Gruppenidentität, sozialer Status und ein von Qualifikationen dominiertes politisches Establishment machen die Klimadiskussion zunehmend immun gegen enttäuschende Ergebnisse, argumentiert Evert Doornhof von Clintel*). Das Ergebnis ist eine klimapolitische Falle, in der Misserfolge nicht zu einem Umdenken führen, sondern zu noch mehr Klimapolitik.
Energie
Finnland: Sicherheit des Endlagers für hochaktiven Abfall bestätigt

Tunnel des Tiefenlagers Onkalo in Finnland. Aufnahme: chatgpt.com entnommen
Die Sicherheitsanforderungen für die Erteilung einer Betriebsgenehmigung für die Verpackungsanlage und das finnische Tiefenlager Onkalo für ausgediente Kernbrennstoffe sind erfüllt. Dies hat die finnische Behörde Stuk am 4. August 2026 nach einer umfassenden Sicherheitsbewertung bestätigt.
Ökostrom-Bilanz im sonnenreichen Juli 2026
Der außergewöhnliche sonnenreiche Juli 2026 gibt einen Eindruck, welchen annähernd maximalen Strombeitrag die aktuell installierte Leistung der Solaranlagen von 125.452 MW lieferte, und zwar 4,14 TWh mit einem Anteil von 9 % an der Stromlast.
Der Windstrombeitrag der Meer- und Landanlagen zusammen betrug 7,82 TWh mit 17 % Anteil an der gesamten Stromlast von 46,0 TWh. Die installierte Leistung der Windenergieanlagen beträgt aktuell 81.149 MW.

Quelle: Darstellung von ChatGPT
Obige Grafik und Tabelle machen eines besonders deutlich: Ohne grundlastfähige Stromerzeuger ist eine gesicherte Stromversorgung nicht erreichbar. Braunkohle, Steinkohle (inkl. Importe), Erdgas, Laufwasser und Biomasse tragen deutlich über 50 % zur Stromerzeugung bei. Im Vergleich zur installierten Leistung der Erneuerbaren sind an gesicherter Grundlast (nur) rund 60.000 MW erforderlich.
Quelle:
ChatGPT verwendete bei öffentlicher Nettostromerzeugung bzw. die Stromlast in Deutschland Angaben aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE. Die Daten basieren u. a. auf ENTSO-E, AGEE-Stat, Destatis und der AG Energiebilanzen.
Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker

