strom könne immer und zu jeder Zeit importiert werden. Nachbarländer würden einspringen, wenn die Stromproduktion im eigenen Land zu knapp ist. Nachbarländer denken ähnlich: Das kann logischerweise nicht gut gehen. Erneut kommen warnende Worte aus der Schweiz.

Nach einer Medienmitteilung des Schweizer Nuklearforums warnte die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom auf ihrer Jahresmedienkonferenz am 2. Juni 2022 vor möglichen Engpässen bei der Stromversorgung bereits im kommenden Winter. Die sinkende Exportfähigkeit der Nachbarländer geht zulasten der Versorgungssicherheit in der Schweiz. Ohne Kernenergie wird die Herausforderung noch grösser. Das Nuklearforum Schweiz sieht sich in der Ansicht bestätigt, dass die Schweizer Kernkraftwerke noch lange unverzichtbar sein werden. Zur langfristigen Gewährleistung der Versorgungssicherheit müsse außerdem das Technologieverbot fallen.

Der Präsident des Nuklearforums Hans-Ulrich Bigler meinte zur Versorgungssicherheit der Schweiz mit Strom: «Dass Deutschland freiwillig komplett auf die Kernenergie verzichtet und Frankreich unfreiwillig auf einen Teil davon, bedeutet für mich vor allem, dass wir umso mehr Sorge zu unseren Kernkraftwerken tragen müssen. Aus diesen beiden Ländern stammt der Großteil unserer Stromimporte. Nach den erneuten Warnungen der ElCom sollte endgültig klar sein, dass wir unsere zukünftige Stromversorgung nicht auf Strom aus dem Ausland abstützen können. Die Kernkraftwerke halten uns den Rücken frei und wir tun gut daran, den Betrieb unserer Kernkraftwerke so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Mittel- und langfristig muss man auch neue Kernanlagen ins Auge fassen. Das Technologieverbot muss dafür jetzt fallen.»

Die Schweizer Kernkraftwerke spielen bei der Stromversorgung eine entscheidende Rolle. Die ElCom bezeichnet ihre aktuell hohe Verfügbarkeit als «entlastenden Faktor» im kommenden Winter. Sie liefern pro Jahr mehr als 20.000 Gigawattstunden, was ein gutes Drittel der Schweizer Stromproduktion ausmacht. Im Winter produzieren die Wasserkraftwerke weniger Strom und der Bedarf ist höher als im Sommer. In der kalten Jahreszeit liefern die Kernkraftwerke bis zur Hälfte des Schweizer Stroms. Zusätzlich sind im Winterhalbjahr jeweils beträchtliche Stromimporte notwendig, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Die ElCom, das Nuklearforum und andere Stimmen warnen seit längerem vor einer abnehmenden Exportfähigkeit der Nachbarländer. Sowohl in Deutschland wie auch in Frankreich, den Hauptlieferanten der Schweizer Stromimporte, ist dieser Umstand auf den Wegfall von Kernkraftwerken zurückzuführen. Die Schweiz ist seit etwa zehn Jahren Nettoimporteur beim Strom, da sie im Winter jeweils mehr Strom einführen muss als im Sommer ins Ausland verkauft werden kann.

Wann endlich erkennt auch Deutschland, dass es ohne Kernenergie und/oder Kohle keine sichere Stromversorgung geben kann?

Grüne Politik macht das Stromnetz zunehmend instabiler

In The Wall Street Journal (wsj) erschien am 27. Mai 2022 unter dem Titel „America’s summer of rolling blackouts“ eine interessante Meldung [1], die auch auf Deutschland zutreffen könnte:

Der Sommer steht vor der Tür, und wir (wsj) empfehlen Ihnen, sich durch den Kauf eines Notstromaggregats vorzubereiten, wenn Sie eines auf Lager finden. Letzte Woche warnte die North American Electric Reliability Corporation (NERC), dass zwei Drittel der USA in diesem Sommer Stromausfälle erleben könnten. Willkommen zur “Energiewende”.

Unsere Leser werden sich erinnern, dass wir bereits den eigenen Notstromdiesel ins Gespräch brachten und die Folgen des längeren nationalen Stromausfalls beschrieben.

