EU: Neubewertung der Kernenergie

Lange Zeit sagten viele das schrittweise Verschwinden der Kernenergie in Europa voraus. Die Realität hat sie eingeholt. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben eine grundlegende Tatsache wieder in Erinnerung gerufen: Eine moderne Wirtschaft kann ohne reichlich verfügbare, steuerbare, CO₂-arme und im eigenen Land erzeugte Energie nicht souverän sein.

Nachdem die Kernenergie von der Europäischen Union (EU) über Jahrzehnte vernachlässigt, offiziell aber nie aufgegeben wurde, erlangt sie neue Bedeutung. Der Europaabgeordnete Christophe Grudler*) fordert, dass sie im europäischen Klima-, Industrie- und Finanzierungsrahmen gleichberechtigt mit anderen sauberen Technologien behandelt wird [1]:

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Gigantischer Ausbau der Windparks in Nord- und Ostsee geplant

Die neun Länder Belgien, Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Großbritannien, Frankreich, Irland, Norwegen und Luxemburg vereinbarten beim Nordseegipfel in Ostende am 24. April 2023, ihre gemeinsame Offshore-Leistung bis 2050 auf 300 Gigawatt zu steigern. Das ist mehr als doppelt so viel wie bisher geplant.

Die EU-Kommission hatte die nötigen Finanzmittel für das Ziel 300 Gigawatt zuletzt auf 800 Milliarden Euro beziffert. Das lasse sich nur mit öffentlicher Förderung stemmen, betonte Tardieu. „Nicht wenige Mittel fließen in die Innovation, aber auch in existierende Produktionsstrukturen muss investiert werden, um die Kapazität zu verdoppeln oder zu verdreifachen“, betonte der Branchenvertreter.

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