Der finnische Energieversorger Teollisuuden Voima Oyj (TVO) gab bekannt, dass Olkiluoto 3, ein Kernreaktor im Südwesten Finnlands, heute (14.03.2022) um 12:01 Uhr mit der Stromversorgung des Netzes begonnen hat. Olkiluoto-3 wurde am 21. Dezember 2021 erstmals kritisch.
Kritik am Prüfungsergebnis des KKW-Weiterbetriebes
Aktuell sind in Deutschland noch die Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 in Betrieb mit insgesamt 4300 MW Leistung (brutto). Im Zuge der Frage einer möglichen Kompensation der Importe von Erdgas aus Russland infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine stellt sich die Frage, ob diese Kernkraftwerke weiter genutzt werden sollen bzw. können. Die Bundesministerien BMWK und BMUV haben dazu am 7. März 2022 das Ergebnis ihrer Prüfung des Weiterbetriebes vorgelegt.
Im Fazit der Prüfung werden sieben Gründe genannt, weshalb im Ergebnis einer Abwägung von Nutzen und Risiken eine Laufzeitverlängerung der drei noch bestehenden Kernkraftwerke auch angesichts der aktuellen Gaskrise nicht zu empfehlen ist.
Unter Bezug auf dieses Prüfungsergebnis richtete Dr. Jürgen Haag, ehemaliger Kraftwerksleiter des Kernkraftwerkes Emsland, folgendes Schreiben an den Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen):
Aufruf, den überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie zu korrigieren
Ein an den CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz am 24. Februar 2022 gerichtetes Schreiben:
Sehr geehrter Herr Merz, werter Vorstand der CDU,
der zu erwartende dramatische Anstieg der Energiekosten wird besonders die Einkommensschwachen in unserm Land treffen und ebenso die internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft. Wäre es da nicht an der Zeit, umgehend einen der Kardinalfehler der Regierung der Frau Merkel in ihrer Amtszeit zur Sprache zu bringen und dessen Korrektur zu fordern: den überstürzten Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie! Wenn Frau Merkel glaubte, sich dadurch Popularität zu erkaufen und Deutschland mit diesem „Atomausstieg“ eine Vorbildposition in der Welt zu verschaffen, so haben sie und ihre Berater vollkommen geirrt: Kein anderes Land (oder höchstens ein Miniland mit Absichtserklärung!) ist Deutschland auf diesem Weg gefolgt und gerade unsere Nachbarländer planen den Neu- oder Zubau von Kernkraftwerken! (Wie gerade Polen mit 4 bis 6 Groß-Kernreaktoren!)
Europa’s Kohle ‚Comeback’
„Nach 30 Jahren utopischen Träumens geht Europas Energiepolitik in Flammen auf“, hieß es in einer britischen Zeitung. Hier nur die Artikel eines Tages aus britischen Zeitungen:
German operators prepare to fire up decommissioned coal plants
Clean Energy Wire, 7 March 2022
Europe’s Coal Comeback: Will the Ukraine war derail the green energy transition?
Financial Times, 8 March 2022
EU to phase out Russian gas, oil, coal imports – leaders‘ draft
Reuters, 7 March 2022
US lawmakers reach bipartisan deal to ban Russian energy and limit trade
The Washington Times, 7 March 2022
Biden called to unleash shale to counter energy crisis
Bloomberg, 4 March 2022
70% of American favor increased U.S. oil and gas production
Rasmussen Report, 7 March 2022
David Frost: With energy prices rocketing – we need to get real. And get cracking on fracking
The Sun, 8 March 2022
Charles Moore: Why block energy wells just when we need them?
The Daily Telegraph, 8 March 2022
WSJ: Biden’s Bizarre Oil Diplomacy
The Wall Street Journal, 8 March 2022
Noah Rothman: Biden’s energy policy: Rewarding tyrants to fight tyranny
Commentary Magazine, 7 March 2022
In Deutschland bereiten sich Elektrizitätsversorgungsunternehmen auf einen größeren Bedarf an Kohleverstromung vor.
Ein britisches Plädoyer für Schiefergas. Eine Option auch für Deutschland
Laut Nachrichtenberichten [1] fordert PM Boris Johnson die westlichen Nationen auf, die Erdgasproduktion zu erhöhen, und konterkariert damit seinen Energieminister Kwarteng, der sich weiterhin gegen die britische Schiefergasproduktion ausspricht und behauptet, dass Großbritannien „von teuren fossilen Brennstoffen wegkommen muss“.