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Die weltweite Energiekrise zwingt Staaten, ihre Klimaziele zu überdenken.

„Ein Jahr nach seinem Amtsantritt ist Bidens ambitioniertes Klimaziel so gut wie tot“, überschrieb Bloomberg [1] den Bericht über die aktuelle Energie-Situation in den USA. Danach erkennen politische Verbündete nun an, was Wissenschaftler, die die politischen Optionen der USA analysieren, bestätigt haben: Es gibt praktisch keinen gangbaren Weg, um die US-Emissionen im Einklang mit Bidens Ziel für 2030 zu senken – zumindest nicht ohne wichtige Gesetze, die immer weiter entfernt erscheinen.

Ein vom Weißen Haus befürworteter Vorschlag, rund 555 Milliarden Dollar für Klima- und saubere Energiemaßnahmen auszugeben, ist ins Stocken geraten, und die bevorstehenden Zwischenwahlen machen eine Verabschiedung unwahrscheinlich.

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Utopische Netto-Null-Träume…

…oder wie China den Westen aufs Glatteis führt.

Es ist verbreitete Meinung, das auf der Pariser Konferenz von 2015 beschlossene 1,5 Grad-Ziel für die maximale Erwärmung bis 2100 sei ein vom IPCC aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse vorgegebenes Ziel.

„Das stimmt so nicht. Die IPCC hat nie aus eigener Initiative ein 1,5 Grad-Ziel gefordert. Das tat vielmehr die Politik auf der Pariser Klimakonferenz“, erläuterte Rhonheimer in der Welt am Sonntag vom 7.11.2021.

Nach der Konferenz wurde die IPCC gebeten, einen Bericht darüber zu erstellen, was zu tun sei, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Die Antwort erfolgte in 2018:

Drastische Maßnahmen auf globaler Ebene müssten ergriffen werden – ein weitgehender Umbau der Wirtschaft unter Führung staatlicher Vorgaben mit allen damit verbundenen ökonomischen und sozialen Unsicherheiten sowie tiefgreifenden Veränderungen unserer Lebensgewohnheiten.

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Britische Arbeitsgruppe soll Energieversorgungspläne entwickeln

Das Netto-Null-Ziel wird in GB in Frage gestellt.

Die Rahmenbedingungen des Ampel-Koalitionsvertrages haben sich durch den Ukrainekrieg und die dadurch ausgelöste Energiekrise massiv geändert. Das Dekarbonisierungs-Ziel (Null-Emissionen) sowie die Energieversorgung und deren Auslandsabhängigkeit sind grundlegend zu überdenken. Dazu gehört, dass alle Versorgungsoptionen auf den Tisch kommen, einer technologie- wie auch ergebnisoffenen Prüfung unterzogen werden und keine Option a priori ausgeklammert wird.

Wie es aussieht, ist Großbritannien hierbei auf dem richtigen Weg. Wie daily mail [1] berichtete, wird Boris Johnson eine Energie-Taskforce einrichten, um die britische Öl-, Gas- und Kernenergieversorgung zu stärken, während er einen Ausweg aus der Energiekrise plant. Der Premierminister betonte, dass Europa sich von seiner Abhängigkeit von russischem Öl und Gas befreien müsse.

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Ein britisches Plädoyer für Schiefergas. Eine Option auch für Deutschland

Laut Nachrichtenberichten [1] fordert PM Boris Johnson die westlichen Nationen auf, die Erdgasproduktion zu erhöhen, und konterkariert damit seinen Energieminister Kwarteng, der sich weiterhin gegen die britische Schiefergasproduktion ausspricht und behauptet, dass Großbritannien “von teuren fossilen Brennstoffen wegkommen muss”.

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Abschaltungen von Reaktoren überdenken, um Gasimporte zu senken

Nach einer Meldung der wnn [1] hat die Internationale Energieagentur (IEA) einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der es der Europäischen Union ermöglichen könnte, ihre Erdgasimporte aus Russland innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel zu reduzieren, einschließlich der Maximierung der Erzeugung aus bestehenden emissionsarmen Quellen wie der Kernenergie. Eine vorübergehende Verzögerung der Stilllegung von EU-Reaktoren, die im Laufe des nächsten Jahres abgeschaltet werden sollen, könnte die Gasnachfrage in der EU um fast 1 Milliarde Kubikmeter pro Monat senken.

