Die Offshore-Windenergie in der Nord- und Ostsee ist Teil der kritischen Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesregierung hat das Ziel vorgegeben, die Windenergie Offshore bis zum Jahr 2045 auf 70 GW auszubauen. Diese Zielsetzung soll u.a. die Versorgungsunabhängigkeit von russischen Rohstofflieferungen ermöglichen. Diese Funktion macht Offshore-Windparks zu einem wesentlichen Baustein der deutschen Stromversorgung. Ihr plötzlicher durch Sabotage oder äußere Einwirkungen ausgelöster Ausfall hätte gravierendste Auswirkung auf die Stabilität des Netzes.
Ein zufriedenstellender Schutz vor Sabotage und Cyberangriffe kann allerdings nicht ausschließlich durch die Betreiber geleistet werden. Nach dem Grundgesetz (Art. 89, Abs. 2, Satz 2, GG) steht hier vor allem der Staat in der Pflicht.
Wie es um die Sicherung der Offshore-Windparks bestellt ist, gab KI recht ausführlich Auskunft
Die Frage nach der Sicherheit von Offshore-Windenergieanlagen gegenüber Sabotage und Cyberangriffen werde seit den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines im Jahr 2022 von Behörden, Militär und Netzbetreibern deutlich ernster genommen. Die Bewertung fällt differenziert aus: Offshore-Windparks sind grundsätzlich verwundbar, allerdings werden die Schutzmaßnahmen kontinuierlich ausgebaut.
Physische Sabotage
Die größte Verwundbarkeit besteht weniger in den Windrädern selbst als in ihrer Infrastruktur:
- Seekabel
- Offshore-Umspannplattformen
- Kommunikationsleitungen
- Wartungshäfen
- Landanschlusspunkte
Insbesondere die Seekabel stellen einen kritischen Punkt dar. Sie können durch gezielte Sprengungen, durch ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, durch manipulierte Schleppanker oder durch Spezialschiffe beschädigt oder zerstört werden. Ein Ausfall eines Exportkabels kann je nach Windpark mehrere hundert Megawatt Leistung vom Netz trennen, was auf die oben erwähnte Auswirkung auf die Netzstabilität zur Folge hätte.
Angriffsfläche bieten auch die Transformatorplattformen, die häufig den gesamten erzeugten Strom bündeln. Ein Angriff mit Zerstörungen hätte wesentlich größere Auswirkungen als die Beschädigung einzelner Windräder.
Einschätzung deutscher Behörden
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stuft Energieversorgung und Stromnetze als Kritische Infrastruktur (KRITIS) ein.
Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist darauf hin, dass hybride Bedrohungen gegen Energieanlagen zunehmen.

Cyberangriffe
Neuzeitliche Onshore- und Offshore- Windparks sind hochgradig digitalisiert. Sie arbeiten mit SCADA-Systemen*), Fernüberwachung und Fernwartungen, mit digitalen Netzregelungen sowie Lastmanagement.
Diese Systeme sind anfällig für Manipulationen der Leistungsregelung und Abschaltung des ganzen Windparks sowie für das Ausspähen technischer Daten. Die Kommunikation mit Netzbetreibern könnte gestört werden.
Ein Cyberangriff würde allerdings nicht zwangsläufig zu einem Blackout führen, da Schutzsysteme eine Entkopplung vom Stromnetz ermöglichen.
Internationale Bedrohungslage
Europäische Sicherheitsbehörden beobachten seit einigen Jahren verstärkt:
- ungewöhnliche Schiffsbewegungen
- Forschungs- und Aufklärungsschiffe
- Drohnen
- Unterwasserdrohnen
- Aktivitäten in der Nähe kritischer Infrastruktur
Mehrere Staaten haben ihre Überwachung der Nord- und Ostsee deshalb erheblich verstärkt.
Die deutsche Marine beteiligt sich gemeinsam mit NATO-Partnern verstärkt an der Überwachung der Nord- und Ostsee.
Gesamteinschätzung nach KI
Aus Sicht der Sicherheitsforschung gelten Offshore-Windparks nicht als leicht angreifbar, aber sie sind verletzlicher als viele landgestützte Energieanlagen, weil sie:
- weit von der Küste entfernt liegen,
- auf Unterseekabel angewiesen sind,
- schwer rund um die Uhr zu überwachen sind und
- komplexe digitale Steuerungssysteme nutzen.
Die größten Risiken liegen derzeit in koordinierten Angriffen auf die Netzinfrastruktur (Seekabel, Umspannplattformen und Kommunikationssysteme). Die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Blackouts allein durch einen Angriff auf Offshore-Windparks wird von Fachleuten als eher gering eingeschätzt. Im Rahmen einer hybriden Angriffskampagne, die mehrere kritische Infrastrukturen gleichzeitig ins Visier nimmt, könnten Offshore-Windparks jedoch ein relevantes Angriffsziel sein.
Vor diesem Hintergrund haben Deutschland und die EU den Schutz maritimer Energieinfrastruktur in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Absolute Sicherheit lässt sich jedoch – wie bei anderen kritischen Infrastrukturen (Pipelines, Stromnetzen, Rechenzentren oder Kommunikationskabeln) – nicht gewährleisten.
Dieser Schlusssatz stimmt daher äußerst bedenklich, wenn, wie politisch gewollt, die Energieversorgung weg von Fossilenergie komplett auf elektrische Energie umgestellt werden soll und der Offshore-Strombeitrag eine kritische Größe im Sinne der Versorgungssicherheit einnimmt.
*) SCADA-Systeme (Supervisory Control and Data Acquisition) überwachen und steuern technische Prozesse.