Schwere Korrosionsschäden an den Rotorblättern des dänischen Offshore-Windparks Örsted

Die dänische Zeitung Jyllands-Posten berichtete  am 23.2.2018 (1): „Der dänische Ǿrsted-Windpark bei Anholt wurde 2013 fertiggestellt. Aber schon jetzt sind die Rotorblätter so stark beschädigt, dass sie an Land gebracht und repariert werden müssen. Ǿrsted muss insgesamt bis zu 2000 Rotorblätter von 600 Offshore-Windturbinen reparieren lassen, weil die Ränder der Blätter nach nur wenigen Jahren auf See durchkorrodiert sind. Insgesamt betreibt das Unternehmen 646 Windturbinen des Herstellers Siemens Gamesa, die alle mehr oder weniger betroffen sind, wie das Unternehmen bestätigte.
Der Eigentümer der Windturbinen wollte keine Zahlen nennen, bezeichnete aber die „finanzielle Signifikanz“ als „gering“. Auch Siemens Gamesa gab keinen Kommentar zu den Kosten ab. Die dänische Tochter dieses Unternehmens hatte jüngst 4,5 Milliarden dänische Kronen (ca. 750 Millionen Dollar) zurückgelegt, um ihren Garantieverpflichtungen nachkommen zu können.
Allein fast 300 Rotorblätter des Windparks bei der Insel Anholt müssen nun nach nur wenigen Betriebsjahren abgebaut, an Land gebracht und zur Fabrik der Siemens Gamesa in Alborg transportiert werden.
Der Windpark bei Anholt ist jedoch nicht der einzige betroffene Windpark. Die Rotorblätter vieler britischer Ǿrsted-Windparks müssen ebenfalls nach nur wenigen Jahren auf dem Wasser repariert werden.
Die Gesamthöhe der Rechnung ist unbekannt, aber Finans Information zufolge deckt die garantie des Herstellers normalerweise die ersten fünf Jahre ab. Allerdings gab es Unstimmigkeiten zwischen Ǿrsted und Siemens Gamesa hinsichtlich der Frage, ob die aufgetretenen Probleme überhaupt von der Garantie abgedeckt oder einfach ein Fall normalen Verschleißes sind.“

Das erinnert an eine ähnliche Meldung, die noch nicht lange zurück liegt:
Auch in dem ersten deutschen Nordsee-Windpark „Alpha Ventus“ gab es Anfang April 2018 einen spektakulären Unfall (3).
Die halbe Gondel (mit Maschinenhaus, Getriebe und Elektrik) einer Windkraftanlage (WKA) vom Typ AV07 des Bremerhavener Herstellers Adwen stürzte 90 Meter tief in die Nordsee. Dieser Offshore-Windpark liegt 45 km vor Borkum. Betreiber ist der Energieversorger EWE.
Dieser Unfall löste bei Experten Ratlosigkeit aus – man rätselt über die Ursache. Bruch von Haltebolzen ? Materialermüdung ? Auch das für die Genehmigung und die Sicherheit der Windparks auf hoher See zuständige Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrografie BSH ist in Erklärungenot.
Der Unfall lässt ein recht großes Problem entstehen: Insgesamt sind weitere 126 WKA dieser Bauart in zwei anderen Offshore-Parks installiert:  „Global Tech 1“ und „Trianel Borkum“ – Trianel ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stadtwerken (4 und 5).
Die 6 betroffenen WKA auf Alpha Ventus sind derzeit nicht am Netz. Schätzungen  des finanziellen Schadens belaufen sich auf 40.000 Euro pro Tag.

Erwähnenswert ist der Besitzer des Herstellers: Es ist – nach mehreren Verkäufen und Namensänderungen dieser Firma, die schließlich bei „Adwen“ endeten – das Unternehmen Siemens Gamesa (siehe auch das dänische „Offshore-WKA-Korrosions-Fiasko – Quelle 2).
Die Windkraft-Krise veranlasste Siemens Gamesa, den Abbau von 6.000 Jobs weltweit anzukündigen; 200 davon in Hamburg und Bremen.

Eine Übersetzung des dänischen Artikels (1) erschien bei EIKE (2).

 

Quellen:
1. Bericht in der dänischen Zeitschrift Jyllands Posten vom 23.2.2018
https://jyllands-posten.dk/#ia10331940;finans
2. EIKE-Europäisches Institut für Klima & Energie: „Offshore-Wind-Fiasko: Nach kurzer Betriebszeit steht Erneuerbaren-Industrie vor Milliarden Dollar Reparaturkosten“, 26.2.2018, Übersetzung des o.g. Artikels von Chris Frey;
https://www.eike-klima-energie.eu/2018/02/26/offshore-wind-fiasko-nach-kurzer betriebszeit-steht-erneuerbaren-industrie-vor-milliarden-dollar-reparaturkosten/
3. Der NDR berichtete mehrfach über den Unfall auf Alpha Ventus; Am 25.4.18 in folgender Meldung: „https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/
Massiver-Schaden-im-Windpark-Ursache-unklar, borkum486.html
Ein weiterer Bericht des NDR folgte am 26.4.18.
4. www.trianel-borkum.de
5. www.trianel-erneuerbare.de

