Seit Tagen herrscht in Mitteleuropa eine unerträgliche Hitzewelle. Die Temperaturen, die wir derzeit in Mitteleuropa erleben, sind aber nicht völlig beispiellos. Schon früher gab es außergewöhnliche Hitzesommer, insbesondere:
- den Sommer 1947
- den Sommer 1976
- den Sommer 2003
- die Jahre 2015, 2018, 2019 und 2022
Diese Jahre brachten in vielen Regionen Mitteleuropas ähnliche oder sogar lokal höhere Spitzenwerte als heute. Die Rekordtemperatur Deutschlands von 42,6 °C stammt beispielsweise aus dem Jahr 2019. Die aktuelle Hitzewelle bewegt sich also grundsätzlich in einem Bereich, der meteorologisch schon einmal erreicht wurde. Aber die Kombination aus sehr hohen Temperaturen, frühem Auftreten und der zunehmenden Häufigkeit solcher Ereignisse macht sie klimatologisch bemerkenswert.
Während die Hitzewelle derzeit Dauerthema der Medien sind, scheinen sie sich nicht für die außergewöhnliche, langanhaltende Kälte auf dem antarktischen Kontinent zu interessieren. Ebenso wenig berichtet er über den rekordverdächtigen Kältelauf der letzten sechs Wochen in der Hocharktis [1].

Osteuropa und Skandinavien hingegen blieben kühl. Die 500-hPa-Abbildung [1] zeigt einen großen Hochdruckrücken über West- und Mitteleuropa, eingekesselt durch einen niedrigeren Druck im Osten und Westen. Der Jetstream biegt sich in die Form des griechischen Omegas.
Unter diesem Omega-Block nimmt die Bewölkung ab. Ende Juni strahlt die Sonne ungehindert auf Mitteleuropa. An der Südflanke zieht die Strömung im Uhrzeigersinn die Saharaluft nach Norden nach Spanien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Wenn diese Luft unter das Hoch sinkt, komprimiert und erwärmt sie.
Das ist ein Zirkulationsereignis, kein „Klimanotstand“. Und Westeuropa ist nicht der Globus. Während seine Bevölkerung unter der Hitze stöhnt, liegen kühle Anomalien in der Hocharktis, in Nordamerika, in Teilen Asiens und Australiens, in Südamerika, im Südlichen Ozean und in der Antarktis [1].
[1] https://substack.com/app?utm_campaign=email-read-in-app&utm_source=email