Hitzewelle in Mitteleuropa nichts Ungewöhnliches

Die Hitze in Deutschland und dramatische Schlagzeilen gibt es schon seit Generationen, zum Beispiel in der Bildzeitung:

  • 1957    56 Grad! Ganz Deutschland ein Brutofen
  • 1975    40 Grad Hitze. Jetzt wird das Wetter lebensgefährlich
  • 1983    Rekordhitze! Über 40 Grad –  Deutschland schwitzt
  • 2003    Jahrhundertsommer! Europa glüht –  40 Grad und mehr
  • 2019    Über 40 Grad! Deutschland schwitzt – tausende sterben während Hitzewellen

Die derzeitige Hitze in Teilen Mitteleuropas ist in erster Linie durch eine beständige großräumige Wetterlage zu erklären. Eine wichtige Rolle spielt dabei tatsächlich der sogenannte Omega-Block. Allerdings ist er nicht die eigentliche Ursache der hohen Temperaturen, sondern der Mechanismus, der sie über längere Zeit aufrechterhält.

Ein Omega-Block ist eine stabile Strömungslage in der Atmosphäre, die ihren Namen ihrer Form verdankt: In den Höhenwetterkarten ähnelt sie dem griechischen Buchstaben Ω (Omega). Omega-Blockierungen sind seit langem bekannt und wurden bereits in den 1940er und 1950er Jahren meteorologisch beschrieben.

Dabei bilden sich drei markante Bereiche:

  • Ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa oder angrenzenden Regionen.
  • Zwei Tiefdruckgebiete westlich und östlich davon.
  • Der Jetstream wird gezwungen, das Hoch großräumig zu umströmen.

Dadurch kann sich die Wetterlage über viele Tage oder sogar Wochen kaum verändern.

Unter einem Hochdruckgebiet sinkt Luft langsam ab. Dabei geschieht Folgendes:

  • Die Luft wird beim Absinken komprimiert und erwärmt sich.
  • Wolken lösen sich weitgehend auf.
  • Es gelangt viel Sonnenstrahlung bis zum Boden.
  • Der Boden erwärmt sich Tag für Tag stärker.
  • Trockene Böden verstärken die Erwärmung zusätzlich, weil weniger Energie für Verdunstung verbraucht wird.

Das Ergebnis sind häufig: mehrere aufeinanderfolgende heiße Tage, hohe Nachttemperaturen und/oder regional Temperaturen über 35 °C.

Normalerweise ziehen Tief- und Hochdruckgebiete mit der Westwindströmung innerhalb weniger Tage weiter. Bei einem Omega-Block wird diese Westströmung jedoch blockiert. Dadurch bleiben Hoch und Tief nahezu ortsfest, ändern sich Windrichtung und Luftmassen kaum, wodurch sich dieselbe Wetterlage über längere Zeit fortsetzt. Deshalb können Hitzeperioden ungewöhnlich lange andauern.

Kurz gesagt: Der Omega-Block erklärt vor allem, warum die Hitze so lange anhält, während die erreichten Temperaturwerte zusätzlich vom allgemeinen Temperaturniveau und den jeweiligen regionalen Bedingungen beeinflusst werden. Dies ist ein völlig natürlicher Prozess und hat absolut nichts mit dem Klimawandel oder Treibhausgasemissionen zu tun.

Der Omega-Block ist ein Zirkulationsereignis, kein „Klimanotstand“. Und Mitteleuropa ist nicht der Globus. Während seine Bevölkerung unter der Hitze stöhnt, liegen kühle Anomalien in der Hocharktis, in Nordamerika, in Teilen Asiens und Australiens, in Südamerika, im Südlichen Ozean und in der Antarktis [1].

[1] https://substack.com/app?utm_campaign=email-read-in-app&utm_source=email