Veraltete Nachtspeicher-Heizungen werden für die Energiewende neu entdeckt

Es war einmal: Heizen mit Strom sollte Briketts, Gas und Heizöl zurückdrängen – und den Kraftwerksbetreibern endlich einen kräftigen Absatz ihrer elektrischen Energie während der Nachtstunden bringen, in denen fast alle Stromverbraucher abgeschaltet waren. Die Kunden, die sich darauf einließen, klagten aber bald über die hohen Verbrauchswerte und die entsprechend hohen Kosten, die auch durch die Nachttarife nicht viel erträglicher wurden. Energiewirtschaftler und Physiker schimpften ohnehin über den Unfug, die edelste Energieform Strom für die Niedertemperatur-Wärmeerzeugung in Wohnungen zu dieser niedrigsten Energiequalität herabzustufen und quasi zu verschwenden.
Weil sich die Vermieter der mit Nachtstrom-Speicherheizungen ausgestatteten Mietwohnungen weigerten, sie wieder herauszureißen und durch bezahlbare Alternativen zu ersetzen, wurden die verärgerten Bewohner diese Geräte nicht los. Bis heute hat sich nichts daran geändert.
Aber vor einigen Jahren beschloss die Regierung die Energiewende und als ob die zahlreichen negativen Folgen dieser Politik, die schon oft kritisiert wurden, noch nicht ausgereicht hätten, erlebt jetzt auch noch die verpönte und zeitweise sogar mit Verbot bedrohte elektrische Nachtspeicherheizung möglicherweise eine Auferstehung. Grund dafür ist das Wetter. Die Energiewende-Politiker hatten in ihrer euphorischen Anbetung von Wind und Sonne als angeblich alle Stromerzeugungsprobleme lösende „neue“   Technologien (die weder neu, jedoch unwichtige Nischen-Techniken waren) offenbar ganz übersehen, dass der Wind oft nicht weht, manchmal sogar wochenlang, aber dann wieder auch ganz kräftig, was zu nicht verwendbaren gewaltigen Überschüssen an Windstrom führt. Dann gibt es die bereits legendären „negativen Strompreise“, zu denen diese Überschüsse in das benachbarte Ausland geleitet werden, das dafür auch noch Geld einstreicht. Wenn nicht einmal das mehr geht, weil niemand diesen Strom braucht und auch die Stromnetze ihre Engpässe haben, bleibt nur das Abschalten der Windparks durch die Netzbetreiber um den Zusammenbruch der überlasteten Verbindungen zu vermeiden. Aber auch das hat im EEG-Gesetz genau wie die verrückten Negativpreise eine ebenso irre Konsequenz: Die Windanlagen-Betreiber, deren Mühlen abgeschaltet werden, erhalten dafür, dass sie nichts liefern, eine Entschädigung.
Der Bundesverband Windenergie hat (stolz oder aber vorwurfsvoll) mitgeteilt, dass allein 2016 durch diese vorübergehenden Abschaltungen in Deutschland eine Stromerzeugung von mehr als 3700 Gigawattstunden (also 3,7 Milliarden Kilowattstunden) unterblieben sei. „Dies entspricht geschätzten Entschädigungsansprüchen von 373 Millionen Euro“ rechnete der Verband vor. Er hätte ergänzen können: „Und die Stromkunden haben das mit ihren Stromrechnungen bezahlen müssen. So läuft das eben bei der Energiewende.“
Die schlichte Idee, dieses Problem auf die deutsche Art zu lösen (Sinnloses durch Gesetze anzuordnen und den angerichteten Schaden durch Steuergelder zu bezahlen) ist tatsächlich die Auferstehung der Nachtspeicherheizung, die nun Windstrom bekommen sollte. Das gilt bekanntlich nur in der Heizperiode, in der es im Übrigen auch Flauten und somit keinen Windstrom gibt (siehe unten). Wobei außerdem unklar bleibt, wie man Windstrom vom Kohle- und Kernkraftstrom, die alle ununterscheidbar  aus der Steckdose kommen, trennen möchte. Die Physik ist  wieder einmal der Feind der Politik – und ebenfalls das Wetter.
Ein Experte des Essener RWI-Instituts meinte dazu: „Es ist sinnvoller, den schwankend anfallenden Windstrom in Nachtspeichern zu verbraten, als die Windräder stillstehen zu lassen und die Betreiber für nicht erzeugten Strom zu vergüten.“
Was der Experte wie schon alle Politiker vor ihm nicht berücksichtigt hat: Bei der von den Netzbetreibern Tennet, Amprion & Co. gefürchteten „Dunkelflaute“ im Winter (kein Wind für Wochen, weil das Russland-Hoch regiert, kaum Solarstrom, voll ausgelastete Nachbarländer, die nicht einspringen können und maximaler Stromverbrauch) droht der Blackout. Mit Windstrom kann dann niemand heizen, weil es den nicht gibt. Dann wären die Besitzer neuer Nachtspeicher ebenso wie schon die bedauernswerten Altbesitzer dieser Heizungsart  mit hohen Stromrechnungen konfrontiert. Zu dem Problem der Unterscheidung von „gutem“ und „bösem“ Strom in der Wohnung sagte der Experte leider nichts. Der „smarte“ Stromzähler mit einer stets aktiven Datenleitung zum Versorger wäre eine Kontroll- und Überwachungs-Lösung, die aber Datenschutzprobleme aufwirft. Dieser neue Kriegsschauplatz wurde unlängst mit Gesetzesunterstützung von der Regierung eröffnet.
Es wäre nicht verwunderlich, sondern passte logisch in das Erneuerbare-Energien-Gesetz, wenn es dann auch noch Strompreis-Subventionen für die bisherigen und die neuen Nachtspeicher-Opfer geben würde.

