Hohe Kosten durch mangelnden Netzausbau

Der Anteil von Wind- und Solarstrom beträgt mittlerweile rund 60 Prozent an der Stromerzeugung. Aber der erforderliche Netzausbau hinkt dem Ausbau der Erneuerbaren hinterher. Er erfolgt von Anbeginn der Energiewende nicht synchron. Außerdem erfordern die neuen Netze Milliarden Euro, die letztlich die Verbraucher über die Stromrechnungen bezahlen.

Eine weitere Fehlplanung ist die Nicht-Verfügbarkeit von bezahlbaren Energiespeicher ausreichender Kapazität, wie zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke. Somit übersteigt der Strom aus Windenergie- und Solaranlagen immer häufiger den aktuellen Strombedarf. Um die Netze stabil zu halten, müssen erneuerbare Stromerzeuger abgeschaltet oder überschüssiger Strom in Nachbarländer kostenpflichtig entsorgt werden. Das hierzu erforderliche Engpassmanagement – im Fachjargon: Redispatch –  beinhaltet Ausgleichzahlungen für die Betreiber von Wind- und Solarparks. Kosten, die ebenfalls auf die Stromrechnungen umgelegt werden.

Im Jahr 2025 betrugen die monatlich aufaddierten Ausgleichszahlungen in Deutschland (blaue Balken) 1.762 Millionen Euro. Zum Vergleich dazu betrugen die Ausgleichszahlungen in Frankreich (rote Balken) 58 Millionen Euro, entsprechend 3,29 Prozent.

Sollte nach Jahren der Netzausbau abgeschlossen sein und der Strom ungehindert vom Norden in den Süden Deutschlands fließen und sollte die Entschädigungszahlungen gekürzt werden, wird sich der Strompreis nicht wesentlich verringern. Als Option zur Aufnahme überschüssigen Stroms, der bei weiterem Ausbau der Erneuerbaren mit Sicherheit anfallen wird, besteht ein Trend nach den kostenträchtigen Batterie-Großspeichern. Weiterhin sind konventionelle Kohle- und Gas-Kraftwerke bei Dunkelflaute zwingend erforderlich, die gewissermaßen nur als „Lückenbüßer“ betrieben werden dürfen – Strom aus Erneuerbaren hat Vorrang – und demzufolge unwirtschaftlich arbeiten. Die politische Aussage von den günstigsten Stromgestehungskosten durch Erneuerbare verschweigt völlig jene Kosten, die allein durch die Erneuerbaren noch hinzukommen. An konventioneller Kraftwerksleistung waren vormals ohne Erneuerbare etwa 70.000 MW erforderlich.

Das Missverhältnis zwischen installierter Leistung von Windenergie-und Solaranlagen und erzeugtem Strom (Einspeisung) verdeutlich die folgende Grafik:

Die deutsche Bruttostromerzeugung in 2025 betrug infolge der Wirtschaftskrise bei (nur) 440 TWh. Szenarien, auf die sich die Bundesregierung stützt, sehen die Entwicklung des Bruttostromverbrauchs(!) in 2045 bei mindestens 750 TWh. Viele Szenarien gehen sogar von einem Bedarf oberhalb von 1000 TWh aus.

Man kann wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass diese Planungszahlen nicht mit weiterem Ausbau der Erneuerbaren gedeckt werden, wenn man die deutsche Landschaft nicht noch weiter schädigen will. Bis zum Ende des Jahres 2025 wurden insgesamt 29.226 Onshore-Windenergieanlagen errichtet, die bereits gebietsweise die Landschaft verschandelt haben und zunehmend unter Einschränkung des Naturschutzes errichtet wurden.

Da mindestens in den nächsten Ein- oder Zweijahrzehnten Fusionsenergie und grüner Wasserstoff keine realistischen Optionen sind, wird Deutschland weiterhin auf Kohle und Erdgas resp. LNG angewiesen sein. Mit Kernenergie wie in Frankreich wäre die Stromversorgung sicherer, umweltschonender und preisgünstiger gewesen.