Auftrag zur Erstellung eines Energiewende- Monitoring

Eine neue Ausrichtung der deutschen Energiepolitik steht in Aussicht. Als Grundlage vergab die Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche einen Auftrag zur Erstellung eines Energiewende- Monitoring an das Aachener Beratungsunternehmen BET unter Mitwirkung des Energiewirtschaftlichen Institutes Köln (EWI). Darin sollen die Experten „konkrete Handlungsmöglichkeiten für eine möglicherweise notwendige Neuausrichtung der Energiepolitik auf Kosteneffizienz bei Einhaltung des energiepolitischen Zieldreiecks geben“. Der Endbericht soll am 31. August 2025 vorliegen.

Gegenstand des Monitorings sind der zu erwartende Strombedarf sowie der Stand der Versorgungssicherheit, des Netzausbaus, des Ausbaus der erneuerbaren Energien, der Digitalisierung und des Wasserstoffhochlaufs. Die Themen sollen jeweils hinsichtlich der bisherigen Ziele der Bundesregierung analysiert werden – sprich Preisgünstigkeit, Versorgungssicherheit, Klimaschutzziele, einschließlich deren Erreichbarkeit, Konsistenz und der damit verbundenenKosten. Kosteneffizienz und Versorgungssicherheit sollen die Leitschnur sein, heißt es bei Energate-Messenger [1].

Bei dem Bericht wird es sich „aus Zeitgründen“, wie es in der Leistungsbeschreibung heißt, um eine Metastudie handeln. „Eigene Modellierung ist – wenn überhaupt – nur punktuell erforderlich“, schreibt das Ministerium darin. Die Kosten der Transformationen seien „vorwiegend“ aus bestehenden Berichten und Studien abzuleiten. Die Bundesnetzagentur will zudem gemeinsam mit der Branche den Netzentwicklungsplan (NEP) im Sinne der Kosten- und Systemeffizienz an angepassten Szenarien prüfen. Die Studienergebnisse sollen mit dem Szenariorahmen der Netzentwicklungsplanung 2025-2037-2045 verglichen werden. Schon im aktuellen NEP-Prozess orientierten sich Regulierer und Netzbetreiber an neuen, realistischeren Szenarien [1].

Reiche hatte auf dem „Tag der Industrie“ den Ausbau der Stromnetze kritisiert. Der Ausbau „sei ein völlig unrealistisches, ein völlig überzogenes Erneuerbaren-Ziel gerichtet“. Im Bundestag hatte Reiche kürzlich auf Fragen von Abgeordneten gesagt, die Energiepolitik habe zuletzt „den Gesamtüberblick eher vermissen lassen, weil entweder nur auf den Ausbau von Erneuerbaren oder auf separate Technologien geschaut wurde“.

Im Koalitionsvertrag versprechen CDU/CSU und SPD, die Energiewende (Anmerkung: Wenn sie denn überhaupt noch zu retten ist) „transparent, planbar und pragmatisch zum Erfolg zu führen“.

Wir, die AGEU, sehen die Energiewende seit Jahren als gescheitert an (hier, hier, hier, hier)

Quelle:

[1]  https://www.energate-messenger.de/news/254000/ewi-und-bet-erhalten-monitoring-auftrag