Man muss abwarten, ob die Auferstehung der Nachtspeicherheizung tatsächlich kommt. Mit dem Größten anzunehmenden Unfug (GAU) ist in der deutschen Energiepolitik stets zu rechnen.

Quelle:
Daniel Wetzel: „Das unerwartete Comeback des Nachtspeicherofens“, DIE WELT, 6.2.2018

Sachsen: Rote Karte für die grünen Windräder

In Sachsen wurden 2017 nur 17 neue Windräder errichtet. Grüne kritisieren den SPD-Wirtschaftminister Dullig.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, Gerd Lippold, hatte in der Woche vor der Veröffentlichung dieses Artikels in der Leipziger Volkszeitung (1) alle im Jahr 2017 im Freistaat gebauten Windkraftanlagen besucht. Viel Zeit hatte er dabei nicht gebraucht, denn er berichtete anschließend, dass „die Bilanz meiner Tour verheerend ausgefallen“ sei. „Nur 16 neue Windkraftanlagen wurden im letzten Jahr in Sachsen errichtet.“ Lediglich 15 davon seien an das Stromnetz angeschlossen. „Dass ist weniger als ein Prozent der knapp 1800 Neuanlagen in der Bundesrepublik“ klagte er.
Lippold forderte Wirtschaftsminister Martin Dullig (SPD) auf, „die Blockade der Windenergie in Sachsen“ – wie im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD zugesagt (2) – zu beenden.

Er fügte den als Warnung gemeinten dramatischen Satz hinzu: „Die durch das sture Setzen auf Braunkohle motivierte Blockadepolitik im Freistaat birgt die Gefahr in sich, dass Sachsen nach dem in den nächsten 15 Jahren unumgänglichen, weitgehenden Kohleausstieg als energiewirtschaftliches Entwicklungsland dasteht.“
Über die Ursachen für diese Zurückhaltung bei der Genehmigung der Neubauten von Windrädern wurde in der Zeitungsmeldung nichts berichtet. Ein Blick in den angesprochenen Koalitionsvertrag (2), in dem in der Tat der Ausbau der Windkraft angeführt wird, liefert aber auch eindringlich formulierte und vermutlich ausschlaggebende Passagen zur Beteiligung der Bürger bei den Planungen und zur Rücksichtnahme. Die sehr aktiven anti-Windkraft-Bürgerinitiativen im Freistaat dürften diese Beteiligung intensiv wahrgenommen haben.

So weit diese Pressemeldung, die zwar die Empörung der grünen Partei wiedergibt, die aber insbesondere bei den „Gegenwind“-Bürgerinitiativen Freude und Befriedigung über Sachsens Zurückhaltung  (lt. Lippold „Blockadepolitik“) ausgelöst haben dürfte.

Damit stehen die beiden Freistaaten Sachsen und Bayern Seite an Seite in ihrem sehr erfolgreichen Kampf gegen Landschaften und Naturräume, Wälder und Greifvögel zerstörende Windturbinen. Die zudem vermutlich auch noch die Gesundheit der Anrainer gefährden und wegen ihrer wetterabhängigen „inhärenten“ Leistungsschwankungen und damit ihrer Unzuverlässigkeit bisher kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen konnten – und es bei einem noch so großen weiteren Ausbau auch niemals könnten. Wer aus politischen Gründen mit einer total vom Wetter abhängigen Stromerzeugung ein Industrieland versorgen will, der erlebt zwangsläufig nur eine riesenhafte Pleite. Leider ist eine Politik, deren Scheitern bereits von Anfang an feststeht, nur von den Wählern zu betrafen.

Sachsen war übrigens mit dieser ideologiefreien und rationalen Energiepolitik bereits vor mehreren Jahren erfolgreich; lange bevor Bayern mit seiner 10-H-Abstandsregel dem Ausbau der Windräder einen Riegel vorschob. Holger Zastrow, der Landesvorsitzende der FDP in Sachsen und Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag (3), berichtete in einer von seiner Partei veranstalteten Fachkonferenz in Dresden über die Energiepolitik in der Periode der CDU-FDP-Koalition bis 2014 (Kabinett Tillich II), als fast kein einziges Windrad in Sachsen installiert worden sei (3). Die Sächsische FDP hatte stets eine wesentlich kritischere Haltung zu ideologisch-grünen Theorien gegenüber der eigenen Bundespartei, was Zastrow im Dezember 2011 sehr deutlich wurde, als er der Bundes-CDU vorwarf, dass diese „einem links-ideologischen Zeitgeist hinterherrenne“. Die verlorene Landtagswahl (FDP: 3,8 %) beendete das Mitregieren der FDP im Freistaat.
Aber das Lamento von Herrn Lippold deutet darauf hin, dass auch die Sächsische CDU-SPD-Koalition einen starken Zubau von Windrädern ablehnt. Und das letzte Wort über die Förderung und Verstromung der Braunkohle ist auch noch nicht gesprochen.

