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Kohle bleibt Hauptenergiequelle im globalen Energiesystem

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Ungeachtet eines fehlenden stichhaltigen und allgemein anerkannten wissenschaftlichen Beweises über die Wirkung des Kohlenstoffdioxids CO2 auf das globale Wettergeschehen verpflichteten sich bis auf China, Indien und die USA (durch Vertragskündigung) alle übrigen teilnehmenden Staaten an der Pariser Klimakonferenz von 2015, Maßnahmen zur CO2-Einsparung zu ergreifen, um die mittlere Globaltemperatur unter 2 0C, besser noch 1,5 0C zu halten. Dem liegt die unbewiesene These zugrunde, dass das vom Menschen durch Verbrennung erzeugte CO2 den Klimawandel verursacht. Wird es zu einer CO2-Einsparung kommen?

Ziel der deutschen Klimapolitik ist es daher, bis zum Jahr 2030 die Emissionen von Treibhausgasen um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken und bis zum Jahr 2050 eine weitestgehend Treibhausgas-neutrale Gesellschaft zu erreichen. Auf Beschluss der Kohlekommission soll ab 2038 kein Kohlekraftwerk mehr im Betrieb sein. Kommt es dazu, werden gravierende Veränderungen für Wirtschaft und Gesellschaft unvermeidbar sein.

Nun macht es aber keinen Sinn, an einer „Ecke“ der Welt CO2 einzusparen, wenn an einer anderen „Ecke“ vermehrt die Kohleverstromung betrieben wird, zumal, wenn die Einsparung durch fernöstliche Kohlepolitik mehr als ausgeglichen wird:

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA [1] ist der Kohleverbrauch in Asien in 2018 um 2,5 % gestiegen. Der erhöhte Verbrauch stammt hauptsächlich aus der Stromerzeugung, die mit einem Anstieg von 3 % in 2018 und einem Anteil von fast 40 % an der weltweiten Stromerzeugung ein Allzeithoch erreichte.

China sei nach wie vor der größte Kohleverbraucher der Welt. China nutzt mehr als 50 % der gesamten weltweit verbrauchten Kohle. Nach Angaben des chinesischen National Bureau of Statistics ist China für 57,7 % seiner Primärenergie und 67 % seines Stroms auf Kohle angewiesen. Indien erzeugte 75 % seines Stromes in 2018 mit Kohlekraftwerken.

Beide Länder verfügen über beträchtliche Kohlereserven von mehr als 100 Milliarden Tonnen. Aber beide Länder importieren auch Kohle, zusammen machen sie 2018 mehr als ein Drittel der weltweiten Kohleimporte aus.

Trotz elektrischer Überkapazität habe China 2019 rund 40 GW Kohlekraftwerkskapazität hinzugefügt – ein Anstieg um 4 %. Infolgedessen sank die durchschnittliche Auslastung der Kohleflotte im Durchschnitt unter 50 %. Trotzdem habe China noch weitere Kohlekraftwerke mit 100 GW im Bau, was die derzeitige Kohlekapazität um fast 10 % erhöhen würde.

China’s Electricity Council argumentierte, dass die Kohlestromkapazität bis 2030 1.300 GW erreichen sollte, gegenüber 1.050 GW heute, basierend auf seinen Prognosen für den jährlichen Strombedarf und dem Bedarf an Kapazitäten zur Deckung von Spitzenlasten. Zum Vergleich: Im Februar 2020 verfügten die USA über 227 GW und Deutschland nach Angabe der Bundesnetzagentur über 43,5 GW Kohlestromkapazität.

Obwohl die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zwischen 2018 und 2024 in Indien voraussichtlich vervierfacht wird, geht die IEA davon aus, dass Indiens Kohlestromerzeugung bis 2024 um 4,6 % pro Jahr steigen wird und dass Indiens Kohlenachfrage im Prognosezeitraum von fünf Jahren in absoluten Zahlen stärker wachsen wird als die jedes anderen Landes.

Für Südostasien erwartet die IEA eine um mehr als 5 % pro Jahr steigende Kohlenachfrage bis 2024, angeführt von Indonesien und Vietnam. Das starke Wirtschaftswachstum der Länder dürfte den Strom- und Industrieverbrauch ankurbeln, der zum Teil durch Kohle gedeckt wird.

Die IEA geht davon aus, dass die Stromerzeugung in asiatischen Kohlekraftwerken den Rückgang der Kohleverstromung in den USA und Europa überkompensieren wird, so dass Kohle in den nächsten fünf Jahren ihren Status als größte Stromversorgungsquelle weltweit behält.

Das bedeutet zugleich, dass selbst bei unterstellter verbesserter Kraftwerkstechnik bei den Neubauten in dieser Zeit keine bedeutende Verringerung der weltweiten CO2-Emissionen aus Kohlekraftwerken zu erwarten ist.

 

[1] IEA, Coal 2019, Analysis and Forecasts to 2024, Final Report December 2019, https://www.iea.org