Die Energiewende: Vorwärts in die Vergangenheit

Energie ist die Grundlage für die Art und Weise wie wir leben. Im Mittelalter baute man Mühlen in küstennahen Regionen und an großen Flüssen, um Wind – und Wasserkraft zu nutzen. Die Energieform, Energiemenge und Verlässlichkeit der Energieversorgung bestimmten die Standorte der ersten Produktionsstätten. Die Erweiterung des Energieangebots auf fossile Energieträger und Kernenergie führte zu enormen Wirtschaftswachstum und Wohlstand.

Die Welt hungert nach immer mehr zuverlässig verfügbarer und billiger Energie. „Ohne Energie geht nichts, gar nichts und überhaupt nichts“ (Folker Hellmeyer).

Deutschland hat sich für einen anderen Weg entschieden: Deutschland verringert Jahr für Jahr das Energieangebot und die zur Verfügung stehende Energiemenge. Wie will man mit dieser Strategie die Zukunft erfolgreich gestalten? Deutschland setzt offensichtlich auf eine Tugend, für die es in der ganzen Welt berühmt ist: Effizienz. Effizienz steckt den Deutschen quasi in den Genen. Das 2023 verabschiedete Energieeffizienzgesetz verankert es sogar juristisch.[1]

Heute lehrt uns die ‚normative Kraft des Faktischen‘ (Folker Hellmeyer), dass dieser Weg ein Irrweg ist. Muss Deutschland nicht eher zurück in die Zukunft, als vorwärts in die Vergangenheit?

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Grüner Strom – Eine Vision stößt an ihre Grenzen

Die Vision von grünem Strom, Transformation und damit der Energiewende hat ihren Ursprung in Amory B. Lovins’ bahnbrechendem Buch der 1970er Jahre ‚Soft Energy Path‘. Es diente auch der Anti-Kernkraft-Bewegung als Modell für eine neue Gesellschaft.

Seit einem Vierteljahrhundert versucht Deutschland diese Vision Realität werden zu lassen: Die gesamte Energieversorgung soll bis 2045 auf grünen Strom umgestellt werden.[1]

Das Krafttier Frosch symbolisiert die entscheidenden Kriterien:

  • Reinigung (von schmutzigen fossilen Brennstoffen),
  • Transformation (zu neuen, weichen Energiequellen wie Wind und Sonne),
  • Anpassungsfähigkeit (an eine neue Welt von fundamentalen Veränderungen) und 
  • Leben in 2 Welten („Du kannst das Meer nicht überqueren, indem Du nur am Ufer stehst und aufs Meer starrst” – Rabindranath Tagore).

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Bundeswirtschaftsministerminister zeigt sich weiterhin uneinsichtig

Zu dem F.A.Z.-Artikel „Habeck lässt Wissing im Atomstreit abblitzen“ vom 04.01.2023 nimmt Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt Stellung.

In dem F.A.F.-Artikel vertritt Habeck die Ansicht, die Versorgungssicherheit in Deutschland sei jetzt und in Zukunft auch ohne Kernkraftwerke gewährleistet, auch bei steigendem Strombedarf. Deutschland verfüge über eines „der sichersten und zuverlässigsten Stromsysteme weltweit“. Entscheidend dafür sei der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien, der mit dem Kohleausstieg bis 2030 einhergehe.

Dazu Prof. Alt: „Es ist unverständlich, wie man auf den Leistungsbetrieb der Kernkraftwerke mit CO2– freier Stromproduktion und auf Kohle und Gas/Öl-Kraftwerke verzichten zu können glaubt, wenn man sehenden Auges zur Kenntnis nehmen muss, dass dreieinhalb Wochen im Dezember 2022 der Anteil der Solar- und Windenergieanlagen, wie vorstehendes Diagramm doch eindeutig zeigt, wetterbedingt nahezu unbedeutend ist:

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