Man hat wieder einmal die Bestätigung: Wenn die anderen noch Bedenken haben, unentschlossen sind und sich streiten, sind die Sachsen längst dabei, Nägel mit Köpfen zu machen. Für die Windkraft-Lobby in Rest-Deutschland sind das keine guten Aussichten.

Quellen:
(1) Roland Herold: „Grüne sehen Flaute beim Bau von Windrädern“, Leipziger Volkszeitung;  7.4.2018

(2) Koalitionsvertrag CDU-SPD 2014-2019, Kapitel Energie, Seite 42:
https://www.staatsregierung.sachsen.de/download/staatsregierung/   AKTUELL_Koalitionsvertrag_CDU_SPD_2014-2019.pdf
(3)) Holger Zastrow, Vita und Politik in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Holger_Zastrow
(3) Mitteilung von Holger Zastrow anlässlich einer von Sachsens FDP veranstalteten Fachkonferenz zur Energiepolitik 2013.

Infraschall von Windturbinen: Dänemark geht den Wirkungen auf den Grund

Bis vor Kurzem hatten die Dänen die höchsten Strompreise in Europa – nun haben sie endlich Deutschland wenigstens darin auf den 2. Platz verdrängt. Dass DK und D weit an der Spitze der Stromkosten liegen, hat den gleichen Grund: Beide Länder haben den Ausbau der Windkraft in geradezu extremer Weise vorangetrieben, wobei die Tatsache, dass der weltweit in dieser Technik führende Konzern Vestas dänisch ist, sicherlich seinem Land diesen fragwürdigen Spitzenplatz beschert hat.
Aber es gab in Dänemark massive Beschwerden gegen den immer weiter getriebenen Ausbau der Windstrom-Anlagen, wobei es vor allem um die von Anrainern beklagten krankmachenden Wirkungen der Schallemissionen ging (hörbarer Schall und vor allem tieffrequenter Infraschall).
Dieses größte heute bestehende Problem, das die modernen Windkraftanlagen verursachen, entstand durch ihre Konstruktion als sog. Schnellläufer – sie liefern deshalb zwar mehr Energie als die alten, langsam das Korn mahlenden und Wasser pumpenden Windmühlen, sie wurden damit aber vermutlich zu einer ernsten Gefahr.

Im Musterland der Windkraft Dänemark begann sich der Wind zu drehen. In einem bereits 2015 erschienenen Artikel (1) schilderte Daniel Wetzel die dort aufgetretenen gesundheitlichen Probleme, den wachsenden Widerstand der Bevölkerung und den praktischen Stopp des weiteren Ausbaus der Windkraft an Land.

Darin war unter anderem zu lesen:

„In dem 5,6 Millionen Einwohner-Staat sind bereits über 200 Bürgerinitiativen gegen Windparks aktiv. Es gibt Berichte über Familien, die aus Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder ihre Häuser aufgeben, wenn in der Nähe Windturbinen errichtet wurden.

Großes Aufsehen hat ein Vorfall in Jütland Ende 2013 erregt, bei dem in einer Nerzfarm die Tiere beim Einschalten benachbarter WKA in Raserei verfielen und sich gegenseitig töteten. Ein zweites Ereignis erregte die Öffentlichkeit zusätzlich: Auf der Insel Seeland sah sich der Pflanzenzüchter B. Jensen nach der Errichtung zweier 130 m hohen Windräder neben seinem Betrieb einer Kündigung von fünf  seiner Mitarbeiterinnen wegen erheblicher Gesundheitsprobleme gegenüber. Der Betrieb war nicht mehr zu halten; Jensen musste Insolvenz anmelden.

Derartige Vorfälle machten landesweit Schlagzeilen und führten letztlich dazu, dass ein Großteil der dänischen Kommunen die Pläne für neue Windparks auf Eis gelegt hat, bis eine staatliche Untersuchung über die Gesundheitsprobleme durch Infraschall abgeschlossen ist, was 2017 der Fall sein soll. Das ist faktisch ein Ausbau-Moratorium.

