Deutsches Erdgas – Fracking ist das Gebot der Stunde

Werner Ressing richtete am 27. Juli 2022 dieses Schreiben an den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann:

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann, 

ich schreibe Ihnen als ehemaliger Abteilungsleiter Industriepolitik des BMWi und rechne auf Ihre Einsicht sowie pragmatisches Handeln!

 Bei Ihrem gestrigen “Krisengipfel  Gas – Baden-Württemberg rückt zusammen“, wurde ausgiebig über Einsparmöglichkeiten diskutiert. Duschen  und Heizung reduzieren, um die Abhängigkeit vom russischen Gas zu beenden. Offensichtlich ist vielen verantwortlichen Politikern die Dimension des Problems noch nicht vollständig klar. Die russische Gasmenge entspricht energetisch in etwa der Jahresmenge des gesamten deutschen Stromverbrauchs von ca 550 Milliarden kWh!

Diese in der angestrebten Größenordnung einsparen zu wollen ist illusorisch. Dabei “sitzen” wir auf heimischen Gasquellen von mehr als 2 Billionen Kubikmeter, die uns über Jahrzehnte vom russischen Gas unabhängig machen können. Hierüber wurde auch gestern kein einziges Wort verloren, weil es sich um Frackinggas handelt. Auf kaum einem anderen Gebiet wurden in den letzten 15 Jahren so viele Falschmeldungen verbreitet, Ängste geschürt und wissenschaftlicher Sachverstand bewusst ausgeschaltet.

Exakt vor 10 Jahren hatte ich mit dem BMU ein abgestimmtes Konzept für nachhaltiges Fracking entwickelt, das in den Mühlen der “Fake news” zermahlen wurde. Um es in einem Satz zu sagen, Fracking ist heute faktisch ohne Umweltgefahren möglich. Die “giftigen Chemikalien” entsprechen der Wassergefährdungsstufe 1,  werden aber ohnehin  nicht mit dem Grundwasser in Kontakt kommen! Für verantwortliche Politik ist es deshalb das Gebot der Stunde, in dieser Notlage die deutsche Bevölkerung und Wirtschaft vor Schaden zu bewahren und die Zeitenwende beim Fracking einzuleiten. Die Krise ist im März 2023 nicht vorbei, deshalb muss das Frackingverbot unverzüglich aufgehoben und in ein Frackinggebot umgewandelt werden. Technisch könnte in 4 Monaten das erste Gas strömen, wenn die rechtlichen Hürden beseitigt sind.

Der erste LNG-Tanker wird Deutschland frühestens im Januar erreichen, wenn überhaupt, da es sich um Spotmarktgas handelt.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident ich habe mich in meiner Dienstzeit immer von dem Kantschen Grundsatz leiten lassen:

“Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”

In diesem Sinne zähle ich auf Sie und den gemeinsamen guten Jahrgang 1948!

Beste Grüße

Werner Ressing

Ministerialdirektor a.D.

 

Auf dieser Webseite sind hier, hier und hier weitere Informationen zum Thema Fracking und dem Schiefergas, um das es dabei geht, zu finden. Welt am Sonntag widmete sich ausführlich unter dem Titel “Ganz weit unten” am 12. Juni 2022 diesem Thema.

Netto-Null zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Noch ist das politische Ziel existent, bis 2045 Klimaneutralität bei den CO2-Emittenten Verkehr, Stromerzeugung, Industrie und Landwirtschaft zu erreichen. Ein außerordentlich ehrgeiziges Ziel, viel mehr ein Wunsch in Deutschland und der EU. In der aktuellen Energiekrise aber muss wieder verstärkt auf Kohle zur Stromerzeugung zurückgegriffen werden.

Nicht nur in Deutschland. Wie Reuters [1] berichtete, produzieren weltweit kohlebefeuerte Stromerzeuger als Reaktion auf die boomende Stromnachfrage und die steigenden Gaspreise mehr Strom als je zuvor.

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Plädoyer für eine sachliche Bewertung der Kernenergie

“Ausland macht Tempo mit der Atomkraft” unter diesem Titel berichtete die FAZ vom 16.07.2022 über die Kernenergiesituation in Japan und Frankreich. In Japan sollen bislang abgeschaltete Reaktoren wieder ans Netz gehen und Frankreich plant den Bau neuer Kernkraftwerke. “Frankreich sieht sich dank der heimischen Kernkraftwerke und geringeren Abhängigkeit von Öl und Gas aus dem Ausland im Vorteil gegenüber Deutschland – in der aktuellen Energiesituation, aber auch langfristig”, heißt es in dem Artikel.

Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt nahm diesen Artikel zum Anlass für folgenden Leserbrief an die FAZ:

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Sorge um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft

Die Kreishandwerkerschaft Leipzig hat in einem offenen Brief *) an Bundeskanzler Scholz und Ministerpräsident Kretschmer ihre Sorgen zur gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland dargestellt. Die Ausführungen im Brief beschreiben die Folgen einer verfehlten, ideologiebehafteten Energiepolitik, Folgen, wie sie vom Handwerk und der Bevölkerung wahrgenommen werden.

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IEA: Aufbau nachhaltiger und sauberer Energiesysteme wird ohne die Kernenergie schwieriger, riskanter und teurer sein.

Eine Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) kommt zu dem Schluss: «In Ländern, welche die Kernenergie weiterhin nutzen oder sie sogar ausbauen, kann sie die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern, die CO2-Emissionen senken und die Stromnetze in die Lage versetzen, einen höheren Anteil an Sonnen- und Windenergie zu integrieren. Der Aufbau nachhaltiger und sauberer Energiesysteme wird ohne die Kernenergie schwieriger, riskanter und teurer sein.»

