Privacy Policy Das Atom machte Schweden zu einem Klimahelden - AG E+U - Die Realisten

Das Atom machte Schweden zu einem Klimahelden

Print Friendly, PDF & Email

Mit diesem Titel schrieben Agneta Rising und John Lindberg für World Nuclear News den folgenden Artikel, der am 13.1.2020 veröffentlicht wurde.

Die stabile Stromerzeugung ist einer der Eckpfeiler sowohl für die Lebensqualität wie für die Industrie. Die Kernenergie versorgt seit vielen Jahren schwedische Haushalte und Unternehmen mit billigem, nachhaltigem und zuverlässigem Strom und subventioniert alternative Stromquellen durch Sonderabgaben.

Weltweit erzeugt die Kernenergie aus ganzheitlicher Sicht den wirtschaftlichsten und wettbewerbsfähigsten Strom – niedrige Betriebskosten, niedrigste Emissionen und nur sehr wenig Abfall im Vergleich zur erzeugten Strommenge. Bei den kohlendioxidarmen Stromerzeugern hat die Kernenergie nicht nur die geringsten Systemkosten, sondern stabilisiert auch das gesamte Netz und verteidigt uns gegen die Unbeständigkeit des Wetters. Dies wurde durch die Modellierung von zwei der weltweit führenden Organisationen auf diesem Gebiet bestätigt – der Internationalen Energieagentur (IEA) und der OECD-Nuklearenergieagentur.

Die IEA hat auch gezeigt, dass ein längerer Betrieb bestehender Reaktoren eine der kostengünstigsten Möglichkeiten ist, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Leider führt die schwedische Energiepolitik jetzt zu unnötigen Stilllegungen gut funktionierender Kernkraftwerke, was zu Stromdefiziten führt und folglich die gesamte Gesellschaft schädigt.

Nicht nur die schwedischen Nachbarn in den nordischen Ländern und im Baltikum – Nutznießer der fossilfreien und stabilen Kernenergie, die Schweden exportiert – verfolgen die schwedische Energiepolitik mit großem Interesse. In einem traditionellen Kernkraftland mit einem starken Ruf für die Umwelt wie Schweden, das aktiv an die Zukunft der Kernenergie glaubt, ist ein erheblicher symbolischer und politischer Wert zu verzeichnen.

Schweden hat eine moralische Verpflichtung, verbunden mit der Aufrechterhaltung des höchsten Lebensstandards, Energielösungen zu unterstützen, die in Teilen der Welt, in denen es nicht so gut läuft, am effizientesten sind. Ein erster Schritt zu einem besseren Leben ist der Zugang zu einer stabilen Stromversorgung. In vielen Teilen der Welt bedeutet dies Kohle, und wenn die Wahl zwischen der Verbrennung von Kohle und dem Fehlen von Elektrizität liegt, ist die Wahl ziemlich einfach.

Schweden muss jedoch sicherstellen, dass die Entwicklungsländer die Fehler vermeiden, die viele jetzt entwickelte Länder begangen haben, und stattdessen der schwedischen Entwicklungskurve folgen. Das schwedische Kernkraftprogramm hat dafür gesorgt, dass der erhöhte Strombedarf nicht durch Kohle, sondern durch Kernkraft gedeckt wird. Wenn sich die Entwicklungsländer auch auf die Kernkraft verlassen würden, würde dies zu einer schnelleren Entwicklung führen und sicherstellen, dass sie den gleichen Lebensstandard wie Schweden viel früher erreichen könnten.

Wir können es uns nicht leisten zu warten – wir brauchen alle Teile des Puzzles, um einige der größten Herausforderungen unserer Zeit zu lösen. Der Klimawandel wird zuerst die Ärmsten und Schwächsten treffen. Wenn wir nicht entschlossen handeln, hat dies erhebliche humanitäre Konsequenzen.

Schweden kann stolz auf seine Reaktoren und die Menschen sein, die sie leiten. Diese ungenannten Klimahelden, deren Arbeit seit Jahrzehnten selbstverständlich ist. Kernreaktoren auf der ganzen Welt bilden das kohlenstoffarme Rückgrat, auf das sich viele Länder verlassen, und das in der Lage ist, unabhängig von Wetter und Jahreszeit zu geringen Kosten enorme Strommengen zu produzieren.

Die Kernenergie kämpft gegen Luftverschmutzung und Armut, fördert das wirtschaftliche Wohlergehen, stärkt die Energiesicherheit und bekämpft den Klimawandel. Mit Hilfe der Kernenergie können wir eine sauberere, nachhaltigere und gerechtere Welt schaffen.

Anmerkung

Schweden hat mit Forsmark 1,2 und 3, mit Oskarshamn 3 und mit Ringhals 1,2,3 und 4 acht Kernkraftwerke am Netz, von denen das Älteste 1975 und die letzte beiden 1985 den Betrieb aufnahmen. Deren Netto-Leistung beträgt 8363 Megawatt.