Die Regierung vergab den sehr umfangreichen Forschungsauftrag an das private Institut Kraeftens Bekaempelse, ein führendes Krebsforschungsinstitut.“

Und jetzt ist es so weit. In einem neuen Artikel (2) schreibt Daniel Wetzel:
„Nach Informationen seiner Zeitung hat das Kopenhagener Krebsfoschungszentrum „Kraeftens Bekaempelse“ die mit Spannung erwartete, bereits seit 2013 laufende Gesundheitsuntersuchung von Windpark-Anrainern jüngst abgeschlossen. Die Ergebnisse der Studie durchlaufen gerade den „Peer Review“ genannten Prozess akademischer Kontrolle. „Energiwatch.dk“, ein unabhängiges Energiemarkt-Portal, schätzte, dass die Ergebnisse in einigen Monaten vorliegen könnten.“
Der Autor weiter: „Sie werden auch von Kommunen und Bürgern in den deutschen Windkraft-Gebieten mit Spannung erwartet. Denn anders als hierzulande erlauben die vergleichsweise weit gefassten dänischen Datenschutzgesetze eine auf jede einzelne Windkraftanlage bezogene Auswertung persönlicher medizinischer Daten der Anwohner.“

„Nach WELT-Informationen forscht das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) seit rund zwei Jahren über die Abstrahlung und Ausbreitung von tieffrequenten Schallwellen von Windkraftanlagen (WKA). Die Ergebnisse der Untersuchungen könnten Einfluss auf zukünftige Genehmigungsverfahren für WKA haben. Denn viele grundlegende Prüfnormen stammen aus Zeiten, als man von Schallquellen in Bodennähe ausgehen musste. Die besondere Art der Schallausbreitung von Windturbinen, die heute oft in Höhen von 130 Metern installiert sind, wird dadurch nur unzulänglich abgebildet.“

Quellen:

(1) Daniel Wetzel: „Macht der Infraschall von Windkraftanlagen krank ?“, DIE WELT, 2.3.2015,  welt.de/wirtschaft/energie/article137970641/Macht-der-Infraschall-von-windkraftanlagen-krank.html 

(2) Daniel Wetzel: „Rätsel um Infraschall vor der Auflösung“, DIE WELT, 27.2.2018.
(3) Günter Keil: „Ethik-Kommission „Windkraft-Ausstieg“, 11.10.2016, AGEU-Webseite www,ageu-die-realisten.com

Altmaier redet Klartext – und schockt die Ökostrom-Lobby

Peter Altmaier ist jetzt Bundesminister für Wirtschaft und Energie. In dieser Funktion trat er am 16. April vor der internationalen Energiewende-Konferenz in Berlin auf und – wie viele schon befürchtet hatten –  seine energiepolitische Grundsatzrede enthielt eine Reihe von zuvor nicht von Spitzenpolitikern gehörten harten Aussagen und Bewertungen. Man erinnerte sich: Bereits als Umweltminister hatte er eine „Strompreisbremse“ gefordert und von den zu erwartenden „Billionen-Kosten“ der Energiewende gewarnt. Die bisherige Entwicklung hat ihn bestätigt.
Im Berliner Auswärtigen Amt waren rund 40 Minister und Staatssekretäre vieler Nationen versammelt und sie bekamen keineswegs das ansonsten übliche politische Selbstlob der Deutschen als „Vorreiter“ von Altmaier zu hören. Er vermied es sogar, wenigstens den Beitrag der teuren deutschen Maßnahmen, die dem sogenannten Klimaschutz dienen sollen, als im Weltmaßstab bedeutend darzustellen, was ja auch nicht der Fall ist.  Im Gegenteil: „Die Energiewende wird nur überleben, wenn sie global wird. Sie ist keine Lösung für einzelne Länder“ stellte er fest. Er behauptete auch nicht einmal, dass es bei der deutschen  Energiewende um Klimaschutz ginge – die allen bekannte magere CO2-Bilanz Deutschlands hätte damit auch nur den Eindruck unberechtigter Angeberei gemacht. Stattdessen erklärte er, dass das für ihn wichtigste Argument für die Energiewende „die Verbreitung von Wohlstand über die ganze Welt“ sei.
Dieses neue Argument dürfte jedoch keinen seiner Zuhörer beeindruckt haben, denn gerade Deutschland gilt bei etlichen Politikern im Ausland als abschreckendes Beispiel wegen der immensen Kosten von jährlich 25 Milliarden Euro, die den kleinen Leuten über ihre Stromrechnungen weggenommen und den wohlhabenden Profiteuren der EEG-Subventionen – Hausbesitzern, Landwirten, Solar- und Windstrom-Produzenten und
–Aktionären – zugeleitet werden. Das ist eine noch nie dagewesene staatlich organisierte Umverteilung von unten nach oben. Die ständig von den Parteien beschworene „soziale Gerechtigkeit“ ist das nicht gerade. Dazu sagte Peter Altmaier leider nichts.
Aber er sprach zum Schrecken etlicher Zuhörer von notwendigen Veränderungen. Er erwähnte das EEG nur insofern, dass dieses bislang „großzügigste Fördersystem weltweit“ für die „schwere Krise“ der Energiewende vor wenigen Jahren verantwortlich gewesen ist. Aus „diesen Fehlern der Vergangenheit“ könnten andere Länder lernen. Altmaier fuhr mit seiner Klartext-Rede fort und erwähnte explizit den „harten Kampf gegen Blackouts“, ein Thema, dass die Ökostromlobby fürchtet und niemals anspricht.
Schliesslich landete er noch einen letzten schweren Hammerschlag mit einer Voraussage: „Ich gehe davon aus, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit , das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben, und dass wir dann imstande sein werden, erneuerbare Energien ohne zusätzliche Subventionen zu finanzieren.“ Das hörten die Subventionsprofiteure mit Empörung und Schrecken.
Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, schimpfte pflichtgemäß.