Grafik generiert durch ChatGPT
Mit dem Kohleausstiegsgesetz vom August 2020 und dem darin enthaltenen Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) hat sich die Bundesregierung verpflichtet, schrittweise bis Ende 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen [1][2]. Nordrhein-Westfalen (NRW) will bereits ohne Rechtspflicht bis 2030 aus der Kohle aussteigen, wartet aber auf diesbezügliche Vorgaben des Bundes.
Der wichtigste politische Grund für den Kohleausstieg ist die Vermeidung weiterer CO2-Emissionen. Der Weltklimarat IPCC vertritt die unbewiesene Hypothese, dass das vom Menschen erzeugte Kohlenstoffdioxid maßgeblich für die allmähliche Zunahme der Erdtemperatur verantwortlich ist. Derzeit 0,16 0C pro Dekade. Wissenschaftliche Erkenntnisse widersprechen der IPCC-Hypothese. Zudem, CO2 ist ein lebensnotwendiges Gas, mithin kein „schädliches Treibhausgas“, wie es gebetsmühlenartig immer bezeichnet wird.
„EU-Energiewende ist wirtschaftlich gesehen ein Reinfall“
Von Samuel Furfari*)
Ein Bericht des Energy Institute zeigt ein Europa, das an dem Anspruch einer „Energiewende“ festhält, während der Kontinent unter dem Gewicht der Klimapolitik schwächelt, deren idealistisch utopischen Ziele anderswo durch fossil unterstütztes Wirtschaftswachstum zunichtegemacht werden.
Daten aus der 75. Ausgabe der jährlichen „Statistical Review of World Energy“ werden nur diejenigen überraschen, die die Fakten ignorieren: Die Welt ist weiterhin massiv auf fossile Brennstoffe angewiesen. Solar- und Windtechnologien wachsen zwar aus, liegen aber immer noch hinter der stetig steigenden Energienachfrage, die im vergangenen Jahr einen Rekord von 600 Exajoule erreichte. (Das sind 600 Trillionen Joule, wobei ein Joule der Arbeit entspricht, die nötig ist, um ein Watt Leistung für eine Sekunde zu erzeugen.)
Vom gesamten Primärenergieverbrauch stammten 86 % aus fossilen Brennstoffen – 33,5 % aus Öl; Kohle, 27,6 %; Erdgas, 25,1 %. Solar- und Windenergie machten nur 3 % aus, die von der Europäischen Kommission stark über die stark verteufelten Kohlenwasserstoffe beworben werden.
Staatliche Vorsorge für den Fall drohenden Blackouts
Die Bundesnetzagentur (BNA) arbeitet seit zwei Jahren an dem Aufbau einer Abschalt-Plattform für Industriebetriebe für den Fall drohender Stromengpässe im Netz. Die Welt machte am 30. Juli 2026 hierauf aufmerksam.
Stärkerer Infraschall durch moderne große Windräder
Nach aktuellen Erkenntnissen aus Schweden erzeugen moderne, größere Windenergieanlagen höhere Infraschall-Leistungen. Dazu unten Näheres, zunächst zur Frage, wie der Infraschall in Deutschland derzeit berücksichtigt wird.
Jeder Durchgang eines Rotorblatts erzeugt einen Druckimpuls. Das Blatt passiert den Turm, dabei verdichtet sich die Luft und erzeugt knallende Geräusche in verschiedenen Frequenzbereichen. Infraschall von Windrädern ist also kein gleichmäßiges Rauschen.
Dazu erklärt das Umweltbundesamt (UBA), nach dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es keine belastbaren Nachweise, dass der von Windenergieanlagen ausgehende Infraschall bei Einhaltung der geltenden immissionsschutzrechtlichen Anforderungen gesundheitliche Schäden verursacht. Gleichzeitig werde die Forschung zu möglichen Langzeiteffekten fortgeführt.
Das ist beim derzeitigen Ausbaustand von fast 30.000 Onshore-Windrädern die Anwendung des Versuch-Irrtum-Prinzips zu Lasten der betroffenen Bevölkerung. Das Prinzip plant Fehlschläge fest ein.
Märchen der deutschen Energiepolitik
In Deutschland wird das Märchen erzählt, dass man durch Nutzung volatiler Energiequellen stabile Energiepolitik für eine moderne Wirtschaftsnation machen kann.
Es herrscht die illusionäre Vorstellung (Energieeffizienzgesetz, EnEfG), dass die Verknappung des Energieangebots eine gute Idee ist. Man will gleichzeitig den Energieverbrauch drastisch senken, und man glaubt durch Effizienzsteigerungen alles kompensieren zu können (EnEfG).
Die öffentliche Wahrnehmung des Status Quo bedarf dringend einigen Klarstellungen:
- Der deutsche Energiemix besteht aus mehr als nur Strom.
- Der deutsche Strommix besteht aus mehr als nur Windrädern und Solarpaneelen.
- Die deutsche Energiewende scheitert in ihrer Ausführung und Zielsetzung
Leider hat das Zusammentreffen von Märchenwelt und Realität im Fall der Energiewende wenig humorvolle Konsequenzen.
Globale Reichweite des Kernbrennstoffs Uran
Nach Angaben von OECD-NEA [1] hat die Dynamik des Kernenergieausbaues global deutlich zugenommen. Viele Länder verlängern die Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke, planen neue Großreaktoren oder investieren in die Entwicklung kleiner modularer Reaktoren (SMR). Laufzeitverlängerungen gelten als eine der kostengünstigsten und schnellsten Möglichkeiten, kohlenstoffarmen Strom bereitzustellen und gleichzeitig Zeit für den Bau neuer Anlagen zu gewinnen. Mit ein Grund für die Dynamik ist der wachsende Strombedarf durch Elektrifizierung, Digitalisierung und den Aufbau neuer Industrie.
Die OECD-NEA macht daher deutlich, dass der Neubau großer Kernkraftwerke weiterhin unverzichtbar bleibt. Ergänzend könnten SMR in Zukunft zusätzlich Einsatzmöglichkeiten eröffnen und den Ausbau beschleunigen. Entscheidend sei jedoch, dass alle verfügbaren Technologien parallel entwickelt und eingesetzt werden, um den steigenden Strombedarf zuverlässig decken zu können.
Im Hinblick auf den zunehmenden Kernkraftwerksbedarf stellt sich die Frage nach der Verfügbarkeit des Urans und inwieweit politische Unwägbarkeiten die Transportwege gefährden.
Schiefergas: Deutsches Vorkommen würde zur energiepolitischen Resilienz beitragen
Seit 2017 besteht in Deutschland ein weitgehendes Verbot des unkonventionellen Frackings, also des aufbrechen von dichten Tongestein- und Schieferformation zur Erschließung bislang unzugänglicher Gasvorkommen. Konventionelles Fracking in klassischen Sandsteinlagerstätten ist davon ausgenommen und wird hierzulande praktiziert. Das Verbot des unkonventionellen Verfahrens wurde mit diffusen Ängsten vor Grundwasserverunreinigung und Erdbeben begründet.
Eine von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Auftrag gegebene Studie [1] des Geowissenschaftlers Hans-Joachim Kümpel legt nüchterne und wissenschaftsbasierte Neubewertung nahe
- Langfristig könnten rund 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr gefördert werden
- Studie sieht Potenzial zur Verringerung von Importabhängigkeit und Energiepreisdruck (≈ ein Viertel des heutigen deutschen Gasbedarfs)
- Bis zu 18 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente könnten jährlich vermieden werden