Deutschland vor einem energiepolitischen Scherbenhaufen
In atemberaubenden Tempo hat sich mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine die katastrophale Ausrichtung der deutschen Energiepolitik offenbart. Die angeblich „grüne“ Energiewende missachtete die Energieversorgungssicherheit und den gesunden Menschenverstand. Aus grundlastfähigen Energieträgern wie Kernenergie und Kohle auszusteigen, stattdessen auf die wetterabhängigen Stromerzeuger Wind und Solar und als Brücke auf Gas zu setzen, zudem als dominanten Gaslieferanten das autoritäre Russland auszuwählen, ist ein unbegreiflicher politischer Kardinalfehler, der sich jetzt rächt. Das Versorgungsdesaster war voraussehbar.
Abschaltungen von Reaktoren überdenken, um Gasimporte zu senken
Nach einer Meldung der wnn [1] hat die Internationale Energieagentur (IEA) einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, der es der Europäischen Union ermöglichen könnte, ihre Erdgasimporte aus Russland innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel zu reduzieren, einschließlich der Maximierung der Erzeugung aus bestehenden emissionsarmen Quellen wie der Kernenergie. Eine vorübergehende Verzögerung der Stilllegung von EU-Reaktoren, die im Laufe des nächsten Jahres abgeschaltet werden sollen, könnte die Gasnachfrage in der EU um fast 1 Milliarde Kubikmeter pro Monat senken.
Sie liebt mich, sie liebt mich nicht,…..die große Frage
Aus Kindertagen ist noch bekannt, um eine Antwort auf diese große Frage zu bekommen, wurden nach und nach die Blütenblätter eines Gänseblümchens abgezupft. Am Schluss war man nicht klüger, die Ungewissheit blieb.
Diese Erinnerung stellte sich ein, als Friedrich Merz bei einem Treffen der Fraktionsvorsitzenden von CDU und CSU am 7.2.2022 in Saarbrücken verkündete, die Union werde sich „vorurteilsfrei“ auch über mögliche neue Nutzungsmöglichkeiten der Kernenergie sprechen. Die Ziele der Bundesregierung für die Umstellung großer Teile der Energieversorgung auf regenerative Energie seien nach Ansicht der Union „nicht erreichbar“. Die in den nächsten 10 bis 15 Jahren erwartete Verdoppelung des Strombedarfs sei „mit dem gegenwärtigen Konzept der Bundesregierung nicht zu leisten“.
Die EU-Taxonomie nachhaltiger Aktivitäten
Die EU-Taxonomie segelte bislang – gewollt – unter dem Radarschirm der öffentlichen Wahrnehmung. Erst der Protest der Bundesregierung über die Aufnahme der Kernenergie in diese Verordnung führte zu medialer Aufmerksamkeit.
Der Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages, Nr. 05/22 (18. Februar 2022) beschreibt nachfolgend Zweck und Struktur der Verordnung, im Anschluss daran eine kritische Bewertung meinerseits:
Derzeit erfährt die EU-Taxonomie große Aufmerksamkeit durch die Diskussion, ob der Betrieb von Gas- und Kernkraftwerken übergangsweise als nachhaltig einzustufen ist. Weniger im Blick ist die Frage, welcher Mechanismus sich hinter der Taxonomie verbirgt und welche tiefgreifenden Auswirkungen dieser für die Wirtschaft mit sich bringt: Die Taxonomie kategorisiert die Wirtschaftsaktivitäten wesentlicher Branchen, die für eine große Menge des CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, und definiert Schwellenwerte, um sie als ökologisch nachhaltig einzustufen. Hierzu gehören beispielsweise CO2-Ausstoßgrenzwerte für die Aluminiumerzeugung oder Energieaufwandsgrenzen pro Kubikmeter Wasser in Trinkwasseranlagen. Die Taxonomie ist als Informationsquelle und Steuerungsmöglichkeit gedacht und damit der Schlüssel, um die öffentlichen und privaten Finanzströme in nachhaltige, insbesondere CO2-neutrale Investitionen zu lenken.
Klimawandel – er geschieht mit oder ohne menschlichen Einfluss
Wer die Entwicklung der mittleren Temperaturanomalien in der unteren Topographie verfolgt, kommt an Dr. Roy Spencer nicht vorbei. Seit Jahren stellt er diese Entwicklungen zusammen. Seine Vita steht am Ende dieses Artikels, der auf seiner Homepage [1] zu finden ist. Hierin beschreibt Spencer seine Sichtweise des unterstellten Klimawandels:
„Globale Erwärmung“ bezieht sich auf den globalen Anstieg der Durchschnittstemperatur, der in den letzten hundert Jahren oder mehr beobachtet wurde. Aber für viele Politiker und die Öffentlichkeit impliziert der Begriff, dass die Menschheit für diese Erwärmung verantwortlich ist. Diese Website beschreibt Beweise aus der staatlich finanzierten Forschung meiner Gruppe, die darauf hindeutet, dass die globale Erwärmung größtenteils natürlich ist und dass das Klimasystem ziemlich unempfindlich gegenüber den von der Menschheit verursachten Treibhausgasemissionen und der Aerosolverschmutzung ist.