Klartext ist etwas Schönes in der Politik. Reale Verbesserungen sind noch schöner. Es ist Peter Altmaier zu wünschen, dass ihm die Umsetzung seiner Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen von der GroKo ermöglicht wird.

Quelle:
Daniel Wetzel: „Keine Märchen mehr“; DIE WELT, 18.4.2018

Leserbrief zum GA-Bericht „Streit um Dieselfahrverbote spitzt sich zu“ am 15.03.2018

Welches Recht maßt sich Herr Resch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) an, ein Plädoyer für Dieselfahrverbote zu halten und ein Zwangsvollstreckungsverfahren gegen Ministerpräsident Laschet anzustrengen? Laschet hat sich gegen ein Fahrverbot ausgesprochen, weil eine Rechtsverpflichtung bezüglich der gültigen Kfz-Zulassung älterer Dieselfahrzeuge besteht und auch bei aktueller Überschreitung des NOx-Grenzwertes keine Risikoabschätzung vorliegt.
Der parlamentarische Staatssekretär im BM für Verkehr und Infrastruktur Norbert Barthle erklärte im Bundestag, dass es keine einzige medizinische Studie gibt, die einen kausalen Zusammenhang zwischen dem in Rede stehenden Grenzwert und Todesfällen bestätigt. Der damals vorgeschlagene Grenzwert im Straßenverkehr für NOx von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft entsprach der damaligen Verkehrsdichte und den aktuellen Emissionswerten, ohne dass damit eine Schadwirkung nachgewiesen wurde. Damit sollte ein Anreiz und auch ein gewisser Druck auf die Automobil-industrie ausgeübt werden, um weitere Anstrengungen zur Emissionsverringerung zu erreichen.
Eine blaue Plakette für Dieselfahrzeuge unter der EU6-Norm, würde zur „kalten Enteignung“ und zu logistischen, sowie wirtschaftlichen Problemen des Mittelstandes und der Industrie führen. Seit September 2017 werden nur noch Dieselfahrzeuge zugelassen, die der EU6-Norm entsprechen. Alte Dieselfahrzeuge verschwinden sowieso zunehmend aus dem Straßenverkehr und mit den neu zugelassenen kann eine ca. 30%-ige Stickoxidreduktion durch das Add-Blue-Verfahren erreicht werden. Für die Umrüstung, bzw. für die Elektrifizierung des ÖPNV und weiterer Luftreinhaltungs- maßnahmen sind im Bundeshaushalt rund 1 Milliarde € vorgesehen.

Der Diesel im Kreuzfeuer der Kritik

Der Kraftstoff Diesel ist zurzeit Dauerthema in den Medien. Die kontroversen Diskussionen über seine Umweltverträglichkeit haben unsere Mitbürger mehr und mehr verunsichert. Das liegt daran, dass eine sachliche, fachliche und wissenschaftliche Beurteilung durch eine emotionale, einseitig orientierte, interessengebundene und medienwirksame Berichterstattung erschwert wird. Nicht unschuldig daran ist die Automobilindustrie selbst, denn sie hat es vermieden und verschwiegen, den politischen Akteuren klar zu sagen, wo die technische Machbarkeit mit politischen Forderungen zur Abgasreinigung zu bezahlbaren Kosten nicht mehr in Einklang zu bringen ist. Stattdessen, aus Angst vor Marktverlusten und der Konkurrenz zwischen den führenden Automobilherstellern, wurde versucht, mit manipulierter Software die Grenzwertvorgaben auszutricksen. Zu glauben, dass diese Manipulation geheim gehalten werden kann, grenzt schon an Naivität.

Nachdem VW als eine der größten Weltfirmen auffiel, kamen natürlich die Konkurrenten auch auf den Prüfstand und, wie zu erwarten war, wurde man fündig und somit zu einem Fall für die Justiz.

 

Im folgenden wird hervorgehoben welche Unterschiede zwischen leistungsvergleichbaren Benzin- und Dieselverbrennungsmotoren bestehen.

Dieselkraftfahrzeuge sind beim Erwerb deutlich teurer (8-10 %)  als Benziner. Die Treibstoffkosten für Benzin sind durchschnittlich 30 % teurer als für Diesel. Die steuerlichen Abgaben beim Benzin betragen ca. 59 %, beim Diesel ca. 51 % der Spritkosten. Diese Vergünstigung wurde damit begründet, dass Dieselfahrzeuge umweltverträglicher seien. Doch durch die Hintertür holt sich der Fiskus diese Vergünstigung durch eine um rund 70 % höhere Kfz-Steuer für Dieselfahrzeuge wieder herein. Somit ist das Argument einer Bevorzugung der Dieselfahrzeughalter nicht haltbar. Rechnerisch ergab der Wirtschaftlichkeitsvergleich, dass ein Dieselfahrzeug erst bei einer jährlichen Kilometerleistung von mindestens 20.000 Kilometern einen Gleichstand erreicht. Nur für Vielfahrer, die beruflich große Strecken fahren müssen, ist ein Dieselfahrzeug die wirtschaftlichere Variante. Die oben erwähnte Umweltverträglichkeit wurde mit der Langlebigkeit der Dieselfahrzeuge und dem geringeren Spritverbrauch (rund 40 % weniger und geringere CO2-Emissionen) begründet.