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Weiterbetrieb der Kernkraftwerke ist unumgänglich

Eine Lehrstunde für deutsche Energie-Politiker

Manfred Haferburg gab als Sachverständiger bei einer Anhörung im Sächsischen Landtag am 5. Juli 2022 eine Stellungnahme zur Energiesituation ab, die wir im Folgenden dokumentieren.

Das Thema der Anhörung lautete

„Versorgungssicherheit gewährleisten, Energiepreise stabilisieren – Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke und Überprüfung des Kohleausstiegs“

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, geschätzte Kollegen, sehr geehrte Frau Vorsitzende,

Ich werde in meiner Stellungnahme darauf eingehen, dass die Abhängigkeit vom Gas die Energiewirtschaft in ein Dilemma geführt hat. Ich zeige die Unmöglichkeit der Erreichung der regierungsamtlichen Erneuerbaren-Ausbauziele bis 2030 auf. Danach stelle ich die wesentlichsten Voraussetzungen für den Weiterbetrieb der verbliebenen Kernkraftwerke dar und komme zu dem Schluss, dass der Weiterbetrieb der verbliebenen deutschen KKW unumgänglich ist.

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Müssen wir unsere Einstellung zum Fracking überdenken?

Deutschland verfügt über ein enormes Schiefergaspotenzial, das bei seiner Nutzung die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen bedeutend verringern würde und in der gegenwärtigen Situation mindest eine Teillösung der Energiekrise bringen würde. Dieses Schiefergas kann nur im Frackingverfahren gefördert werden, ein Verfahren, das in Deutschland per Gesetz verboten ist.

Cicero-Online brachte am 7. Juli 2022 unter dem obigen Titel den folgenden Beitrag von Nils Westerhaus:

Um sich aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu befreien, könnte Deutschland auf eigene Erdgasvorkommen zurückgreifen, die sich vor allem unter Niedersachsen befinden. Diese müssten allerdings durch Fracking gewonnen werden – eine Technologie, die von Umweltschützern scharf abgelehnt wird. Mehrere Experten sind der Meinung, dass die Bedenken unbegründet sind.

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Die radikale Null in Netto-Null bewegt sich außer Reichweite

Wer gegen die Klima- und Umweltpolitik seine Stimme erhebt, sei es auch mit fundierten fachlichen und wissenschaftlichen Argumenten, wird sehr schnell zum Klimaleugner abgestempelt. Nur das Mitläufertum zählt, nicht die faire Auseinandersetzung mit den Themen.

Dass das vom Menschen durch Verbrennung fossiler Energieträger erzeugte Kohlenstoffdioxid CO2 ursächlich für den Klimawandel sein soll, darüber gibt es in der westlichen Politik und in der Öffentlichkeit keine Diskussion mehr. Diese Annahme ist sakrosankt. Sie hat sich zu einem Glaubensbekenntnis entwickelt. Diese faktisch unbewiesene Annahme entwickelte über die Jahre hinweg eine Eigendynamik in der Politik, den Medien und auch in der Wirtschaft, die nur eine Richtung kennt: Vermeidung von CO2, koste, was es wolle. Wer oder was steckt dahinter? Was ist die wahre Absicht?

Gebräuchliche Begriffe für das stets gleiche Ziel sind Klimaneutralität, Dekarbonisierung, Netto-Null oder bei der EU „Green Deal“.

Bringt dieses Ziel eine Lösung? Wissen die Menschen, was mit diesen Zielen auf sie zukommt, was es sie kosten wird an Geld und Lebensqualität? Wer die Leidtragenden und wer die Gewinner sind? Wer überhaupt hat das vermeintliche klimagefährdende CO2-Risiko „erfunden“, beziehungsweise in die Welt gesetzt? Nun, bereits vor über hundert Jahren hatten Wissenschaftler auf die mögliche Beeinflussung des Klimas durch CO2 hingewiesen.

Terence Corcoran [1] ist zwar nicht der Herkunftsfrage nachgegangen, sondern suchte mehr nach dem „Beschleuniger“ des Netto-Null und hat dabei Interessantes ermittelt, wie „Netto-Null vom grünen Radikalen zum scheiternden McKinsey-Mainstream wurde“, wie er sagte. Er lieferte gewissermaßen einen Blick hinter die politischen Kulissen.

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EU-Parlament stufte Kernenergie und Erdgas als nachhaltig ein

Das EU-Parlament stimmte am 06. Juli 2022 mehrheitlich für die Aufnahme von Kernenergie und Erdgas in die Liste der als nachhaltig eingestuften, somit förderungswürdigen Investitionen. Diese sogenannte Taxonomie-Regelung hat damit eine weitere Hürde genommen. Mit dieser Regelung werden Förderungen finanziell gesteuert. Die Aufnahme der beiden Energiequellen in die „grüne“ Taxonomie ist an eine Reihe von Bedingungen geknüpft, z.B. an Grenzwerte der Treibhausgas-Emissionen.

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Die Energieversorgung in Deutschland steht vor dem Kollaps

Wenn es noch eines Beweises für das Scheitern der Energiewende bedurft hätte, der Entwurf des Gesetzes mit dem sperrigen Namen „Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz“ macht es publik. Bereits der „Ampel“-Koalitionsvertrag hatte die Notwendigkeit von Gaskraftwerken festgeschrieben, obwohl auch sie zu den CO2-Emittenten zählen. Doch nun steht selbst eine ausreichende Gasversorgung auf der Kippe.

Sinngemäß heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfes, dass ein temporärer Weiterbetrieb von den verschmähten Kohlekraftwerken erforderlich sei. Der seit Jahren von der grünen Energiepolitik verfolgte Kohleausstieg muss zeitweise suspendiert werden, auch zur Schonung der Gasreserven, um die es schlecht bestellt ist.

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