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Frankreich baut nukleare Stromerzeugung weiter aus

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Frankreich nannte Präsident Emmanuel Macron am 10.02.2022 am Produktionsstandort von GE Steam Power in Belfort als Hauptziel der neuen Politik, den Energieverbrauch des Landes zu senken und gleichzeitig seine kohlenstofffreie Energieerzeugungskapazität zu erhöhen. Er kündigte den Bau von sechs neuen Kernreaktoren an, einer Weiterentwicklung des EPR.  Der Bau weiterer acht Reaktoren werde in Betracht gezogen und die Entwicklung modularer Reaktoren vorangetrieben.

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Der Politikwechsel der sogenannten “grünen” Energiewende

Die Stimmung zu „Net Zero“ beginnt, in Großbritannien und den USA zu kippen.  In unseren Medien erfahren wir davon wenig. Was Francis Menton, ein Journalist der Manhattan Contrarian, darüber zusammengetragen hat, ist nicht nur außerordentlich aufschlussreich, es könnte auch Bedeutung für Deutschland gewinnen. Hier sein ins Deutsche übersetzte Bericht [1] vom 04.02.2022 (auf dieses Datum bezieht sich sein „heute“):

Als ich in 2012 begann, mich mit dem Thema “Klimawandel” zu beschäftigen, war ich bereits zu dem Schluss gekommen, dass nicht nur die Wissenschaft der vom Menschen verursachten katastrophalen globalen Erwärmung Unsinn war, sondern auch, dass die vorgeschlagene Lösung, Energie aus fossilen Brennstoffen durch Wind und Sonne zu ersetzen, niemals zu vernünftigen Kosten funktionieren könnte.

Ich habe lange gedacht, dass sich die politische Situation ändern würde, vielleicht plötzlich, wenn die Kosten und die Undurchführbarkeit der intermittierenden Energiequellen offensichtlicher werden. In der Zwischenzeit sind die Demokraten in ihren Plänen (jetzt bekannt als “Green New Deal”) nur noch eifriger und extremer geworden, mit lauter Unterstützung der Megaphone in den Medien und der Wissenschaft.

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Chinas Realismus: 
Keine Beteiligung an den Klimaschutz-Aktivitäten des Westens – Teil 2

Zu dem gleichnamigen umfangreichen Artikel vom 4.12.2021 wird hiermit eine zwei weitere Themen betreffende Ergänzung hinzugefügt.

In einer Rundreise durch China hatten wir – meine Frau und ich – zwei Erlebnisse, die gleichfalls zu den besonderen Zuständen in diesem Riesenland und durchaus auch zu dem Thema dieses Artikels gehören – und die doch nachdenklich machen.

Das größte Wasserkraftwerk der Welt – zweifelhafter Gigantismus

Ein sehr beeindruckender Teil war eine Schiffsreise auf dem Jangtsekiang, flussab in Richtung auf die drei Schluchten, die dem Stausee des damals bereits weitgehend fertiggestellten  Wasserkraftwerks ihren Namen gaben.
Entlang unserer Tagesstrecke, auf einem Stück des ( insgesamt 6.380 km langen) rasch fließende Stroms, mündeten in ihn zahlreiche Nebenflüsse (es gibt davon insgesamt ca. 700), von denen wir vielleicht ein Dutzend passierten. Ungewöhnlich war deren Anblick: Manche stürzten wie ein Wasserfall vom Steilufer herab – aber es war kein normales Wasser, sondern hellbrauner Schlamm. Das erklärte auch, weshalb unser Schiffsführer beständig einen Schlangenlinienkurs fuhr, denn an den Strudeln konnte man zahlreiche Sandbänke sehen. Und der Jangtse selbst war natürlich ebenso trübe und schmutzig. Da war offensichtlich viel Sand und Erde flussab unterwegs.

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