 

Mit der politischen Zielsetzung zur Luftreinhaltung, Verbrennungsmaschinen in Zukunft durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen, wurde die Umweltverträglichkeit der konventionellen Antriebe verschärft und neu bewertet.

Neben CO2 wird bei Dieselfahrzeugen, durch höhere Verbrennungstemperaturen bedingt, eine erheblich höhere Menge an sauerstoffhaltigen Stickstoffverbindungen (NOx) und Rußpartikel an die Umwelt abgegeben. Letztere werden unter dem Begriff Feinstaub mit einbezogen, was von der Partikelgröße und -zusammensetzung definitiv nicht korrekt ist. Feinstaub entsteht sowohl aus Reifen-, Bremsen-und Straßenbelagsabrieb, als auch aus Verbrennungsvorgängen der Fahrzeugmotoren. Über die Anteile aus Abrieb und Verbrennung gibt es keine verlässliche Angaben, sondern mehr oder weniger Abschätzungen, die eine große Streubreite haben. Der Feinstaubanteil aus Reifen -, Bremsen- und Straßenbelagsabrieb wird auch bei einer Umstellung auf Elektroantriebe infolge wachsender Kraftfahrzeugdichte weiter zunehmen.

Ein neues Feindbild NOx soll die Umweltverträglichkeit in Frage stellen. Sauerstoffhaltige Stickstoffverbindungen sind für die Vegetation eine Nährstoffquelle, die, wie man sieht zu einem üppigen Pflanzenwachstum an Autobahnrandstreifen und zu keinen Entwicklungs-störungen führt. Zu einer Lungenbelastung mit erkennbaren Schädigungen durch salpetrige Säure kommt es erst, wenn die Konzentration von NOx im 2-stelligen ppm-Bereich (über 1000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) und nicht in Größenordnungen unter 100 Mikrogramm liegt.

 

Auch bei einem Arbeitsplatzgrenzwert für NO2 von 950 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft über den Zeitraum einer 40 Stundenarbeitswoche konnte keine gesundheitlich erkennbare

Beeinträchtigung nachgewiesen werden. Dennoch einigte man sich mit der europäischen Kommission auf einen 1-Stunden-Grenzwert für NO2 von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, bzw. auf einen Jahresmittelwert für Verkehr von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, das ist lediglich 1/5 der maximalen Arbeitsplatzkonzentration. Dieser weit unter einer Risikoschwelle liegende Grenzwert rechtfertigt kein Dieselfahrverbot. Überdies werden die neuesten Dieselfahrzeuge bereits mit einer technisch verbesserten und wirtschaftlich vertretbaren Abgasreinigung ausgerüstet. Mit dem „AdBlue-Verfahren“ auf Harnstoffbasis mit SCR-Kat (Twintec-System) wird eine Stickoxidreduktion um 90% erreicht, die sogar über die Vorgaben des Euro 6-Grenzwertes hinausgeht. Das Additiv AdBlue wird mit 5-7% dem Kraftstoff zugefügt, entsprechend 1 Liter auf 20 Liter Kraftstoff (Reichweite ca. 400 km) zu einem Preis von rund 1 Euro.

Rußemissionen werden bereits durch eine geregelte Kraftstoffeinspritzung im Verbrennungsraum und durch Zuführung von katalytisch wirksamen Additiven oder durch Einspritzung in das Abgassystem mit dort erfolgender Oxidation vermieden. Mit der neuen Software soll lediglich die Kraftstoffeinspritzung und Verbrennungstemperatur weiter optimiert werden.

Dieselneufahrzeuge müssen bereits die Euro-6-Grenzwerte einhalten. Altfahrzeuge werden erfahrungsgemäß schnell von der Straße verschwinden, wenn eine Nachrüstungspflicht besteht.

Die Verteufelung der Dieselfahrzeuge ist ungerechtfertigt und entbehrt jeglicher Sachlichkeit sowie wissenschaftlicher und technischer Argumentation.

Deswegen besteht dringend Aufklärungsbedarf mit einer Stellungnahme seitens der Automobil-industrie und öffentlichen Medien über den Sachstand der Pro-und Contra Argumente.

Die sich nun über Monate hinziehende Verschleierungstaktik deutet eher daraufhin, dass die Sorge um die Volksgesundheit nur ein vorgeschobenes Argument ist und dass es in Wirklichkeit nur darum geht, politischen Zielen, wie das Vorantreiben der Elektromobilität, den Weg zu bereiten.

 

Bericht für das Journal Kabinett Bonn, Köln, Berlin aktuell 3/2017

Kernkraftwerke der Welt

Veröffentlicht vom Nuklearforum Schweiz

Die Kernkraftwerke der Welt 2017

Im Jahr 2017 haben vier neue Kernkraftwerkseinheiten den Betrieb aufgenommen: drei in China und eines in Pakistan. In China stehen somit neu 38 Kernkraftwerke in Betrieb. Das Land hat damit Russland mit 35 in Betrieb stehendenden Blöcken überholt. Über eine höhere Anzahl verfügen Frankreich (58) und die USA (99). In Japan stehen zwar auch 42 betriebsfähige Kernkraftwerke. Bis auf fünf*) befinden sie sich jedoch in längerem Betriebsstillstand und es ist ungewiss, wie viele davon dereinst wieder ans Netz genommen werden. Sechs Kernkraftwerke wurden bereits endgültig stillgelegt. Der zivile Kernkraftwerkspark der Welt umfasste somit beim Jahreswechsel 447 Reaktoren in 31 Ländern. Die installierte Leistung sank leicht auf rund 391.400 Megawatt. Je ein Neubauprojekt wurde im vergangenen Jahr in China, Indien, Südkorea sowie im Neueinsteigerland Bangladesch lanciert. Weltweit sind damit knapp 60 Neubauprojekte am Laufen.

*) Seit Juni 2018 wieder sieben Kernkraftwerke in Betrieb

U.S.A. streichen „Globale Erwärmung“ aus ihrer Nationalen Verteidigungsstrategie

von Michael Bastasch

Im Nachrichtenmedium „The Daily Caller“ veröffentlichte M. Bastasch am 19. Januar 2018 die folgende Meldung:
„Das Pentagon legte jetzt eine Nationale Verteidigungs-Strategie vor, in der zum ersten Mal in mehr als einer Dekade eine vom Menschen verursachte Globale Erwärmung nicht mehr als eine Bedrohung der Sicherheit erwähnt wird. Eine 11-seitige Zusammenfassung der neuen Nationalen Verteidigungsstrategie erwähnt weder eine „globale Erwärmung“ noch den Begriff „Klimawandel“ – wie die Huffington Post nach einer entsprechenden Stichwort-Suche feststellte.  Das Dokument entspricht der Fokussierung der Trump-Administration auf die „Energie-Dominanz“ über das Thema „Klima“.

Die Nationale Verteidigungs-Strategie – unterzeichnet von Verteidigungsminister James Mattis – hat nicht viel zu Energiethemen zu sagen – außer dass die U.S.A. „einen stabilen und sicheren Mittleren Osten“ wünschen, der „zu stabilen globalen Energiemärkten beiträgt und zu sicheren Handelsrouten“.

Das Pentagon veröffentlichte dieses Strategiedokument am Freitag (Anm.: 19.1.). Die Bush-Administration hatte 2008 „globale Erwärmung“ in ihre Verteidigungsstrategie eingefügt, jedoch erhielt dieses Thema erst in der Obama-Administration eine herausragende Bedeutung.

Die Trump-Administration verkündete ihre „America First“ Sicherheits-Strategie im Dezember (2017), in der die „Entfesselung der reichlichen  Energieressourcen – Kohle, Erdgas, Erdöl, Erneuerbare und Kernkraft“ – gefordert wurde, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Verbündeten der U.S.A. zu unterstützen.
Dieser Plan war eine Absage an eine Politik, die auf die Bekämpfung einer vom Menschen verursachten globalen Erwärmung ausgerichtet war – somit eine vollständige Kehrtwendung gegenüber der Nationalen Sicherheit unter der Obama-Administration.
In der im Dezember veröffentlichten Nationalen Sicherheitsstrategie steht auch der Satz „Die Klimapolitik wird weiterhin das globale Energiesystem formen.“

Übersetzung von G. Keil

Mit Diesel gegen den Blackout. Die seltsamen Empfehlungen des Bundesamtes für Katastrophenhilfe

von Günter Keil

Einleitung
Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hört man in der Regel sehr wenig. Die Zeiten, in denen man kleine Atombunker im Vorgarten bauen sollte, sind ja vorbei. Aber die zugehörige Anlage von Notvorräten ist dagegen keineswegs überflüssig geworden; diese Maßnahme erlebt gerade wieder eine Auferstehung. Nicht wegen einer Kriegsgefahr, aber wegen einer totalen, Wochen andauernden landesweiten Stromsperre, die uns jederzeit das Wetter einbringen kann, von dem ja die Stromversorgung Deutschlands nach dem Willen der Regierung in naher Zukunft weit überwiegend abhängen soll. Im neudeutschen Sprachgebrauch wird dieses Ereignis Blackout genannt. Eintreten  kann es insbesondere durch eine sogenannte Dunkelflaute, die vornehmlich im Winter auftritt und die die gesamte Grünstromerzeugung auf winzige Reste reduziert – kein Wind und dazu tagsüber kaum und des Nachts sowieso keine Sonne.
Wenn dann im Bereich der einzig noch arbeitenden konventionellen Kraftwerke und/oder im  Stromnetz technische Probleme eintreten, dann kommt die zum Schutz der Anlagen notwendige „Kaskade“ – eine Abschaltwelle, die eine Versorgungsregion nach der anderen abschaltet und am Ende Deutschland in Dunkelheit und Stillstand versinken lässt.

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